Neue programmierbare CDI. Tests, Erfahrungen..

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langer
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Re: Neue programmierbare CDI. Tests, Erfahrungen..

Beitrag von langer »

Erstmal paar Bilder.

Bissi schwierig zu erklären. Es bräuchte noch mehr Text. Drum erstmal nur diesen einen Teil.

Man achte auf das gelbe Signal oben (es ist das Signal des OT-Geber am Eingang der CDI), auf die "Reinheit" der "Linie" (des Signal)
ab dem Triggerzeitpunkt, dem Zündzeitpunkt (der kurze hohe Impuls blau) und danach während dem Ladevorgang (das nach kurzer Pause länger folgende Ereignis blau).
Drehzahl ca. 1000 upm

Original CDI
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oriCDI-dlorenz-60Hz-3Vpp-03.png
oriCDI-dlorenz-60Hz-3Vpp-03.png (38.19 KiB) 330 mal betrachtet
Die (über amazon) CDI
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green-50Hz-17Vpp.png
green-50Hz-17Vpp.png (38.71 KiB) 330 mal betrachtet
Die besagte CDI
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dlorenz-60Hz-3Vpp-03.png
dlorenz-60Hz-3Vpp-03.png (48.18 KiB) 330 mal betrachtet
Und hier ein Ausschnitt des Vorgang bei ca. 2500 upm (ein Ausschnitt der zwei Vorgänge auf der Zeitachse zeigt da die zeitliche Abfolge bei 2500 upm schneller vonstatten geht).
.
CDIS-Triggergrenze.jpg
CDIS-Triggergrenze.jpg (86.91 KiB) 330 mal betrachtet
Die rote waagerechte Linie befindet sich an dem Punkt (Spannung) an der eine Triggerung erfolgen würde.
Da der Signalpegel mit zunehmender Drehzahl ansteigt (Prinzipbedingt bei einem induktiven Geber), werden die "Zacken" auch nach unten grösser
und da diese bei 2500 upm (Bild) schon "fast" den Triggerpunkt erreichen, erreichen sie ihn bei knapp 2900 upm (die Drehzahl ab der der Drehzahlmesser in die Höhe schnellt) tatsächlich.

Das hat zur Folge, dass die CDI bei jeder dieser "Spitzen" die nach dem eigentlichen Zündzeitpunkt auftreten erneut zündet.
Dem Motor ist das egal, solange auch die tatsächlichen Zündzeitpunkte weiterhin noch bedient werden.
Der Drehzahlmesser interpretiert dies freilich als eine viel höhere Drehzahl (den interessieren nur die Anzahl der Zündpulse pro Zeit).

Ab ca. 4000 upm werden die Zündzeitpunkte (die zusätzlichen zwischen den eigentlichen) so häufig (die zweite Störgruppe weiter rechts erreicht dann ebenfalls den Triggerpunkt),
dass das Netzteil in den dann zu kurzen Pausen nicht mehr genügend Zeit hat den Kondensator aufzuladen (es entspräche immerhin mehreren zehntausend Umdrehungen).
Die Folge ist ein Zusammenbruch der Spannung (Leistung) zur Zündspule. (Das natürlich dann auch an den tatsächlichen Zündzeitpunkten). Die Aussetzer des Motor beginnen.

Das ist jetzt sehr vereinfacht erklärt.

Der Grund weshalb dies bei besagter CDI passiert und bei der Originalen sowie der über amazon überhaupt nicht relevant wird
liegt am Design der Schaltung (der Dämpfung) ihres OT Eingang. (Erklärung auf Wunsch).
Grüsse langer 8-)
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Re: Neue programmierbare CDI. Tests, Erfahrungen..

Beitrag von langer »

Ich kann den Gesamtpegel des OT Signal soweit reduzieren (mit Spannungsteiler runterziehen)
bis die Störspitzen nicht mehr einen Triggerpegel erreichen können.

Allerdings muss der Pegel sehr stark gedämpft werden, sodass dies auch bei hoher Drehzahl (steigende Spannung) noch nicht eintritt.
Da man aber nur den gesamten Pegel absenken kann (und nicht nur den Störpegel alleine) hat das zur folge, dass der Abstand zum Nutzpegel immer kleiner wird.

Es muss aber noch garantiert sein das der Abstand in allen Situationen eindeutig genug bleibt um sicher triggern zu können.
Man kann auch nicht bis ganz knapp vor die Schaltschwellen gehen, da schon die Spannung
(und eigen-Dämpfung, rein ohmisch wie auch die Impedanz) des OT Geber temperaturabhängig sind.
(Kalt ist der Innenwiderstand der Wicklung (erhebliche CU Drahtlänge) deutlich niedriger als warm).

Diese Vorgehensweise gefällt mir nicht.

Viel besser wäre diese Notwendigkeit würde erst gar nicht bestehen, wenn der Signalpegel des OT Eingang erst gar nicht mit einem solchen Störpegel behaftet würde.
Eine originale CDI ist an ihrem Schaltnetzteil unkritischer für Störungen dieser Art da dort alles „langsamer“ vor sich geht
(Taktung ist langsamer, Schaltgeschwindigkeiten mit Bipol Transistoren sind gegenüber modernen Schaltnetzteilen mit FET/IGBT viel langsamer).

Dass es aber auch mit modernen schnellen Schaltnetzteilen „geht“ zeigt die neue chinesische CDI.
Die macht das alles ohne jegliche Störung. Und die ist deswegen nicht teurer.

Da muss ich sagen, zeigt sich, das die Chinesen schon sehr viel knowhow haben.
Grüsse langer 8-)
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kc85
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Re: Neue programmierbare CDI. Tests, Erfahrungen..

