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Noch so'n seltsames Gezicke

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Nandemoya
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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von Nandemoya » Sa 17. Okt 2020, 19:37

Ich wünsche mir eigentlich ein Motorrad wie meinen Opel Vectra (oder wie ein Opel Vectra mit Heckantrieb ;-)
Ne viertel Million Kilometer, die erste Kupplung, das zweite Benzinpumpenrelais und als der Kühler kaputt ging, habe ich nebenbei noch die Kopfdichtung gemacht, um dabei gleich die Schaftdichtungen und den Zahnriemen mit Wasserpumpe zu wechseln. Wartung und Reparaturen sind einfach (außer den geklebten Scheiben und dem Heizungskühler, der auch schon defekt war) und günstig, auf der Autobahn ist er schnell, fährt angenehm flott, Feldwege gehen auch ganz gut und er findet seine Parkplätze von selbst.

Die Antwort auf diese Wünsche war: Honda Transalp
Leider stimmt das mit der Reparaturfreundlichkeit überhaupt nicht, denn die Transe ist verbaut wie blöde.

Fast genauso kräftig, aber deutlich leichter und viel besser zu beschrauben: die Honda DOMINATOR
Jetzt brauche ich nur noch die Zuverlässigkeit des Opel Vectra!

Vergaser #2 lag noch hier im Keller, meine #1 ist bei der Domi meiner Freundin, deren Vergaser (die #3) bei mir eingebaut war. Den Vergaser habe ich heute wieder zerlegt und gereinigt (war eigentlich nicht nötig) und die Teile genau betrachtet.

Auffälligkeiten: Bei der Leerlaufdüse war beim Keyster eine 38 (?), die Originale war 48 wie die alte meines Vergasers auch - das ist enorm!!! Habe keine Düsenlehre um das zu kontrollieren. Bin jetzt auf die 48er gegangen, die Originale konnte ich nicht mehr säubern. Die Nadeldüse des Keyster saß recht locker, während die frühere etwas mehr klemmte. Da auch die früher benutzte Nadel tadellos aussah, habe ich auch das wieder eingebaut.Der Vergaser ist in einem tadellosen Zustand! Um 17:00 Uhr alles Werkzeug in den Hof geräumt und den Vergaser gewechselt. Diesmal Probleme mit herausrutschendem neuem O-Ring am Isolator gehabt (nerv). Mühle will nicht anspringen, keine einzige Zündung hörbar. Wegen O-Ring-Problem mal mit Bremsenreinigernebel gestartet - nichts. Batterie leer georgelt, es ist dunkel, Feierabend.

Da ich immer viel Vertrauen in meine Reparaturen habe, baue ich immer alles zusammen bevor ich ausprobiere (auf diese Art bin ich vorsichtiger beim Schrauben). Das Vertrauen - bilde ich mir ein - wird von den Fahrzeugen auch anerkannt und sie mucken nicht nach der Reparatur. hihi. Die Dominator...

Morgen werde ich den Luftfilterkasten mit Bremsenreiniger fluten und sehen, ob sie kommt. Außerdem den geliehenen Vergaser wieder ins ursprüngliche Moped einbauen und meine #1 holen. Den Versager werde ich dann irgendwann auch noch mal genau ansehen und mit Leidenschaft bearbeiten und danach einbauen. Wenn's nicht hilft, gebe ich das Schrauben auf (wahrscheinlich nicht) und suche einen zweibeinigen Vectra. Wenn ich nur schrauben statt fahren wollte, hätte ich mir eine alte Harley geholt. Bin ich frustriert heute! Und das nach einer Woche Spätschicht zu Coronazeiten. Hust... :-)

@Steffen
Ich werde Dich mal aufsuchen, wenn sie wieder läuft und Corona vorbei ist, in zwei, drei, zehn Jahren ;-)

Prost! Vielen Dank für die ganze Unterstützung von Euch!!!
Wenn ich nach Vorgabe arbeite, müsste ich Beschwerde gegen mich einlegen.
Wenn ich nach Vorliebe lebe, versuche ich, nicht dabei erwischt zu werden :lol:

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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von steffen » Sa 17. Okt 2020, 20:03

Nandemoya hat geschrieben:
Sa 17. Okt 2020, 19:37
@Steffen
Ich werde Dich mal aufsuchen, wenn sie wieder läuft und Corona vorbei ist, in zwei, drei, zehn Jahren ;-)
Gerne. Aber lass Dich bis dahin nicht unterkriegen!

