20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

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steffen
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20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von steffen » So 4. Jun 2017, 23:56

Übertragen aus dem alten Domi-Forum. Geschrieben am 20. Dezember 2014.

Im Leben ist es oft so: Erstes kommt es anders, und zweitens als man denkt. Wenn mir jemand im Dezember 1994 gesagt hätte, dass ich meine Honda, genau genommen meine schwarze NX 650 Dominator, die ich mir am 20.12.1994 gekauft habe, 20 Jahre später noch fahren würde, den hätte ich für vollkommen verrückt erklärt. Dabei sah es zwischenzeitlich auch tatsächlich nicht danach aus, als ob es so weit kommen würde. Daher habe ich mir erlaubt, dieses "Jubiläum" für einen ganz persönlichen Rückblick zum Anlass zu nehmen, den ich mit Euch teilen möchte.

Teil 1: Die Jahre 1994 bis 1998

1994:
Ich war 19 und gondelte bis dato mit einer 84er XL 250R herum, als mein Geldbeutel nach harter Ferienjobarbeit endlich die nötige Basis aufzeigte, um mir meinen Traum zu erfüllen: Eine Honda Dominator. Ich fand schon damals dieses Modell endgeil. Insbesondere fand ich die aktuelle Version mit dem größeren Tank und den in die Verkleidung integrierten Blinkern total schön. Aber für ein quasi Neumodell reichte, auch nach dem Verkauf der XL, das Kleingeld dann doch nicht. Also hielt ich Ausschau nach einem frühen Modell. Auch diese waren auf dem Gebrauchtmarkt eher dünn gesäht. Ich hatte aber Glück. In Karlsruhe verkaufte einer eine schwarze mit etwa 24.500 km drauf. Laut Zulassung war sie knapp fünf Jahre alt. Die passte gerade noch so in mein Budget. Hingefahren, angeschaut, Probefahrt gemacht. Wow! Geil! Sie sah aus wie aus dem Ei gepellt. Der Besitzer nutzte sie hauptsächlich für längere Strecken. Für das Gekurve in der Stadt stand ihm noch eine Yamaha SR 500 zur Verfügung. Er wollte beide verscherbeln, um sich 'ne Harley zu kaufen. Naja, ok. Sein Erscheinungsbild sagte mir, dass er der Typ für 'ne Harley ist und weniger für 'ne Enduro.
Jetzt hatte ich nur ein kleines "Problem": Es war die allererste Domi, die ich mir angeschaut hatte. Ich brauchte unbedingt noch einen Vergleich, um das Angebot und den Allgemeinzustand würdigen und einschätzen zu können. Also suchte ich noch ein zweites Angebot heraus. Im Nordschwarzwald bei Calw verkaufte einer eine rote. Ein Jahr jünger mit der Hälfte an Kilometer für ca. 500 DM mehr. Also auch dort: Hingefahren, angeschaut, Probefahrt gemacht und... liegen geblieben. Verdammte Axt! Wieso geht die Kiste einfach aus? Offensichtlich war irgendwo die Spritleitung verstopft, denn der Tank war randvoll. Ich also nach einigem Geschiebe über den örtlichen Berg wieder bei dem Typen angekommen (war'n Jungspund. Gerade mal ein Jahr älter als ich und brauchte offensichtlich das Geld. Aber nicht von mir!). Ich hatte dies als "Böses Omen" betrachtet und vom Kauf Abstand genommen, auch wenn der Defekt mit Sicherheit nur eine Kleinigkeit gewesen war. Aber der Allgemeinzustand dieser roten Domi war gegenüber der schwarzen trotz weniger Laufleistung nicht so gut. Und in schwarz sah die Kiste meiner Meinung nach, einfach nochmal um Welten besser aus. :-)
Ich also dem Karlsruher zugesagt und die Woche darauf das Motorrad gekauft und abgeholt. Ein guter Freund war bei der Abholung noch dabei. Irgendwann während der Rückfahrt rief ich ihm beim Durchfahren eines Dorfes zu, er solle sich am Ortschild gut festhalten. Ich werde mal Vollgas geben. Bis dahin bin ich eher verhalten gefahren. Zum einen wegen meines Sozius und zum anderen wollte ich nicht unnötig auffallen, da die Domi zu dem Zeitpunkt ein paar PS zuviel für meinen (Stufen)Führerschein hatte. :-) Naja, ich war jung, manchmal etwas leichtsinnig und hatte mein Geld gut angelegt. ;-) Auf jeden Fall sind uns beiden ziemlich lange Arme gewachsen, als ich mal am Gasgriff zupfte. Wow! Was für ein Anzug aus Tempo 50 im dritten! Ich war begeistert. :-)
Am nächsten Tag dann (es müssen wohl bereits schon Weihnachtsferien gewesen sein) bin ich gleich zum freundlichen Honda-Händler zum Drosseln und daraufhin zur Zulassungsstelle gefahren, um sie auf mich zuzulassen. Ich war stolz wie Oskar, und mein Leben mit der Domi begann.

1995:
Der Winter 1994/1995 war recht mild soweit ich mich erinnern kann. Ich fuhr, wann immer es die Witterung zugelassen hatte, mit dem Motorrad die 15km zur Schule. Minusgrade waren kein Problem, es musste nur einigermaßen trocken bleiben.
Es wurde Frühjahr, und die erste Fotosession im heimischen Garten stand an.

April 1995:
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Zeitgenössisches Posen bzw. stolz das eigene Motorrad zeigen gehörte natürlich dazu: :-)
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Einen Monat später, im Mai 1995, fuhr ich mit meinem Cousin, seiner Schwester und ihren Freunden auf den Nürburgring zum Motorrad WM-Lauf. Damals waren das noch die Klassen 125, 250 und 500cm³. Kevin Schwantz fuhr zwar nicht mehr, auf den Tribünen tummelten sich aber nach wie vor viele seiner Fans.