Beitrag von kc85 »

Ist die CDI von Amazon die für 55€?

Die wäre dann ja, nach deinen Tests, eine echte Empfehlung. Man müsste ggf. dann nur die Ständerüberwachung anders lösen.

kc85
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Re: Neue programmierbare CDI. Tests, Erfahrungen..

Beitrag von langer »

Ja das ist sie.
Wollte nur nicht den link direkt offen hier rein setzen.
Nicht weil ich mich das nicht getraut hätte, eher aus Grundsätzlicher Überlegung von wegen du hast die Empfehlung gegeben oder Werbung...
Aus ähnlichen Gründen (wäre, selbst wenn es "nur mich betreffen würde" im Moment ja eher negativ) auch nicht die Daten der Problem CDI.

Wer es nicht eilig hat, bekommt diese auch direkt aus China für im Moment ca. 16-22€
Zuletzt geändert von langer am Do 9. Sep 2021, 15:15, insgesamt 1-mal geändert.
Grüsse langer 8-)
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Re: Neue programmierbare CDI. Tests, Erfahrungen..

Beitrag von langer »

kc85 hat geschrieben: Do 9. Sep 2021, 14:29 ...Man müsste ggf. dann nur die Ständerüberwachung anders lösen...
Ja. Das wäre aber sehr einfach zu machen.
Die Änderung ermöglicht dann zukünftig auch jede CDI mit der Funktionalität einer Seitenständer/Neutral-Abschaltung verwenden zu können.
Egal ob es eine CDI mit oder ohne Seintenständerdings ist, egal auch eine originale mit oder ohne oder jede andere CDI.
Grüsse langer 8-)
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Re: Neue programmierbare CDI. Tests, Erfahrungen..

Beitrag von kc85 »

Wie würdest du die Abschaltung denn lösen?

Das ganze sollte möglichst simpel und vor allem robust (sprich ausfallsicher) gestaltet werden. Da hast du sicher am ehesten den Überblick, wie man das sauber (und ohne übermäßigen Eingriff in die originale Elektrik) realisieren könnte.

Vielleicht kannst du da ja eine Möglickeit skizzieren.

kc85
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Re: Neue programmierbare CDI. Tests, Erfahrungen..

Beitrag von langer »

Es gäbe drei Möglichkeiten, die sich im Aufwand kaum unterscheiden.

Alle drei erfordern ein Relais (Kleinsignalrelais waschdicht), Diode (2), Elko (1) und einige wenige Änderungen an den Adern zur CDI
(kann man leicht zugänglich ganz oben machen auf dem Weg zu den CDI Steckern, die freien letzten ca. 10 cm).
Ein auftrennen von grün/weiss (die Leitung zur Sicherheitskette) und grün, Brücken von grün/weiss (zur CDI hin) mit grün (zur CDI hin).
Eine neue eigene Masseleitung (am besten vom Geweihträger der Armaturen) für das Relais.
Eine Plusleitung (kann man von der Plus Zuführung zur CDI, schwarz/weiss abnehmen) für das Relais.

Variante 1.
Die neu gesetzte Brücke an der CDI (zur CDI hin) (grün/weiss zu weiss) wird zukünftig vom Relais (dessen Schliesser/Arbeitskontakt) zu Masse geschaltet.
Die Relaiswicklung bekommt einmal Plus (abgezweigt von schwarz/weiss zur CDI)
und die andere Seite der Wicklung geht an das abgetrennte alte grün/weiss (Richtung Sicherheitskette).

Die Diode kommt (Anode zu Plus, Kathode zur Wicklung) in die Plus Zuleitung zur Relaiswicklung,
der Elko (Polungsrichtig) parallel zur Wicklung, die 2. Diode antiparallel zur Wicklung.

Die anderen zwei Varianten nachher.
Zuletzt geändert von langer am Do 9. Sep 2021, 21:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neue programmierbare CDI. Tests, Erfahrungen..

Beitrag von langer »

Variante 1 kurz gekritzelt.
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CDI ohne Ssa.jpg
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Re: Neue programmierbare CDI. Tests, Erfahrungen..

Beitrag von Capri 28 »

Hallo Langer! Wie ich sehe, hast du dich an die CDI's dran gemacht. Gibt es eine einfache Empfehlung was man Kaufen sollte wenns soweit ist? Stimmt es; dass die alten CDI's auf den alten Sprit ausgelegt sind mit wenig Oktan? Gruß. Capri28
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Re: Neue programmierbare CDI. Tests, Erfahrungen..

Beitrag von langer »

Ja die ori CDI Zündzeitzeitpunkte sind für sehr schlechten Sprit ausgelegt. Für noch weit schlechteren als es dem damaligen 91 Roz entsprach, als es das hier noch gab.
Da wollte man damals wohl ganz sicher gehen, dass es auch mit dem Sprit in hintersten Timbuktu keine Probleme gibt.

Mit Empfehlungen sollte man vorsichtig sein. ;)

Bin auch noch lange nicht fertig alles gemessen zu haben. Komplette Zündkurve, auch oberhalb 4000 upm aufnehmen fehlt auch noch.
Die zuletzt erworbene ist, wie es ausschaut, in den wichtigsten Bereichen (die habe ich gemessen) für die Domi geeignet.
Sozusagen (ohne Gewähr) scheint mir also die über amazon CDI (siehe Messungen) und auch von der Quali Gehäuse, Verguss, Buchsen usw. wirklich nicht schlecht zu sein.
Grüsse langer 8-)
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