Was für 'nen Vectra hast Du? Baujahr?
Und wie lange fährst Du den schon? Ich denke das dürfte der entscheidende Unterschied sein. Den Vectra hast Du bestimmt schon sehr lange und kennst daher auch dessen Macken, bzw. weißt Du welche Reparaturen als nächstes anstehen könnten. Die Domi hast Du Dir erst gekauft und musst Dich erstmal zurecht finden und möglicherweise auch Schäden/Macken reparieren, die die Vorbesitzer vermurkst haben.
Ich besitze meine Domi mittlerweile seit über 25 Jahren. Früher habe ich fast nix an ihr selber gemacht, mittlerweile aber immer mehr. Letztes Jahr hatte ich sie ziemlich zerlegt, um diverse Schwachstellen und Macken zu beseitigen, die sie im Laufe der Jahre bekommen hatte. Und ja, sie läuft eigentlich ziemlich gut. Vor allem springt sie viel besser an, als früher. Nur vom Vergaser und von den Motorinnereien habe ich die Finger gelassen und Hilfe hier aus dem Forum erhalten und angenommen.

Gruß,
Steffen

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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von dieCobra » Sa 17. Okt 2020, 21:25

Nandemoya hat geschrieben:
Sa 17. Okt 2020, 19:37
I. Den Vergaser habe ich heute wieder zerlegt und gereinigt (war eigentlich nicht nötig) und die Teile genau betrachtet.

Auffälligkeiten: Bei der Leerlaufdüse war beim Keyster eine 38 (?), die Originale war 48 wie die alte meines Vergasers auch - das ist enorm!!! Habe keine Düsenlehre um das zu kontrollieren. Bin jetzt auf die 48er gegangen, die Originale konnte ich nicht mehr säubern. Die Nadeldüse des Keyster saß recht locker, während die frühere etwas mehr klemmte. Da auch die früher benutzte Nadel tadellos aussah, habe ich auch das wieder eingebaut.Der Vergaser ist in einem tadellosen Zustand! Um 17:00 Uhr alles Werkzeug in den Hof geräumt und den Vergaser gewechselt. Diesmal Probleme mit herausrutschendem neuem O-Ring am Isolator gehabt (nerv). Mühle will nicht anspringen, keine einzige Zündung hörbar. Wegen O-Ring-Problem mal mit Bremsenreinigernebel gestartet - nichts. Batterie leer georgelt, es ist dunkel, Feierabend.


Manche habe sehr viel Selbstvertrauen.
Warum konntest Du die Originale nicht mehr säubern?

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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von Nandemoya » Sa 17. Okt 2020, 22:23

Die Original-Honda-LL-Düse war dicht und durch nichts vom Dreck zu befreien. Ultraschall hat nichts gebracht und zum durchstoßen ist das Loch für mein Werkzeug zu klein. Die seitlichen Löcher sind dagegen riesig. Die seitlichen Löcher der Leerlaufdüse 38 sind auch deutlich kleiner als die der 48er. Blöderweise geht gerade halt gar nichts.
Ich mache noch ein paar Versuche, aber irgendwie glaube ich nicht so recht an ein Vergaserproblem. 1984 habe ich schon Vergaser zerlegt, neu gebüchst und wieder zusammengebaut und dieser heute ist echt gut, die Grundeinstellung stimmt und nichts geht. Würde ich den Geliehenen wieder einbauen ginge vielleicht wieder was gut/halbgut/sehr gut/gar nicht. Irgendwie verrenne ich mich hier, kann aber wenigstens bei der Domi Vergaser blind ausbauen und praktisch ohne Fluchen wieder einbauen. Wenn die andere Domi morgen mit ihrem Vergaser wieder gut geht, baue ich dieses Jahr das letzte mal so ein Teil um :-)

"Lose Ventilsitze" hat noch einer geschrieben. Wenn ich darüber nachdenke, fallen mir zwei Möglichkeiten dazu ein.
1. Ventilsitz lose, Ventilsitz wieder fest
2. Ventilsitz lose, hämmert immer wieder mehr oder weniger gerade gegen den Kopf, Kopf gibt nach, Ventilspiel verkleinert sich, ODER klemmt schräg, keine Kompression und viel zu viel Ventilspiel.

Wenn 2. der Fall wäre, würde das nicht tausende Kilometer dauern, bis das Ventilspiel weg oder das Ventil wegen schiefem Sitz krumm wäre. Kompression würde dramatisch nachlassen und die Leistung damit auch. 2. kann bei mir eigentlich nicht der Fall sein.