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Was war das für ein geniales Wochenende, die vielen durchgeknallten Typen zu beobachten, die sich ihre Auspufftüten von den Mopeds runterschraubten und die Tachonadel volle Segel in den Begrenzer jagten. Der Sound war infernalisch. Nur vielen Zylinderkopfdichtungen war das ein bisschen zuviel Stress. Aber wer den Schaden hat...
Abends dann im Vorzelt des Wohnmobils gemeinsam gegessen und Quatsch gemacht bzw. vor'm Zelt mit dem Bier in der Hand am Lagerfeuer gesessen.
Zwei Übernachtungen später ging es wieder heimwärts:

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By the way: Die schwarze Lederjacke mit dem Honda-Flügel drauf habe ich immer noch, und... sie passt noch. :-)

An Pfingsten im gleichen Jahr ging es mit den gleichen Leuten an den Bodensee. Davon gibt es zwar auch Fotos, aber keins auf dem meine Domi abgebildet ist, und der Rest ist bedingt jugendfrei. ;-)

Ein Schnappschuss aus dem Sommer 1995 mit Teilen meiner jüngeren Verwandschaft.
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(Man beachte die "ABI 95"-Aufkleber an der Domi). :-)

1996:
Um Pfingsten herum fuhr ich für ein langes Wochenende nach Berlin. Zwei Kumpels von mir (einer davon war Berliner und auf Familienbesuch in seiner Heimat) waren zufällig zeitgleich in der Bundeswichtelhauptstadt. Also sattelte ich die Domi und fuhr ihnen nach. Ich kann mich daran erinnern, dass die A9 noch aus DDR-Plattenbauteilen bestand. Das war ein ewiges Gerumpel. Mehr als Tempo 100 fuhr niemand, außer ich. :-) Mit dem Fahrwerk der Domi war es ein leichtes Spiel, die Fahrbahnschäden zu kompensieren.
Das Wochenende bestand ansonsten eher aus Party und die Nächte Durchfeiern. Übernachten durfte ich freundlicherweise bei der Oma meines Kumpels, die in Weißensee lebte. Ich hatte Weißensee als kleines Dorf mitten in der Großstadt empfunden. Kleine Einfamilienhäuser an schmalen Straßen mit viel Grün drumherum. Das hat mir echt gefallen. :-)
Zurück fuhren mein Kumpel und ich gemeinsam wieder über die Autobahn. Ich mit der Domi volle Segel voraus, er mit seinem Golf hinterher. Immer nach 150km musste ich auf Reserve schalten. Die nächste Tankstelle wurde angesteuert, vollgetankt und danach wieder mit Vollgas auf die Bahn. Das ganze auf einer Strecke von 700km. Die Domi machte es mit. Im Laufe der Zeit lernte ich dazu und wiederholte eine solche Aktion kein zweites Mal.

Und dann, Ende August 1996, war es endlich soweit: Meine erste "große" Tour.
Ein Studienkollege und ich hatten zwischen Ende unserer Vorlesungen und dem Beginn der Ferienjobs ein paar Tage Zeit und wollten eine Mopedtour machen. Genau genommen hatten wir 4 Tage Zeit. Wir entschlossen uns, einfach mal nach Frankreich reinzufahren (war ja von uns nicht weit) und die grobe Richtung Süden einzuschlagen. Also fuhren wir drauflos, immer schön auf den flüssig zu fahrenden "Route National" Straßen. Von kleinen verwinkelten Seitenstraßen, die ja so viel mehr Spaß machten, wusste ich damals noch nichts. Aber immerhin, wir kamen gut voran und schafften 500km am Tag. Am zweiten Tag beschlossen wir, nachdem wir recht zügig in Grenoble angekommen waren, bis runter an die Mittelmeerküste zu fahren. Also bretterten wir die Route Napoléon runter nach Grasse. Ich hatte mir schon damals für den Küstenbereich inkl. Hinterland die 1:200.000er Michelin Karte besorgt. Nach wie vor eine meiner Lieblingslektüren. :-)
Dritter Tag: Hurra! Meer! :-)
Wir standen im dicksten Verkehrstau an der Strandpromenade, als meinem Mitfahrer an seiner etwas betagten Suzuki der Kupplungszug riss. Wir also die Mopeds auf den Gehweg geschoben. Breit genug ist er ja zum Glück, so dass wir niemanden bewusst behinderten. Er hatte sogar ein Bowdenzug-Reparaturset dabei, dummerweise allerdings keinen Seitenschneider, um den Bowdenzug entspr. kürzen zu können. Zu allem Unglück war es Sonntag. Auch in Frankreich haben die Werkstätten sonntags geschlossen. Also kurvte ich einigermaßen hoffnungslos durch Nizza auf der Suche nach jemandem, der mir den Bowdenzug abschneiden konnte. Ich fand einen Tankstellenpächter. Der jedoch hatte nicht wirklich viel Werkzeug zur Verfügung, und offensichtlich auch keine Ahnung wie er mir helfen konnte. Ihm fiel nichts besseres ein, als den gewickelten Zug mit einer Eisensäge(!) durchzusägen. Es kann sich mit Sicherheit jeder vorstellen, wie das Ende des Bowdenzugs danach ausgesehen hatte. :-) Egal. Immerhin gekürzt. Musste ihn mein Mitfahrer halt wieder zusammen und in den Nippel fummeln. Ich genoss in der Zwischenzeit das warme Wetter (in meinen schwarzen Lederklamotten) und relaxte neben der Domi.

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Als die Suzi wieder fit war fuhren wir weiter nach Monaco:

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Wir schlürften einen viel zu teuren Kaffee, schauten uns noch ein bisschen in Monaco um und fuhren anschließend wieder zurück in die Berge. Wir mussten heute noch dringend wieder die Rückreise antreten und waren bis dato noch nicht wirklich weit gekommen. Von Menton aus, wo die Suzi dann auch noch ein Massekabel mit viel Rauch abfackelte aber zum Glück weiterhin fahrbereit blieb, fuhren wir direkt ins Gebirge. Die gelben Straßen auf der Michelin-Karte sahen schon recht wurstig aus, aber dass sich die Fahrerei über die Pässe dort im Parc National du Mercantour so dermaßen ziehen würde... Wir wussten ja nicht was uns erwartet, da wir noch nie in der Gegend gewesen sind. Somit fuhren wir völlig unbedarft über die Crème de la Crème der frz. Pässe, wie Col de Turini, Col de la Bonette und Col du Galibier.
Zwischendurch habe ich ein paar Schnappschüsse vom Col du Galibier gemacht.

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Oben auf der Passhöhe hatten wir leichten Nieselregen. Ansonsten aber hatten wir, bis auf die letzten Kilometer zurück auf der deutschen Autobahn nur schönes Wetter.
Irgendwann hatte ich von der vielen Kurven- und Serpentinenfahrerei tatsächlich die Nase voll und sehnte mich nach einem Stückchen gerader Straße. Einen solchen Gedanken hatte ich seitdem kein zweites Mal mehr. ;-)

Wir schafften an diesem dritten Tag nur ca. 300km. Es war bereits dunkel, als wir bei Briancon einen Campingplatz fanden, der uns noch aufgenommen hatte und bei dem wir noch etwas warmes zum Abendessen bekommen haben. Im Scheinwerferlicht bauten wir unser Zelt auf und gingen anschließend in das dort ansässige Restaurant. Der Chef brachte uns ein einfaches, aber reichhaltiges typisch frz. Mehrgängemenü. Danach waren wir satt und platt und verschwanden in unserem Zelt.
Am nächsten Tag mussten wir dann die restlichen 730km abreißen. Das schafften wir tatsächlich, ohne in der Schweiz eine Vignette kaufen zu müssen. Aber dafür ließen wir es auf der Überlandstrecke hinter Lausanne auch ziemlich gut laufen. Es blieb zum Glück folgenlos, so dass ich irgendwann abends kurz nach Einbruch der Dunkelheit wieder zuhause angekommen bin.
Diese Tour war kurz, aber sehr intensiv. Und es was die erste überhaupt in die frz. Alpen. Wahrscheinlich deshalb blieb so vieles noch in meinem Kopf darüber hängen.

