Kopf ab?

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DomiJo
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Re: Kopf ab?

Beitrag von DomiJo » Mo 1. Jul 2019, 18:24

So Leute:

1. Ventile hab ich in mühseliger Arbeit mit dem Saugnapf-Dings eingeschliffen bis alle nun soweit dicht sind.

2. Hab ich Mist gebaut: Beim montieren ist mir der Spanner weggerutscht und hat mir ein paar Kratzer in die Dichtfläche geritzt...wie empfindlich ist die Kopfdichtung da? Geht leider um die Seite des Kopfes zum Zylinder hin.
Zudem wollte ich natürlich die Papierdichtung am anderen Ende des Zylinders entfernen. Diese ist aber unfassbar hart, ich habe es zuerst chemisch versucht (Bremsenreiniger, Dichtungsentferner, dann einweichen in Diesel) - ohne Erfolg. Sodann Fingernagel (autsch) und Plastikschaber ebenfalls ohne Erfolg. Dann hielt ich es für sinnvoll mit einer Rasierklinge dranzugehen, d.h. zwischen Metall und die blöde Dichtung, von da aus mit dem Plastikschaber weiter. Das ging zwar zunächst, als dann die Dichtung etwas ab war musste ich feststellen, dass auch die Klinge einige Kratzer hinterlassen hat. Ärgere mich wirklich gerade, aber irgendwann muss ja mal was schief gehen...beim nächsten Mal werd ich das alles abkleben, aber nu ist zu spät.

Kann ich irgendwas machen, oder muss nun ggfs. vom Kopf etwas abgenommen werden? Wie tolerant sind die Dichtungen in der Hinsicht?

Gruß Johannes

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langer
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Re: Kopf ab?

Beitrag von langer » Mo 1. Jul 2019, 22:53

Kratzer an der Fuss Dichtfläche sind kein Problem. Papierdichtung plus Hylomar (letzteres ist m.M.n. sowieso, nicht nur dort "Plicht").

Tiefere Kratzer an den Kopf/Brennraumdichtflächen sind aufgrund des Dichtungmaterial (so gut wie keine Toleranz bei Kratzern) problematisch.
Per Hand, Leinen und planer Unterlage nacharbeiten. Wie, ohne das es "schief oder buckelig" wird weisst du nehme ich an.
Grüsse langer 8-)
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Re: Kopf ab?

Beitrag von CCM-Marek » Mo 1. Jul 2019, 23:04

Ich hab mal gehört, dass Aceton gut helfen soll beim Entfernen alter Dichtungen. Getestet habe ich es aber noch nie, daher ohne Gewähr.

LG
Marek

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Re: Kopf ab?

Beitrag von DomiJo » Di 2. Jul 2019, 09:01

@Marek: Hab ich auch probiert, an der Papierdichtung leider ohne Erfolg. Hab mir von Würth so einen Dichtungsentferner organisiert, damit gingen zumindest Gummi- und Kleberrückstände sehr gut ab.

@langer: Alles klar, das hab ich mir auch so gedacht. Hylomar ist natürlich da :) Hab sowas ähnliches neulich mal an einem Vergaser gemacht: Schleifpapier auf einen Spiegel gelegt und dann die Dichtfläche leicht kreisend darüber bewegen - ist das die korrekte Weise? Was für eine Körnung ist dann angesagt?

Versuche später noch mal ein Bild hochzuladen von der Dichtfläche. Danke auch allen nochmal!

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dieCobra
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Re: Kopf ab?

Beitrag von dieCobra » Di 2. Jul 2019, 10:19

Hm, an einem Vergaser gehört weder Schleifpapier noch Hylomar.

Grüße Andi
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Re: Kopf ab?

Beitrag von langer » Di 2. Jul 2019, 12:05

Wir wissen nicht was/wie/wo er da als Beispiel gemeint hat. Sicherlich hat er nicht die Schwimmernadel damit eingeschmiert ;)
Grüsse langer 8-)
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Re: Kopf ab?