"Fehlerhafte AutoDekompression macht das Starten fast unmöglich" (www.rolf-grauer.de).
Dann wäre meine mit dem geliehenen Vergaser nicht so gut oder recht gut gelaufen, oder gibt es da Varianten?
Und sie springt ja auch fast immer irgendwie an, manchmal besser, manchmal schlechter.

Da ich auch deutlich mehr Vibrationen habe und verschiedene Leutz hier auch schon andeuteten, dass die "Überholung" vielleicht eine Verhunzung war... ich suche dann eine 88er, Adieu AU.
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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von Nandemoya » Sa 17. Okt 2020, 22:31

Also, der Zylinderkopf ist von EGU gegen einen überholten getauscht worden, Zylinder und Kolben kamen als Gebrauchtteile von bike-teile.de. Das Motor-Gehäuse wurde nicht geöffnet.
Mir kam gerade der Gedanke - etwas was eigentlich NIE vorkommt - ... ... wenn jemand etwas schnodderig arbeitet oder die Garagenlampe ausgefallen ist und man im Dunkeln schafft, und der Kolben falsch herum eingesetzt wurde... läuft die Mühle dann noch? Wie? Stärkere Vibrationen?

?????
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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von Nandemoya » Sa 17. Okt 2020, 22:34

Die müsste in der Tat noch laufen, aber wie???

Frau/Herr/Diverse DOMINATOREN,

wenn wir das Thema durchhaben, habe ich noch Fragen zu Luftströmung und Helmen. Da habe ich nicht die geringste Ahnung davon! O.K.?
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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von Nandemoya » Sa 17. Okt 2020, 22:43

Habe eben gelesen, dass sich die Desachsierung des Kolbens bei 180°-Drehung anhören würde wie ein Kolbenschaden. Ganz so schlimm finde ich das Geräusch nicht, aber bei der Domi handelt es sich vielleicht auch nicht um einen großen Versatz, habe kein Maß gefunden. Der Kolben schein aber mit "in" auf einer Seite markiert zu sein.

... bei Scootern verringert die Desachsierung das Klappern des Kolbens, das hört sich schon irgendwie nach einer Möglichkeit an. Die Domi hat vermutlich eine Desachsierung von weniger als einem Milimeter, ich schätze mal 0,7mm. Wenn man den Kolben umdreht ergeben sich 1,4mm Fehler geschätzt, und das ist richtig viel!

Sieht so aus als bräuchte ich ein Zweitmotorrad, um mal in Ruhe den Kopf runter zu nehmen.
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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von Tolek » Sa 17. Okt 2020, 22:45

Das mit dem lockeren Ventilsitz ist tatsächlich keine immer gleichbleibende Situation .Je nach Temperatur und Drehzahl und mittlerweile verschleißbedingdes Spiel .Bis er dann irgendwann platzt , so wie bei mir :shock: Sehr auffällig war im Leerlauf unerwartetes absacken der Drehzahl und wieder Fangen , manchmal ausgehen .Helles einseitiges tickern beim Kaltstart , leiser werden beim heißer werden.
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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von Nandemoya » Sa 17. Okt 2020, 23:52

Salut Tolek,

Deine Beschreibung passt ja schon. Das "helle" und "einseitige" Tickern, da habe ich jetzt nichts was ich so beschreiben würde, eher rasselig. Ein Freund von mir meinte letzt abwertend, ob ich eine alte Baumaschine auf dem Hof geparkt hätte :-(
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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von Tolek » So 18. Okt 2020, 12:34

Wenn die Mühle so laut malt würde ich sie halt auseinander nehmen , auf Dauer iss das eh nix.
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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von dieCobra » So 18. Okt 2020, 13:17

Nandemoya hat geschrieben:
Sa 17. Okt 2020, 22:23
Die Original-Honda-LL-Düse war dicht und durch nichts vom Dreck zu befreien. Ultraschall hat nichts gebracht und zum durchstoßen ist das Loch für mein Werkzeug zu klein. Die seitlichen Löcher sind dagegen riesig. Die seitlichen Löcher der Leerlaufdüse 38 sind auch deutlich kleiner als die der 48er. Blöderweise geht gerade halt gar nichts.
Wenn Ultraschall bei der LLD nichts gebracht hat, wie sieht es denn in den kleinen Kanälen des Vergasers dann aus?
Nandemoya hat geschrieben:
Sa 17. Okt 2020, 22:23

"Fehlerhafte AutoDekompression macht das Starten fast unmöglich" (www.rolf-grauer.de).
An einem Motor habe ich gar keine Autodeko und der Motor springt hervorragend an.
Natürlich nach überholen den Vergasers und korrektem Einstellen der Ventile.