Ich nutzte in den 90er Jahren die Domi hauptsächlich als Alltagsfahrzeug. Meine Touren begrenzten sich auf Wochenendtrips zu Motorradtreffen anderer Motorradclubs. Mein Cousin und seine Schwester waren in einem solchen Club bei uns im Ort. Daher waren sie immer gut informiert wo welche Feten stiegen. Zu diesen Treffen existieren zwar keine Fotos, die ein oder andere Anekdote könnte ich trotzdem darüber berichten. Dies würde jedoch den Rahmen dieser Story komplett sprengen. ;-)
Für größere Urlaubstouren hatte ich damals zum einen noch nicht wirklich das Faible, und zum anderen fehlten mir die Leute dafür. Dies änderte sich erst im neuen Jahrtausend. Doch dazu später mehr.

1997:
In diesem Jahr passierte tourtechnisch nichts Außergewöhnliches. Jedoch hatte ich im Juni meinen ersten Sturz mit der Domi. Ich fuhr bei uns um die Ecke an eine Abzweigung ran. Ich wusste, dass ich keine Vorfahrt hatte und fuhr entsprechend langsam. Rechts an der Ecke war eine Mauer über die man nicht sehen konnte. Urplötzlich schoss ein Radfahrer von hinter der Mauer kommend auf dem Gehweg(!) an mir vorbei. Ich bremste instinktiv, jedoch war ich schon so langsam, so dass das ich überbremste, das Vorderrad blockierte und ich auf die rechte Seite stürzte. Einen Aufprall mit dem Radfahrer konnte ich vermeiden, aber genützt hatte zumindest mir dies in dem Moment nicht wirklich viel. Gleich nebenan war eine Autowerkstatt. Der Meister hatte wohl die Aktion mitbekommen und kam raus. Er half mir das Motorrad aufzuheben. Der Radfahrer, ein 18-jähriger Türke auf dem Weg zum Bahnhof, wollte schon weiterradeln, als ich ihn lautstark aufforderte, gefälligst hierzubleiben. Die Drohung mit Polizei half. Er wusste, dass er hier nicht mit dem Fahrrad auf dem Gehweg hätte fahren dürfen. Leider machten das an der Stelle aber viele Schüler, weil der Weg schnurstracks zum Bahnhof führte und der Gehweg baulich durch einen Grünstreifen mit Gebüsch und ein paar Bäumen von der Straße getrennt war. Trotzdem war es kein offizieller Radweg. Er blieb also hier. Wir begutachteten die Schäden am Motorrad. Blinker und die rechte Seitenverkleidung waren beschädigt. Diesen Schaden wollte ich von ihm auch wieder ersetzt bekommen. Von den kleineren Schrammen und Kratzern sah ich mal ab, da die Domi ja auch nicht mehr die allerneueste war und die Kratzerchen nun echt nicht ins Gewicht fielen. Dumm nur: Der Bursche war noch in der Ausbildung und hatte keine Kohle, leider aber auch keine Privathaftpflicht. Als ich ihm die Rechnung über fast 1000,-DM präsentierte (die Seitenverkleidung war damals bei Honda sacketeuer!), stellte er sich quer und wollte die Sache per Anwalt geregelt haben. Sein Vater hielt sich aus der Sache raus und war der Meinung, wenn der Sohnemann Mist baut, dann muss er auch dafür geradestehen. Also ging die Sache an die Anwälte. Rechtschutz sei Dank. Letzten Endes bekam ich meine Kohle wieder, wenn auch erst 12 Monate später.

Wir sind mittlerweile im Jahr 1998 angekommen.

Die Domi hatte mittlerweile 54.000km drauf. Im August fuhr ich mit ein paar Freunden auf ein Open Air Konzert. Wir standen vor dem Konzertgelände lange Zeit im Stau bzw. ging es nur per Stop & Go weiter. Da die Jungs jedoch mit ihrem VW T2 Camper unterwegs waren, konnte bzw. wollte ich mich nicht am Stau vorbeimogeln, zumal ich überhaupt nicht wusste, wohin wir auf dem Konzertgelände eingeteilt werden würden. Auf alle Fälle wurde es der Domi offensichtlich irgendwann zu heiß und sie fing wild an zu klappern. Am Tag darauf war das Klappern wieder weg. Auch in den darauffolgenden Monaten hatte ich Ruhe. Der Spuk war wieder vorbei.

Anfang September hatte ich völlig unverhofft das Vergnügen, mit einem anderen Studienkollegen einen Kurztrip über 4 Tage nach Südtirol zu machen. Wir trafen uns am Abend vor der Abreise zum Pizza essen. Hierbei erzählte er mir so nebenbei, dass sein Kumpel, der mitfahren wollte, kurzfristig seine Teilnahme an der Tour absagen musste. Er fragte mich, ob ich stattdessen mitfahren wollte. Dazu sagte ich nicht nein und packte noch spätabends meine Sachen, um am darauffolgenden Morgen wieder in Karlsruhe bei meinem Studienkollegen auf der Matte zu stehen. Als Student und damals ohne Freundin ging sowas halt. ;-)