Beitrag von DomiJo » Di 2. Jul 2019, 12:55

@Andi: Keine Angst! War nicht von der Domi, sondern vom guten alten Trabant :) Die Vergaser haben oft krumme Dichtflächen wenn mal jemand die Muttern zu fest angezogen hat, dann zieht er da Nebenluft.

Hier noch ein Bild von der schlimmsten Schmarre:
IMG_20190702_125135.jpg
@langer: Sorry dass ich frage, aber wie ist die beste Methode um das anzugehen? Bin wie gesagt praktisch leider recht unerfahren...

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Re: Kopf ab?

Beitrag von langer » Di 2. Jul 2019, 14:35

Mir war das wichtig zu erwähnen da man da unerfahren, beim planen per Hand schwerwiegende Fehler machen kann.

Vereinfacht:
Im Fall des Domikopf immer nur 2, 3 mal ohne zu grossen Andruck (Gewicht des Kopf reicht hier fast beim nur glätten) "elliptisch kreisen"
und danach den Kopf um eine ca. 1/8 Umdr. verdrehen, erneut zufassen, 2, 3 mal kreisen u.s.f.
Darauf achten das man dem Kopf immer (hier in 1/8 Schritten) "komplette" also immer ganze Umdrehungzahlen durch das umfassen verpasst.
Dies verhindert ein "schief" planen.
Ohne dies (da kann man noch so der Meinung sein, man übe beim anpacken immer gleichmässigen Druck auf den gesamten Umfang der Dichtfläche aus) wird er auch schief...

Da die Kratzer bei dir nicht tief sind, ca. 600-800er (zu glatt ist an Kopfflächen nämlich nicht gut) und nur bis auf den Grund der Kratzer.
Grüsse langer 8-)
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Re: Kopf ab?

Beitrag von Andreas_NRW » Di 2. Jul 2019, 23:23

Zum Planen/Schlichten...
800er NassSchleifpapier oder wen vorhanden 1000er...
Als Flüssigkeit kein Wasser sondern Ballistol...
.
Ansonsten dazu die dreh-Technik von Langer!

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BinDo
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Re: Kopf ab?

Beitrag von BinDo » So 7. Jul 2019, 17:37

DomiJo hat geschrieben:
Mo 1. Jul 2019, 18:24
2. Hab ich Mist gebaut: Beim montieren ist mir der Spanner weggerutscht und hat mir ein paar Kratzer in die Dichtfläche geritzt...wie empfindlich ist die Kopfdichtung da? Geht leider um die Seite des Kopfes zum Zylinder hin.
Zudem wollte ich natürlich die Papierdichtung am anderen Ende des Zylinders entfernen. Diese ist aber unfassbar hart, ich habe es zuerst chemisch versucht (Bremsenreiniger, Dichtungsentferner, dann einweichen in Diesel) - ohne Erfolg. Sodann Fingernagel (autsch) und Plastikschaber ebenfalls ohne Erfolg. Dann hielt ich es für sinnvoll mit einer Rasierklinge dranzugehen, d.h. zwischen Metall und die blöde Dichtung, von da aus mit dem Plastikschaber weiter. Das ging zwar zunächst, als dann die Dichtung etwas ab war musste ich feststellen, dass auch die Klinge einige Kratzer hinterlassen hat. Ärgere mich wirklich gerade, aber irgendwann muss ja mal was schief gehen...beim nächsten Mal werd ich das alles abkleben, aber nu ist zu spät. Kann ich irgendwas machen, oder muss nun ggfs. vom Kopf etwas abgenommen werden? Wie tolerant sind die Dichtungen in der Hinsicht?
Hallo Johannes/Leute,

super gemanagt! :mrgreen: Ja, die Dichtungen. ;) Als Lösungsmittel nutze ich Waschbenzin (wiederholt bzw. häufig Anwenden), was einigermaßen funktioniert. Was die mechanische Entfernung alter Dichtungsreste angeht, so habe ich mich auf ein individuelles Verfahren eingeschossen, was sich allerdings in ungeübten Händen auch als verhängnisvoll erweisen kann. ;) :mrgreen: Ich nutze dazu speziell angefertigte bzw. geschliffene und entgratete/angestumpfte Stemmeisen.