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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von Nandemoya » So 18. Okt 2020, 13:38

@ die Cobra
Seltsamerweise ist der Vergaser mit dieser zugewachsenen LL-Düse tatsächlich in einem prima Zustand. Da pfeift die Luft durch alle Löcher :D

Ein Domi-Motor ohne AutoDekompression? Klingt vernünftig.
Die AutoDeko ist zwar schon irgendwie genial konstruiert, aber wohl hauptsächlich zum Ankicken sinnvoll, denke ich. Leider habe ich gar keine Erfahrungen beim Ankicken von Motorrädern über 250ccm Hubraum. Aber wenn mal eine 88er kommt, werde ich kicken, sage ich Euch!



Was soll ich sagen?
Nach einem guten Frühstück (interessiert bestimmt jeden) habe ich mit frischer Batterie und einer Dose Bremsenreiniger Startversuche gemacht. Außer gelegentlich mal einem "Patsch" tat sich nicht viel. Verschiedene Kabel nochmal gecheckt, Benzinhahn sicherheitshalber auf Reserve gestellt, weiterhin kein Erfolg. Ich musste die Batterie dann nochmal eine halbe Stunde ans Ladegerät hängen, danach noch einige erfolglose Versuche. Ich dachte gerade daran zusammenzupacken, dann doch noch zwei Versuche mit letzter Batteriekraft und... die Mühle läuft. Nach einer Minute ca. den Choke raus, Drehzahl angepasst (war etwas zu niedrig) und tuckern lassen. Nach ein paar Minuten etwas Choke gegeben und gemerkt, dass sie das nicht mehr will. Sie nahm bereitwillig Gas an und ging wieder normal zurück in den Leerlauf, der leicht unrund ist (mit dem Grobgerät der Domi so ca. zwischen 1300 und gut 1400). Habe Sie dann das Öl auf über 40 Grad warmtuckern lassen und bin dann auf den Parkplatz gefahren. Auch nach dem Zusammenbau springt sie wieder gut an, läuft gut, alles gut.
Das Geräusch ist eher so ein Schleifen, vermischt vielleicht mit etwas Steuerkette und losen Teilen :lol:

Ich nehme mir mal den langen CO-Schraubendreher auf die nächste Probefahrt mit und höre sie dann mal genauer ab, falls sie dann noch Leerlauf hat. Vielleicht kann ich die Vibrationen dann auch genauer zuordnen, wenn sie nicht mehr so ruppig ungleichmäßig läuft - Ihr hört die Hoffnung aus mir sprechen? :)

So, die Leih-Domi bekommt wieder ihre Teile, gefahren wird leider erst später :-(
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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von Nandemoya » Do 22. Okt 2020, 22:13

Nächste Episode ;-) für die Gelangweilten.

Heute
Ohne
NX
Dominator
Abgefahren

ist wohl die Abkürzung für meine Kleine :-)
Vorgestern wollte ich zur Arbeit fahren, habe die Bakterie leergejuckelt, aber nicht mal ein Patschen.
Batterie geladen
Gestern nach der Arbeit ein Startversuch. Batterie leergejuckelt, aber nicht mal ein Patschen
Batterie geladen
Luftfiltergehäuse geöffnet und mit Bremsenreiniger eingenebelt.
Batterie bei vielen Versuchen fast leer gejuckelt, kein Patschen. War ziemlich überzeugt von einem anderen Fehler, da NICHTS abbrannte.
Kurz vor Batterie-Exit ein Patschen, mehr Patschen, Mühle läuft. Nach ein/zwei Minuten Choke rein, nach ca. 4-5 Minuten verträgt sie keinen Choke mehr (keinen Milimeter). Leerlauf stabil. Ich lasse sie auf ca. 30Grad Öltemperatur kommen und stelle sie ab. Kaffee, umziehen, Probefahrt. Mühle springt gut an, fährt gut und hat einen BOMBENFESTEN LEERLAUF! Nach 70km Probefahrt kann ich es mir nicht verknusen den Leerlauf weiter auszuprobieren. Sie läuft absolut stabil und ich kann seit langem mal wieder langsames Wenden und langsames Fahren, auch im Stehen üben, perfekter Leerlauf, aber...