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Wir fuhren über den Schwarzwald in die Schweiz und übernachteten dort in der Nähe von Davos in einer einfachen Pension. Der Plan war, über den Flüelapass und Ofenpass Richtung Italien ins Vinschgau zu fahren. Leider machte uns das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung. In Davos an der Tanke trafen wir auf einen deutschen Touristen in seinem VW Bulli, der uns davon berichtete, dass auf der Passhöhe sooo hoch Schnee liegen würde. Seine Handbewegung deutete auf 20 - 30 cm Schnee hin. Wir, insbesondere mein Studienkollege mit seiner 600er GSX, bekamen sprichwörtlich kalte Füße und planten um. Wir mussten zurück über Liechtenstein nach Österreich und dann über den Brenner. Das war ein Gezuckel, zumal in diesem Jahr die Österreicher ihr Pickerl einführten und wir zu geizig waren, eins zu löhnen, da auch so manche Bundesstraße nur mit Pickerl befahrbar war. Also sind wir über die Dörfer gezuckelt. Und es hat geregnet, den ganzen Tag. Auf der alten Brennerstraße ging mir zu allem Unglück in einer Linkskurve das Vorderrad weg und ich rutschte vom Regen in die sprichwörtliche Traufe am Straßenrand. Mein Regenkombi hatte auf der linken Seite ein riesiges Loch von der Schulter runter bis zum Schuh. Den konnte ich, als wir dann letzten Endes doch noch am Ziel nahe Brixen angekommen waren, getrost entsorgen.
Die Domi trugs mit Fassung. Eine kleine Delle am Tank und ein kaputter Rückspiegel waren die einzigen Blessuren. Ach ja, und die Platte am Seitenständer hatte es abgeschmiergelt. Seitdem muss ich auf losem Untergrund besonders aufpassen, wo ich meine Domi abstelle. :-)
Ich trug eine Schürfwunde am Knie davon, die jedoch vom Vater meines Studienkollegen, seiner Zeit Arzt, fachmännisch behandelt wurde.
Den Spaß ließen wir uns daher nicht nehmen, zumal das Wetter auch schon wieder besser wurde.
Somit durfte ich zum ersten Mal in meinem Leben die berühmte Sellarunde fahren. :-)

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Rückweg dann über den Jaufenpass und das Timmelsjoch, wo ich den ersten Timmelsjoch-Aufkleber für meine "Sammlung" mitnehmen durfte:

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Der erste Teil meiner Domi-Story ist hiermit beendet. Ich werde die Tage weiterschreiben und hier fleißig posten. Parallel dazu werde ich Fotos in mein für diese Story erstelltes Flickr-Album einstellen.

Bleibt dran für den nächsten Teil! :-)

Gruß,
Steffen

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tommy89
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von tommy89 » So 4. Jun 2017, 23:57

21.12.2014:

Sehr schön. :-))))))))

Grüße tommy
Motto: Wenn du mit einem Bier in der Hand in die Garage gehst, um dein Motorrad einfach nur zu betrachten, dann muss es dich begeistern.
Willie G. Davidson

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Michael1972
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Michael1972 » So 4. Jun 2017, 23:57

21.12.2014:

Danke Steffen !

Schön zu lesen.
Grüße,
Mike

Send by my 8088 desktop with HGA and 5 1/4 DD drive....


ACHTUNG! Garantiert pornofreier Beitrag 8-)

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TB+
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von TB+ » So 4. Jun 2017, 23:57

21.12.2014:

Sammel schon mal Material für 20.12.2034

Gruss TB

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frank.kernen
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von frank.kernen » So 4. Jun 2017, 23:58

21.12.2014:

Super Sache Steffen, macht Spass zu lesen.
Grüße Frank

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Heizschnucke
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Heizschnucke » So 4. Jun 2017, 23:58

21.12.2014:

schöne Lektüre am Sonntag, mehr davon erwünscht.

Gruß
Beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr abfließen. "Walter Röhrl"

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Nergal
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Nergal » So 4. Jun 2017, 23:58

21.12.2014:

Danke, Steffen, für die schöne Geschichte. Alles wartet auf die Fortsetzung....


Hante

Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Hante » So 4. Jun 2017, 23:59

21.12.2014:

Feine Idee mit der Geschichte. Das weckt längst verloren geglaubte Erinnerungen an die eigene Vergangenheit.

Bin gespannt wie es weiter geht. Schreib mal auch, wie und wann du auf‘s Forum getossen bist.

Gruß Uwe

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Hogi
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Hogi » So 4. Jun 2017, 23:59

21.12.2014:

Ja wie geil ist das denn? Klasse Steffen.
Ich bin auf die Love Story mit Anna gespannt. Ist ja auch ein Teil (der Lebenswichstigste!!!)der Domi-Geschichte.
Gruß
Hogi 8-)

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Gockel500 » Mo 5. Jun 2017, 00:00

21.12.2014:

Très bon! :-)
Meine erste große Reise mit dem Motorrad führte mich auch 1. mit einem Freund, 2. mit meiner Dominator, 3. nach Frankreich.
Ein unvergessener Trip war das!

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Worldtraveller
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Worldtraveller » Mo 5. Jun 2017, 00:01

21.12.2014:

Superklasse, Steffen.
Bitte schnell weiterschreiben...
Ich bin so gespannt. :-)

Gruß
Oli
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Valentino Rossi

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von steffen » Mo 5. Jun 2017, 00:44

Geschrieben am 22.12.2014.

Teil 2: 1999 - 2002

1999:
Auch in diesem Jahr war keine große Tour angesagt. Lediglich Tagestouren und ein paar Wochenendtrips kamen zustande.
Ich wohnte in diesem Jahr für einige Monate im Schwabenland bei Böblingen. Somit hatte ich alle zwei Wochen die Domi dabei, und einige "Wochenendtouren" bestanden darin, zu meinem 90km entfernten Zweitwohnsitz zu gelangen.
An einem langen Wochenende, ich weiß nicht mehr genau wann, fuhr ich mit meinem Cousin und seiner Freundin in Richtung Mosel. Auf dem Rückweg über das Saarland trat plötzlich wieder lautstark das Klappergeräusch auf. Abstellen konnte ich es nicht. Aber es verschwand nach rel. kurzer Zeit wieder so schnell wie es gekommen war.
Im Laufe der Zeit wurden die Abstände, wann das Geräusch auftrat, immer kürzer, wenn auch nach wie vor immer ein paar Wochen dazwischen lagen. Mein Honda-Händler konnte leider auch nichts zur Ursachenerforschung beitragen, weil jedesmal, wenn ich zu ihm fuhr (und das war doch rel. regelmäßig, da die Domi ihre Inspektion stets nach Wartungsplan bekommen hatte), sie keinerlei Mucken machte. Was sollte ich also tun, als weiterzufahren? Für kostenintensive Verdachtsreparaturen hatte ich dann doch nicht die nötige Kohle.