Noch was zur Schramme bzw. den Schrammen: Die bebilderte Schramme ist jetzt schon ned schön, zumal nahe am Zylinder! Aber was willste machen? ... nu isse mal drin. ;) Dichtungsreste (wie auch immer) komplett entfernen, leicht anschleifen/glätten und wieder Zusammen wäre mein Motto. Up to you, my Friend. :mrgreen: Du willst Sie ja ohnehin im Winter noch mal aufmachen, so ich das recht verstehe. :?

Noch was: Den Bildern nach zu urteilen ist der Kopf nach dem Fräsgang nicht weiter bearbeitet worden, weswegen err per se schon einmal für die Täler und Hügel in der Dichtfläche prädestiniert ist. :mrgreen: Soll heißen: Man sollte sich jetzt nicht allzu sehr einen Kopf machen, wegen eines kurzen Schliffs . ;)

Grüßle, Reini

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Re: Kopf ab?

Beitrag von DomiJo » So 14. Jul 2019, 12:50

Moin Leute,

bin leider eine Weile nicht dazu gekommen weiter zu machen... Habe die Dichtflache etwas abgeschliffen, hatte aber nicht so ein gutes Gefühl dabei...denke aber es sollte passen so.

Nun beim Zusammenbau hab ich noch mal alle Teile gereinigt und dabei ist mir nun aufgefallen, dass an der Nockenwelle leider an einem Nocken Materialbeschädigungen sind:
_20190714_124443.JPG
Was sagt ihr dazu? So langsam wünsche ich mir ich hätte den Motor nicht aufgemacht... :D

Beziehungsweise habe ich eine unerwartete Rückzahlung bekommen, so dass eine Überholung vielleicht doch schon eher drin ist. Habe ehrlich gesagt wenig Lust das ganze noch mal zu machen... Muss mir mal ein paar Angebote einholen

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Re: Kopf ab?

Beitrag von dieCobra » So 14. Jul 2019, 17:09

Wenn ich jetzt keine andere NW zur Verfügung hätte, würde ich sie wieder einbauen. Pitting auf der Lauffläche wäre schlimmer. Was sagt denn das Gegenstück (Kipphebel) dazu? Ist da auch etwas zu erkennen.
Natürlich könnte das Pitting weiter fortschtreiten, aber genau so gut könnte die NW noch T de km halten.

Grüße
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Re: Kopf ab?

Beitrag von dieCobra » So 14. Jul 2019, 17:19

IMAG0476.jpg
IMAG0478.jpg
IMAG0479.jpg
IMAG0466.jpg
IMAG0470.jpg
IMAG0471.jpg
So sollten die Kipphebel und die NW nicht aussehen.

Grüße
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Re: Kopf ab?

Beitrag von DomiJo » So 28. Jul 2019, 23:46

Melde mich noch mal zurürck:

Die Kipphebel sahen nicht so schlimm aus wie bei @Cobra, habe nun doch alles wieder zusammengebaut vorerst. Vorhin der Test - und sie lief gleich los (erstmal nur im Standgas, will das Öl einmal durchspülen). Bei der Gelegenheit noch den Krümmer von eingebranntem Sand-Schlamm befreit, Vergaser durchgepustet und die Ölsteigleitung ausgetauscht, da meine einen Knick hatte.

Ich bin also zuversichtlich, dass ich nun bald auch mal wieder fahren kann! Danke für eure Hilfe, ich hab viel gelernt.

Gruß Johannes

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