Unruhiges Laufen von ca. 2.500 - 3.500 1/min, aber außer beim Anfahren und Anhalten nicht sehr störend.

Keine "Aussetzer spürbar, aber ziemlich ruppiges Verhalten beim Beschleunigen und Abbremsen im niedrigen Drehzahlbereich.
Wenn man beispielsweise an einer Ampel steht und links abbiegen will, die Straße etwas breiter ist, dann schaltet man schon in der Kurve. Wenn man dann beschleunigt rupft sie richtig an der Kette, was unangenehm ist, vor allem auf staubiger Straße. Ebenso ist es umgekehrt, dass sie sich teils anfühlt, als hätte man den Hahn zugemacht (Leerlauf ist super stabil).

Beim Stehend langsam (über Leerlauf) fahren muss man sich wirklich gut am Bike fixieren, denn das Ruckeln ist dann ziemlich heftig.

Klingt bei hohen Drehzahlen nicht wirklich gesund, ich vermutete zu mager. Zudrücken des Choke mag sie aber da auch nicht, auch nicht ganz wenig. Zu fett? Muss mir mal die Kerze nach einer Fahrt anschauen.



Insgesamt könnte man sagen, dass man damit leben könnte und sich nur mit Feinabstimmung beschäftigen muss. Morgen nach der Arbeit versuche ich wieder einen Start. Bin gespannt, ob sie anspringt.

Für ein Vergaserproblem spricht, dass sie jetzt gerade keine Aussetzer mehr hat, aber das hat sie mit Vergaser #3 einen Tag lang auch nicht gemacht
Gegen den Vergaser spricht, dass sie in allen Bereichen erträglich läuft, im Leerlauf nun sehr, sehr gut, aber Ewigkeiten nicht anspringt, auch nicht mit Bremsenreiniger.

Bin gespannt auf den morgigen Versuch.

Gute Nacht!
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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von Andreas_NRW » Do 22. Okt 2020, 23:35

Kleiner Hinweis zum „Leerjuckeln“ der Batterie:
Der Anlasser dreht noch schwungvoll wenn es der CDI schon nicht mehr reicht.
Nicht lange orgeln, ein Zündfunke ist meißtens nur bei den ersten Umdrehungen da.
Nur kurzen Startversuch, dann Anlasserknopf loslassen, bis 2 Zählen und dann ein neuer Versuch.

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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von Nandemoya » Fr 23. Okt 2020, 22:18

Vielen Dank Andreas_NRW!

Ich lasse den Anlasser nie lange laufen, dazu ist mir dieser "Scheibenwischermotor" zu wichtig :-)

Findest Du es nicht auch verwunderlich, das wenn sie überhaupt anspringt, das erst in den letzten Atemzügen der Batterie passiert? Da dürfte die CDI ja während des Startens schon deutlich unterversorgt sein. Ich nehme daher an, dass diese CDIs selbst keine 12V brauchen.

Heute ist sie natürlich nicht angesprungen. Möglicherweise würde es wieder funktionieren, wenn ich Bremsenreiniger nehme, möglicherweise ist das aber auch ein Zufall. Möglicherweise wird sie (aber warum?) bereits beim ersten Versuch so nass mit Sprit (sie riecht deutlich nach Sprit aus dem Auspuff), dass sie nicht mehr zündet und nur durch den schnell verdunsteten Bremsenreiniger nach einigen Startversuchen damit anspringt. Nachdem sie "gekommen" ist, läuft sie ja auch durch. Also werde ich die nächsten Tage doch den Vergaser #1 erneut inspizieren, einbauen und vom Verhalten vergleichen.
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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von Andreas_NRW » Fr 23. Okt 2020, 23:22

Was „sagt“ denn die Zündkerze wenn der Motor nicht starten will?
Dauerhaft Zündfunke?

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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von dieCobra » Sa 24. Okt 2020, 00:01

Nandemoya hat geschrieben:
Fr 23. Okt 2020, 22:18

Heute ist sie natürlich nicht angesprungen. Möglicherweise würde es wieder funktionieren, wenn ich Bremsenreiniger nehme, möglicherweise ist das aber auch ein Zufall. Möglicherweise wird sie (aber warum?) bereits beim ersten Versuch so nass mit Sprit (sie riecht deutlich nach Sprit aus dem Auspuff), dass sie nicht mehr zündet und nur durch den schnell verdunsteten Bremsenreiniger nach einigen Startversuchen damit anspringt. Nachdem sie "gekommen" ist, läuft sie ja auch durch. Also werde ich die nächsten Tage doch den Vergaser #1 erneut inspizieren, einbauen und vom Verhalten vergleichen.
Sehr interessant über solche Symptome zu lesen.