2000 - Das Jahr, in dem meine Domi silberne Felgen erhielt:
Das Hinterrad hatte schon durch den Vorbesitzer irgendwann mal einen Höhenschlag bekommen. Der war zwar nicht gravierend, aber jeder Reifenhändler machte mich darauf aufmerksam, weil für's Auswuchten nach einem Reifenwechsel die Monteure regelmäßig ins Schwitzen kamen. Durch einen kleinen Auffahrrempler auf ein Auto im Jahr zuvor, bei dem zum Glück nichts weiter beschädigt wurde, außer ein gebrochener Bremshebel, hatte dann aber auch noch mein Vorderrad einen Höhenschlag. Gelegenheit also, den nächsten Reifensatz über meinen Honda-Händler zu beziehen, der auch Sumo-Umbauten macht und somit maschinell gut ausgerüstet ist, um Speichenfelgen wieder in Ordnung zu bringen.
Dumm nur, dass die Speichen an meiner Domi schon ziemlich festgegammelt waren. Er musste somit neu einspeichen. Und zu allem Unglück zeigte der vordere Felgenkranz innere Auflösungserscheinungen. Das Aluminium war schon so porös, dass man es mit einem Schraubenzieher wegkratzen konnte. Ein einzelner neuer Felgenkranz war bei Honda unfassbar teuer. Mein Händler hatte jedoch einen neuwertigen Felgenkranzsatz in seiner Werkstatt liegen, da ein Kunde, der sich eine neue Domi bei ihm kaufte, diese gleich als Sumo haben wollte. Nur wollte ich nicht vorne mit einer silbernen Felge der RD08 und hinten mit der alten eloxierten Felge herumfahren. Also machte er mir ein annehmbares Angebot und verkaufte mir auch den hinteren RD08-Felgenkranz. Somit fuhr meine Domi ab sofort mit neuwertigen RD08-Felgen durch die Gegend. Auf die Idee, im Internet bzw. bei ebay nach den Felgen zu suchen, kam ich damals leider noch nicht. Erst kurze Zeit später erweiterte ich meinen "Teilehorizont" auf die Suche im www.
Im Nachhinein hätte ich eigentlich schon hier die Reißleine ziehen müssen und mir Gedanken über den Verkauf der Domi machen müssen. Das Klapperproblem bestand ja auch nach wie vor, wenn auch sehr unregelmäßig. Ich wusste jedoch nicht, wie lange das noch gutgehen würde. Jedoch war für ein neues bzw. gutes gebrauchtes Motorrad kein Geld vorhanden. Bei einer anstehenden regulären Inspektion ließ ich bei km-Stand 66.000 dann doch den Zylinderkopf herunternehmen, um evtl. Schäden sehen zu können. Leider war aber nichts zu sehen. Laut Händler sahen die Innereien, insbesondere die Ventile für ihre Laufleistung sehr gut aus. Also fuhr ich den Motor so weiter wie bisher und ließ die Geschehnisse auf mich zukommen.

Im Sommer 2000 übernahm ich einen "Taxi"-Service für einen guten Freund. Seine damalige Freundin war während ihrer Ausbildung für ein paar Wochen an die Schweizer Grenze versetzt worden. Ich bot ihm an, mit ihm als Sozius mit dem Motorrad zu seiner Freundin runterzufahren.
Die Sache war gebongt. Dumm nur, dass der Gute am Abend zuvor noch Nachtdienst hatte und nicht wie versprochen am nächsten Vormittag ein bisschen Schlaf nachholte. Wir fuhren also nach dem Besuch der örtlichen Burgerbude am frühen Nachmittag los. Ab Baden-Baden auf die B500 und dieser folgend immer weiter in Richtung Süden, bis wir am Ziel ankamen. Zwischendurch, wir befanden uns bereits im tiefsten Schwarzwald, wunderte ich mich, wieso er mir seinen Helm so ins Genick drückte. Auf einem Stückchen gerader Straße fummelte ich mir den Rückspiegel so hin, dass ich sein Gesicht hinter'm Visier sah. Und was soll ich sagen? Der schlief! Bei mir, hinten, auf'm Moped! :-) Mit einem leichten Klaps auf den Oberschenkel war er wieder wach. Nicht auszudenken, wenn er mir während der Fahrt vom Moped gefallen wäre.
Das Klappergeräusch verkürzte mittlerweile seine Intervalle. Es trat nun häufiger auf, meistens im Schiebebetrieb. Wenn ich dann wieder sanft Gas gab hörte man ein kurzes "Ratsch" aus dem Motor und es war wieder weg. Nichtsdestotrotz lief der Motor aber ansonsten einwandfrei. Am Ende des Jahres standen ca. 70.000km auf der Uhr.

2001 - Das Schicksalsjahr:
Einer meiner besten Freunde zog im Frühjahr 2001 nach München um. Er hatte sich wenige Jahre zuvor auf der Basis eines VW Käfers einen Roadster gebaut. Mit ihm war ich ab und zu auch mit dem Motorrad unterwegs. Da er ebenfalls einen flotten Landstraßenstil bevorzugt, passte unser Tempo ganz gut zusammen. Ok, in der Beschleunigung zog ich ihm stets davon, aber mit etwas Rücksichtnahme meinerseits war dieses "Problem" zu beseitigen. ;-)
Das Wochenende nach Christi Himmelfahrt nutzten wir für eine bayerische Automuseumstour. Wir fuhren zuerst nach Ingolstadt ins damals recht neue Audi Museum "Mobile", und danach weiter nach München. Am darauffolgenden Tag, es war der 27.05.2001, gingen wir ins BMW Museum. Nachmittags machte ich mich wieder auf den Heimweg. Kurz vor Bad Urach fuhr ich hinter einer Autokolonne her bei moderatem Tempo 70. Ich machte mir bereits Gedanken, wie ich die Autokolonne überholen könnte, als plötzlich ein sehr hässliches Geräusch aus dem Motor kam. Instinktiv zog ich die Kupplung. Der Motor ging sofort aus, und rührte sich auch nicht mehr. Ich rollte an den Fahrbahnrand. Auch der Anlasser machte keinen Mucks mehr. Ich befürchtete das Schlimmste und rief den ADAC an und teilte der Dame an der Hotline gleich mit, dass ich mit dem Motorrad unterwegs bin und einen Motorschaden habe. Auf dem Tacho standen 72.636km. Nach ca. 90 Minuten endloser Warterei kam ein Abschleppwagen vorbei. Allerdings konnte dieser kein Motorrad transportieren. Nach kurzem Blabla... das Motorrad schaute er sich nicht einmal großartig an... rief er einen weiteren Abschleppwagen, der mich nach Hause bringen sollte. Dank Plus-Mitgliedschaft konnte ich auf den Pickup-Service zurückgreifen, der Fahrer und Fahrzeug vor die eigene Haustür bringt. Von dort aus lag es an mir, wie die Domi in die Werkstatt kam. Allerdings musste ich nochmal fast 90 Minuten warten, ehe der zweite Abschlepper kam. Zwischenzeitig schob ich die Domi den Rest des Bergs nach oben und ließ mich anschließend runterrollen. Ich wollte irgendwie in zivilisiertes Gebiet (Ortschaft) kommen. Auf freier Strecke tat sich ein Parkplatz mit einer Kneipe auf, in der ich auf den ADAC wartete und nebenbei wenigstens mit dem Wirt ein bisschen quatschen konnte. Zuhause war ich dann endlich nachts um ca. 01:30 Uhr. Und am nächsten Morgen musste ich wieder ins Büro, weil ich damals gerade an meiner Diplomarbeit schrieb.
Tags darauf informierte ich meinen Händler, der das Motorrad abholte und den Motor für eine erste Diagnose öffnete. Das Ergebnis war niederschmetternd.

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Der Kolben hatte ein Loch und zwei Ventile hatte es komplett zerbröselt. Wirtschaftlicher Totalschaden. Eine Reparatur beim Fachmann hätte locker 2000,- DM verschlungen. Beziehungen zu Hobbyschraubern hatte ich damals noch keine. Tja, was nun? Ein oder zwei Jahre vorher hatte sich meine Cousine eine neue Ducati Monster gekauft. Ich hatte Interesse an ihrer alten 750er SS bekundet. Jedoch wollte sie partout nicht ihr altes Motorrad an die Verwandtschaft weiterverkaufen, da sie sich sonst Vorwürfe gemacht hätte, wenn kurz darauf an dem Motorrad etwas kaputtgegangen wäre. Das Schicksal der Ducati wurde von außerhalb besiegelt, als eine Interessentin beim Händler, wo meine Cousine ihre 750er SS in Zahlung gegeben hatte, vorbeikam, und während der Probefahrt das Moped in den Graben schmiss. Rahmenbruch. Totalschaden. Damit war das Thema auch für mich erledigt und ich fuhr weiter meine Domi. Tja, wenn das damals anders gelaufen wäre...
Nun aber, ganz aktuell, war die Frage: Was tun? In Teilen verkaufen? Grauenhaft, zumal ich ein Jahr zuvor erst viel Geld in die Felgen investiert hatte und dieses beim Verkauf nie rausbekommen hätte. Motor reparieren? Lohnte sich nicht. Somit kam nur die Lösung in Betracht, einen guten gebrauchten Motor zu finden. Aber auch das war leichter gesagt, als getan. Bereits im Jahr 2001 waren lauffähige Domi-Motoren begehrt. Anrufe bei diversen Gebrauchtteilehändlern brachte nur Ernüchterung. Keiner hatte was anzubieten. Einer brachte sogar den Spruch, dass es für diese Motoren eine Warteliste gäbe. Na, danke für's Gespräch.
Ich versuchte mein Glück weiter im Netz. Bei ebay wurde ein Motor (sogar mit Kicker) verkauft, jedoch für einen stolzen Preis, den ich nicht bereit war, zu bezahlen.
Ganz genau weiß ich es leider auch nicht mehr, aber es muss diese Sucherei gewesen sein, die mich damals auf das (alte) Domiforum aufmerksam gemacht hatte. Ich schaute hin und wieder rein, ohne damals aber viel zu schreiben bzw. aktiv daran teilzunehmen. Eine Registrierung war damals auch noch nicht nötig gewesen. Ein paar der aktiven Schreiberlinge nannten sich "Wolfi", "Hannes" oder "Ulf". Ein ganz aktiver, der immer einen lockeren Spruch auf der Tastatur hatte, hieß "Greeny". :-)
Und dann kam endlich der lang ersehnte Zufall! Ein Teilnehmer schrieb: "Hilfe, meine Domi ist tot."
Er berichtete davon, dass er einen Unfall mit seiner 93er Domi hatte, sie ziemlich beschädigt sei und er sie aber nicht mehr herrichten möchte. Laufleistung etwas über 18.000km. Sein Schrauber um die Ecke würde ihm 500,- DM für das Motorrad bieten. Er wollte nun vom Forum wissen, ob der Preis ok sei. Ich schrieb ihn sofort an und teilte ihm mit, dass ich an seinem Motor interessiert sei und ich ihm 500,- DM nur für den Motor bieten würde. Den Rest könnte er ja dann immer noch an seinen Schrauber verscherbeln für ein paar Mäuse. Offensichtlich bemerkte der Besitzer der Unfalldomi, dass die Motoren wohl doch noch etwas wert sein könnten. Wir einigten uns auf einen Preis etwas höher als 500,-DM, mit dem ich aber immer noch gut leben konnte. Ich kaufte mir kurzerhand die Reparaturanleitung vom Bucheli-Verlag, und fuhr am darauffolgenden Wochenende runter in den Münchener Speckgürtel, wo der Gute wohnte und seine Domi stehen hatte. Es pisste, und zwar nicht zu knapp, den ganzen Tag. Die Werkstatt, wo die Domi stand, war eine alte Tankstelle. Das Dach über den abgebauten Zapfsäulen war noch vorhanden. Wir standen somit im Trockenen, aber rings um uns herum prasselte der Regen nieder. Hier bauten wir in akribischer Kleinarbeit den Motor aus. Ich legte größten Wert darauf, dass alle Schläuche und Kabel fein säuberlich an ihren Verbindungen getrennt wurden. Ein Abzwicken der Einfachheit halber kam nicht in Frage, weil ich wusste, dass ich sämtliche Anschlüsse wieder benötigen würde. Wir beide hatten das noch nie zuvor gemacht. Dementsprechend brauchten wir für die ganze OP ca. 4 Stunden. Wir luden den Motor in den Kofferraum meines Autos ein und ich zurrte ihn fest. Auf dem Rückweg legte ich einen Stopp in Augsburg bei einem Schulfreund ein, der mittlerweile dort lebte und arbeitete. Am darauffolgenden Tag fuhr ich nach Hause, nicht ohne nochmal den ADAC rufen zu müssen, weil mein alter Hobel (19 Jahre alter 3er BMW) nicht mehr anspringen wollte. :-) Dieser hatte die Marotte, dass bei weniger als 1/4 Tankinhalt und Kaltstart die Benzinpumpe es nicht mehr packte (warum auch immer). Der ADAC-Mensch half der Kiste mit Kontaktspray in den Vergaser auf die Sprünge. Die nächste Tankstelle war meine. Nach Befüllen des Tanks lief die Kiste wieder und ich fuhr heim.
Zuhause angekommen lieferte ich den Motor bei meinem Honda-Händler ab mit dem Auftrag: "Bitte einbauen!"
Er tat dies, jedoch mit dem Hinweis, dass er mir keine Garantie gab, dass der Motor dann auch tatsächlich laufen würde. Aber er lief. Und wie er lief!
Als er mich anrief, dass ich meine Domi wieder abholen könnte, freute ich mich wie ein kleines Kind auf Weihnachten. Sie stand schon draußen auf'm Hof. Ich startete sie, und war hellauf begeistert. Der Motor klang astrein. Wenn man das Geschüttel und die Geräuschkulisse eines Motors gewohnt ist, der über 70.000km gelaufen ist, wird sofort den Unterschied bemerken, wenn er einen Motor startet, der nur 18.000km gelaufen ist. Ich fuhr die Domi heim und hatte knapp vier Wochen nach der Havarie ein Motorrad mit einer niedrigeren Laufleistung als beim ursprünglichen Kauf. Das zweite Leben meiner Domi begann. Und jetzt ging es erst richtig los!