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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von kc85 » Sa 24. Okt 2020, 00:40

Da packt mich echt das Mitleid, wenn ich sowas lese.

Die RD02 von meinem Bruder gibt sich auch echt zickig, was das Starten angeht. Wenn sie dann mal läuft, läuft sie aber wie ein Uhrwerk.

Dagegen meine RD08: Spätestens auf den 2. Drücker am Starter läuft die, egal wie lange sie rumstand.

ich drücke die Daumen, dass die Vergaser-Gremlins verjagt werden können.

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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von hanspumpel » Sa 24. Okt 2020, 09:03

Das klingt wieder ein wenig nach CDI. Hast Du mal eine andere versucht?
Oder die CDI Kabel richtig gut auf Wackelkontakt überprüft.
War bei mir auch so: Startet -> läuft -> ausgemacht -> startet nicht -> am Stecker gewackelt -> startet -> läuft.
Oder bei einer anderen Domi. Beim ersten Druck auf den Anlasser Zündfunke, beim zweiten nicht. Zündung aus / Zündung an, das gleiche Spiel. Lief sie einmal dann lief sie recht gut.
Wenn alles dicht ist und wenn Du ausreichend Kompression (gemessen?) hast und wenn die Ventile stimmen und wenn der Vergaser gut ist kann es es eigentlich nur an der Elektrik liegen.
Da vor allem die Sicherheitskette, Stecker rechts am Rahmen, CDI, Massenanschlüsse.
Liebe Grüße,
Gunnar

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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von Andreas_NRW » Sa 24. Okt 2020, 09:18

Nochmals die Frage....
Wenn sie nicht startet, schonmal versucht was passiert wenn man den Seitenständer einklappt?

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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von dieCobra » Sa 24. Okt 2020, 09:49

kc85 hat geschrieben:
Sa 24. Okt 2020, 00:40


ich drücke die Daumen, dass die Vergaser-Gremlins verjagt werden können.

kc85
Das geht ganz einfach in meinem stinkendem Vergaserbad.
Da hat so mache Domi das Zicken verlernt.

Grüße
Andi
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Perfektion ist dann erreicht, wenn nichts mehr hinzugefügt und nichts mehr weggelassen werden kann. >Tasai<

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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von Nandemoya » Sa 24. Okt 2020, 22:55

Ich danke Euch für Euren Zuspruch, Beileid, Tipps, Spenden ... hey, da ist ja gar nix auf meinem Spendenkonto!!! ;-)

Obwohl ich eigentlich nicht an ein Vergaserproblem glaube, die meisten Hinweise aber genau in diese Richtung gehen, habe ich heute meinen Vergaser #1 erneut gesäubert - unnötigerweise - und Altteile eingebaut!!! Also, damals in den Ardennen, also zu Zeiten meiner "Leere", in der ich mit viel Zuversicht und Frohsinn ein "e" gegen ein "h" tauschen konnte und gegen Ende immerhin ein "Leerh" daraus wurde, also damals haben wir von Käfern, Bullys, Kadetten und Rekorden die Vergaser geputzt und NIE eine Düse ersetzt, außer sie sollte größer sein als die vorige. Teilweise versagen diese Vergaser heute noch! Problematisch waren meist Drosselklappenwellen, Schwimmer und Schwimmernadelventile. Bei unseren Domis sind wohl die Düsennadel und die Nadeldüse, sowie das Schwimmernadelventil die größten Probleme. Ich habe also die alten Düsen des Domivergasers meiner Freundin eingebaut, aber die am besten erhaltene Düsennadel/Nadeldüsen-Kombination, und mir vorgenommen, die Düsen nicht mehr zu ersetzen. Punkt! :-)

Heute habe ich also den Vergaser #2 kurz links rausgeschubst und die #1 eingesetzt. Meiner Freundin habe ich meinen neuen Isolator vermacht und selbst ihren leicht rissigen übernommen, welchen ich später mal beiläufig wieder gegen einen Neuen tauschen werde. Batterie ist geladen und der Test kann beginnen.

Mühle startet nicht.
Den Seitenständer klappe ich mittlerweile bei meinen Startversuchen immer ein, obwohl ich ihn x-fach überprüft habe. Auch beim Fahren checke ich gelegentlich, ob durch leichtes Bewegen des Seitenständers Aussetzer vorkommen und ob Notaus wie gewünscht funktioniert. Bei der letzten Probefahrt ist sie auch mit ausgeklapptem Seitenständer immer wieder angegangen.