Seitdem gehörte das Domiforum zu meiner regelmäßigen Lektüre. Damals war allerdings deutlich weniger los. Die meisten Leute kamen aus Süddeutschland, insbesondere Bayern. Die übrigen Bundesländer waren gefühlt wenig bis garnicht vertreten.
Nur wenige Wochen darauf, im Juli, keimte im Forum der Gedanke auf, mal ein richtiges Forumstreffen zu veranstalten. Offensichtlich hatte es in der Vergangenheit bereits Bestrebungen gegeben, eins zu veranstalten. Jedoch trafen sich damals wohl nur ein paar wenige Hansels. Einer, der Hannes, bot an, das Treffen auf seinem Bauernhof zu veranstalten. Platz genug für 20 Zelte sei vorhanden und gegen einen Unkostenbeitrag würde er sich um die Verpflegung kümmern. Somit war das erste Forumstreffen in der Oberpfalz geboren. Vorlaufzeit: Sechs Wochen.
Ich befand mich damals, als das Treffen stattfand, in den letzten Zügen meiner Diplomarbeit. Der Stress wuchs. Daher war dieses Wochenende für mich eine willkommene Abwechslung, an dem ich mal Fünfe gerade sein ließ. Allerdings kannte ich aus dem Forum keinen einzigen persönlich. Was ich aber nicht wusste: Den anderen, die auf's Forumstreffen kamen, ging es genauso. :-)
Ich wollte eigentlich freitags nachmittags anreisen bzw. losfahren. Ich hatte knapp 300km zu fahren. Als ich jedoch auf der A6 kurz vor Heilbronn eine fette schwarze Gewitterfront vor mir sah (ob sie mir entgegenkam, oder ich ihr hinterherfuhr war mir zu dem Zeitpunkt nicht klar), drehte ich um und fuhr zurück nach Hause. Ich informierte Hannes, dass ich erst samstags morgens kommen würde wegen Wetter. Somit musste ich samstags dementsprechend früh losfahren.
Beim Treffen-Hannes dann angekommen, wurde jeder Neuankömmling von den bereits Anwesenden neugierig beschnuppert, insbesondere dessen Domi. So'n lustiger Blonder begrüßte mich mit den Worten, dass er die schwarzen Ur-Domis am schönsten findet. Ich wusste irgendwie sofort, dass dieses Gesicht nur dem Greeny gehören konnte. :-) Und mit diesem Satz hatte er bei mir gleich mal dicke Bonuspunkte gesammelt. Auch Wolfi, einer der Teilnehmer beim allerersten Treffen, war zunächst etwas vorsichtig und kam samstags nachmittags kurzentschlossen vorbei, um sich diese Chaotentruppe mal anzuschauen. Offensichtlich hinterließ das Treffen auch bei ihm einen bleibenden, positiven Eindruck, denn ab dem zweiten Treffen war er jedesmal dabei und brachte sogar seine Höörbie mit. Ein weiteres Forums-Urgestein, der TB, hatte von Idar-Oberstein aus eine der längsten Anfahrten. Wahrscheinlich deshalb und weil er nicht genau wusste was ihn in der Oberpfalz erwarten würde, brachte er gleich noch seinen Kumpel auf einer Honda Transalp mit. Letzten Endes waren aber tatsächlich fast alle Teilnehmer mit ihrer Domi da, insgesamt waren wir 18 - 20 Teilnehmer. Und die Chemie zwischen den Leuten stimmte auch, so dass dieses Treffen in meinem Kalender zu einer festen Größe geworden ist und es seitdem auch jährlich ausgetragen wird. Leider habe ich vom ersten Treffen keine Fotos.
Was auch auf dem allerersten Forumstreffen geboren wurde, war die Idee, ein Endurotraining einmal jährlich anzubieten. Dies ist maßgeblich das Verdienst vom Ulf. Das erste Training fand gleich im Folgejahr statt.
Für den Rückweg schloss ich mich TB und seinem Kumpel an. Auf Höhe des Rheintals bog ich nach Süden ab und ließ die beiden nach Rheinland-Pfalz weiterziehen.

Der Stress bezüglich immer näher rückendem Abgabetermin meiner Diplomarbeit sorgte dafür, dass ich mir vorgenommen hatte, am Folgetag nach der Abgabe die Domi zu packen und in die Alpen zu fahren. Ich wäre auch alleine gefahren, wenn sich nicht kurzfristig mein Freund Tom mit seinem Roadster mir angeschlossen hätte. Ein weiteres befreundetes Pärchen befand sich ebenfalls auf Urlaubsreise am nördlichen Alpenrand. Somit begann meine erste, richtige Alpentour mit einer Sternfahrt in die Nähe von Garmisch-Partenkirchen. Dort schlugen wir unser Zelt auf und unternahmen am Folgetag eine Wanderung zu viert in die Höllentalklamm.

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Am darauffolgenden Tag war noch ein bisschen Zeit, um gemeinsam um den Eibsee zu wandern, ehe sich das Pärchen wieder auf den Weg machte. Tom und ich fuhren nach Südtirol und übernachteten in Sterzing.
Am Tag darauf war die obligatorische Sellarunde angesagt.

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Foto vom Pordoipass.

Gegen Nachmittag verabschiedete sich Tom in Richtung München. Ich beschloss, quer durch die Alpen in die Schweiz nach Bern zu fahren. Dort lebte seit kurzem ein weiterer Freund, den ich besuchen wollte. Ich hatte genügend Zeit, sie alle abzuklappern:
Stilfser Joch, Umbrailpass, Ofenpass, Flüelapass (jetzt endlich doch, nachdem drei Jahre zuvor uns das Wetter davon abhielt), Lukmanierpass, St. Gotthard inkl. Tremola, Furkapass, Grimselpass, Sustenpass...

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Mopedparkplatz auf dem Grimselpass zu fortgeschrittener Tageszeit.

Insgesamt war ich ganze 8 Tage unterwegs.