Die Zündkerze hatte ich ja neu eingesetzt, wie bereits früher erwähnt, trotzdem habe ich sie heute mal rausgedreht um zu sehen, ob sie nass ist, weil ja auch ein gewisses "Eau de Super" nicht zu überriechen war und Andreas_NRW auch wieder nachgefragt hat.
"Dauerhaft Zündfunke?" hat er gefragt und... nö, nicht wirklich. Obwohl die Kerze ein wunderbares Bild einer fast neuen (ziemlich genau 1.000 km) funktionierenden abgibt - rehbraun, trocken, geometrisch hervorragende Masseelektrode mit einer wie gewünscht distanzierten Schönheit von Mittelelektrode, umgeben von feinstem Isolator - funkt die irgendwie nicht richtig. Nicht lange rumgemacht, neue Kerze aus dem Keller geholt, ausnahmsweise eine Champion mit spitzer Mittelelektrode anstelle der Standard-NGK, Funken gecheckt (normal), eingesetzt, Stecker drauf, Zündung an, Choke gezogen, Startknopf gedrückt... keine Sekunde und sie läuft.

SIE LÄUFT direkt nach Kaltstart!!!! Allerdings mit diesmal extrem deutlichen Aussetzern. Ich lasse sie etwas wärmer werden, bis sie ohne Choke gut im Leerlauf läuft, nach kurzer Zeit ein Aussetzer, aus. Nächster Versuch, ich halte die Drehzahl ca. auf 2.500 1/min, nach kurzer Zeit ein Aussetzer, der Motor steht - bei über 2000 Umdrehungen vor dem Aussetzer!

Heute konnte ich nicht weitermachen. Morgen werde ich eine Probefahrt machen - leider nicht östlich von Heilbronn - und sehen wie sie sich warm verhält. Ich freue mich, morgen wieder auf dem Sattel und nicht zwischen Werkzeugkasten und Mühle zu sein. :-)

Wieder einmal vielen Dank an Euch!!! Dank Eurer Hilfe, Eurem Mitleid und Zuspruch fühlt man sich nicht alleingelassen! Danke!
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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von Nandemoya » So 1. Nov 2020, 17:59

Der aktuelle Stand nach dem Umbau letzte Woche:

Mühle läuft kalt (auch nach einer halben Stunde Pause nach Fahrtunterbrechung) einige Minuten recht gut, deutliche Aussetzer
Warm läuft sie bis ca. 4.000 Umdrehungen teils gut, teils ungut, teils schlecht, deutliche Aussetzer und zu oft Ausgehen beim Stehenbleiben.
Über 4.000 kein Problem spürbar.
Choke oder CO-Schraube hilft nicht. Mit Choke geht die Leistung runter, mit CO-Schraube keine spürbare Veränderung beim Anfetten. Weniger CO ergibt mehr Störungen im Leerlauf.
Springt immer sehr gut an, außer an roten Ampeln wenn viele Autos hinter mir warteten :-)
Leistung immer reichlich vorhanden.

Für ein Vergaserproblem spricht hier, dass sie mit Vergaser #1 ziemlich gut lief, bis auf die Aussetzer, und auch gut ansprang
Das schlechte Anspringen ist wohl durch die neue Kerze behoben, die Aussetzer habe ich bei allen Vergasern gehabt, auch bei dem Geliehenen.
Gegen ein Vergaserproblem spricht: das Leihmotorrad läuft mit dem Vergaser gut, und mein Motorrad geht mit keinem Vergaser ohne Aussetzer.
Luft über Ansaugstutzen oder die Wellen kann ausgeschlossen werden.
Eine überhitzte defekte Zündspule müsste auch über 4.000 Umdrehungen deutliche Probleme machen.
Die CDIs funktionieren beide (geliehene und eigene)
Seitenständerschalter und Run-Off funktionieren im Stand wie bei Fahrt wie gewünscht. Bei der Fahrt am Seitenständer etwas spielen schaltet nicht, erst wenn der Ständer weiter ausgeklappt ist.

Ich leihe mir demnächst eine Sonde, um den Kolben anzusehen. Er sollte ja eine IN-Markierung haben.
Was die Aussetzer betrifft, fällt mir gerade nicht mehr ein, als vielleicht die CDI direkt auf Masse zu legen.

Fortsetzung folgt
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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von Nandemoya » So 15. Nov 2020, 16:04

Habe mir letzte Woche wieder den Vergaser #2 eingesetzt (ist sauber :lol: ) und die Mühle erstmal nicht zum Laufen gekriegt. Autobatterie drangehängt - nix. Mit Bremsenreiniger durchs Luftfiltergehäuse in den Rüssel - nix. Weiter immer wieder Startversuche (1-2 Sekunden, dann kurze Pause). Schließlich, nach gefühlt 30 Startversuchen, läuft die Mühle. Kurze Zeit später ohne Choke, bombenfester Leerlauf. Mühle kann sich warmtuckern, ich habe keine Zeit damit zu fahren, weil Besuch kam und mir echte Menschen gerade sehr, sehr wichtig sind! :D

Gestern, also fast eine Woche später, erneute Startversuche ohne Erfolg, Autobatterie drangehängt, weitere Startversuche. Habe mir eine Sonde seitlich in den Luftfilterkasten gelegt, die im Schnorchel endet. Jetzt kann ich bei geschlossenem Luftfilterkasten Bremsenreiniger zuführen, der im Schnorchel vernebelt wird. Viele weitere Versuche mit Bremsenreiniger - nix. Dann weitere Versuche ohne Bremsenreiniger - nix. Ich will aber fahren, also weiter ohne zusätzliche Brennstoffe. Irgendwann, wie aus den Wolken gefallen, Mühle läuft, läuft nach 1 Minute ohne Choke, superstabiler Leerlauf. Nach wenigen Minuten schalte ich sie aus, gehe mir den Schweiß abwischen und ziehe mich fürs Fahren um.

Stadt, Landstraße, Autobahn, Langsamfahren, enge Kurven, Ampeln, wieder Landstraße, Autobahn, Stadt, Leerlauftuckern - alles bestens. Endlich mal wieder ein paar Kilometer (190km mit zwischendurch 3x kurzer Pause und erneutem Start) gefahren. Aussetzer waren keine mehr zu spüren, also scheint die neue NGK-Kerze das Symptom (mit-)verursacht zu haben. ggf mit Vergaser 1 in Kombination. die Vibrationen sind stark, aber entweder habe ich mich daran gewöhnt oder sie sind weniger stark wie früher.

Vor einer Stunde heute die ersten Startversuche des Tages: Nix

Jedesmal beim Einschalten der Zündung zuckt der Drehzahlmesser, allerdings auch, wenn der Notaus auf "Off" steht. Notausschalter funktioniert zum Ausschalten zuverlässig. CDI dürfte es bei der o.a. Beschreibung wohl auch nicht sein. Zündfunke ist immer da, Sprit wohl auch und gelegentlich auch Bremsenreiniger (der dann auch nichts bringt). Ventile wurden vor kurzem von mir eingestellt, unter Berücksichtigung der Beschreibung zur Autodekompression.


Fragen:
:?: Kann das noch mit dem Vergaser zusammenhängen??? Falls noch jemand für "Ja" stimmt: Warum???

Wenn die Autodekompression (damit habe ich Null Erfahrung) defekt wäre, könnte sich dieser Fehler einschleichen (ständig ohne Kompression), aber...
:?: Ist es dann möglich, dass nach dem Anspringen im weiteren Betrieb der Fehler nicht mehr vorkäme?
:?: Wäre es denkbar, dass der Fehler immer im eiskalten Zustand (über Nacht) auftritt, aber nicht nach 9h am selben Tag?
:?: Kann man die AutoDeko bei der Domi entfernen oder braucht man eine andere Nockenwelle dafür? Da einige dieser Motoren keine AutoDeko hatten sollten die Probleme dann nur bei der
Startkraft der Batterie liegen.

:?: :?: :?: Mache ich hier weiter, weil das ja immer noch irgendwie ein "Gezicke" ist? :D

Dank für Eure Mühe!!!
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Re: Noch so'n seltsames Gezicke

Beitrag von LC4_66 » So 15. Nov 2020, 18:11

Also ich tippe hier auf einen nicht vorhandenen Zündfunken. Denn mit Bremsenreiniger muß sich irgendwas tun, auch wenn der Motor noch so ausgelutscht währe. Wenn sie nicht anspringt, dirkt mal den Kerzenstecker abziehen und eine andere Kerze reinstecken, gegen Masse halten und mal schauen obs einen Zündfunken gibt. Auch wenn Du das schon probiert hast, hier hast Du ja wohl einen Fehler der nicht immer da ist.
Gruß

Hans-Jürgen

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