2002 - Die Event-Dichte nimmt zu:
Nachdem beim ersten Forumstreffen die Idee aufkeimte, ein Endurotraining anzubieten, kam auch prompt Anfang des Jahres 2002 der Aufruf zum allerersten Endurotraining beim Stefan Heßler. Ich war zunächst unentschlossen, entschied mich dann aber doch noch kurz vor Ende der Anmeldefrist, daran teilzunehmen. Geländeerfahrung? Fehlanzeige. Für mich war im Jahr zuvor der geschotterte Teil des Umbrailpasses schon ein absolutes, noch nie dagewesenes Highlight. Enduroklamotten? Fehlanzeige. Ich hatte meine stinknormalen Motorradstiefel und Leder-Schnürjeans(!) an. Witzigerweise war ich damit nicht einmal der einzige. Mein Zimmergenosse aus Hamburg war sehr ähnlich gekleidet wie ich. Wenigstens besaß ich damals schon meine Vanucci-Textiljacke. Geländereifen hatte ich auch keine. Ich nutzte den vom Stefan angebotenen Reifenservice. Damit die teure Verkleidung nicht unnötig Schaden annimmt, strippte ich meine Domi so weit wie möglich für das Training.
Der Terminrückte näher, und das schlechte Wetter auch. Bereits die Anfahrt war nass. Und auch das ganze Wochenende über regnete es so vor sich hin. Es kamen zwar nie Stürzbäche vom Himmel herunter. Jedoch war aber der ganze Boden durch die Nässe der vorangegangenen Tage völlig aufgeweicht. Ein offizielles Crossrennen, das wir uns sonntags anschauen wollten, wurde aufgrund des Wetters abgesagt.
Samstags vertrieben wir uns die Zeit auf einer kleinen Crossstrecke mit Theorie und dazu passenden Praxisübungen. Das ging soweit noch ganz gut.

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Das Highlight war aber die Überlandfahrt sonntags. Damals, im Jahr 2002 waren viele Feldwege, die heutzutage asphaltiert sind, noch richtige Feldwege. Stefan quälte uns durch den übelsten Schlamm. Ich wundere mich heute noch, dass es mich an diesem allerersten Training nicht auf's Maul gehauen hatte. An einer, den Teilnehmern mittlerweile sehr bekannten und berüchtigten Stelle, mussten wir reihenweise eine Zwangspause einlegen, weil sich der Schmodder zwischen Reifen und niedrigem Domischutzblech festgesetzt hatte. Alle, die mit dem niedrigen originalen Schutzblech unterwegs waren, mussten dieses an Ort und Stelle abschrauben, um weiterfahren zu können, weil das Vorderrad sich keinen Millimeter mehr bewegt hatte.

Das Resultat sah dann so aus:
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Letzten Endes war dieses Training aber eine enorme Erfahrung. Im Nachhinein betrachtet war es vielleicht sogar ganz gut, dass das erste Training mit solchen Extremen aufwartete. Denn seitdem war das Wetter nie wieder so schlecht und der Boden so durchweicht. Ich habe viel gelernt an diesem Wochenende.

Etwa sechs Wochen später fand das zweite Domitreffen statt. Aus Mangel an Alternativen, und weil es bereits beim ersten Mal beim Hannes wirklich richtig schön war und er erneut seine Location anbot, trafen wir uns erneut bei ihm auf seinem Bauernhof in der Oberpfalz. Ein paar neue Gesichter kamen hinzu, die nach wie vor im Forum aktiv sind: Armin mit seiner (leider mittlerweile geschlachteten) Street-Domi, Höörbie, Stefan (DOTRAT), der als einziger Nicht-Domi-dafür-aber-XR650-Besitzer fast von Anfang an dabei war und immer noch ist und unser alter Forums-Admin Koni, der den Admin-Job vom Peha-Peter aus Österreich übernommen hatte.

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Was hatte das Jahr sonst noch zu bieten? Nachdem die letztjährige Alpentour mir so viel Spaß gemacht hatte, wollte ich dieses Jahr wieder eine machen. Also fragte ich bei meinen Freunden nach, ob sie denn Lust und Zeit hätten. Es fand sich ein Termin Ende Juli. Somit war die erste Aktion wieder eine Sternfahrt. Dieses Mal allerdings nach Bern. Tom kam von München, ich fuhr über die Vogesen und das Schweizer Jura. Ab Bern fuhren wir dann mit drei Fahrzeugen, zwei Cabrios und ein Motorrad, in die französischen Alpen.

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Picknickpause am Lac de Castillon

Wir hatten sechs Tage Zeit, ehe wir wieder in Bern sein mussten, und fuhren bis runter an den Grand Canyon du Verdon. Danach ging es wieder retour, u.a. über den zweithöchsten aller Alpenpässe.

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Posing auf dem Col de l'Iseran

Am Ende des Jahres 2002 standen ca. 84.000km auf dem Tacho. Und die Domi lief wie ein Uhrwerk.

Gruß,
Steffen

---- Ende Teil 2 ----

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tommy89
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von tommy89 » Mo 5. Jun 2017, 00:49

22.12.2014:

Die silbernen Felgen werten die Domi doch extremst auf. :-)))))

Grüße tommy
Motto: Wenn du mit einem Bier in der Hand in die Garage gehst, um dein Motorrad einfach nur zu betrachten, dann muss es dich begeistern.
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Nergal
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Nergal » Mo 5. Jun 2017, 00:49

22.12.2014:

....mehr, mehr, mehr!!!!!


Hante

Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Hante » Mo 5. Jun 2017, 00:49

22.12.2014:

Grand Canyon du Verdon,
sabber...
Steffen, du verstehst es deine Leser zu quälen.

Grinsegruß Uwe


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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Armin_Streetdomi » Mo 5. Jun 2017, 00:50

25.12.2014:

Hi Steffen,

bitte weiterschreiben:-) schön zu lesen...und schön, dass ich in deiner Geschichte und Leben auch drin vorkommen durfte/darf.

lg
Zwiebel

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Greeny » Mo 5. Jun 2017, 00:51

25.12.2014:

So, mein lieber Steffen, gezz bin ich auch mal zum Lesen gekommen und freue mich sehr über diese DEINE Domi- und Forumsgeschichte. Sehr schön geschrieben und bebildert!

"So‘n lustiger Blonder"-Greeny

PS: Ich wäre aber nie auf die Idee gekommen mit Auto-Dosen-Roadster-Fahrern gemeinsam Moped zu fahren!

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von steffen » Mo 5. Jun 2017, 00:55

26.12.2014:
Greeny hat geschrieben:PS: Ich wäre aber nie auf die Idee gekommen mit Auto-Dosen-Roadster-Fahrern gemeinsam Moped zu fahren!
Hi Greeny,

erstmal vielen Dank für‘s nette Feedback.
Das war bei mir auch ein bisschen aus der Not geboren mangels motorradfahrender Alternativen damals.
Außerdem kenne ich meine Kumpels mittlerweile recht lange, und mit den coolen Hunden kannst Du halt echt jeden Sch... machen. :-)
Und so lange sie mir nicht die Straße blockieren... ;-)
War schon recht so. Die paar Touren, die wir gemeinsam gemacht haben, waren echt witzig.

@Hante: Sorry, wenn‘s wehtut. :-) Musst halt mal mitkommen wenn‘s mal wieder in die Ecke geht.

@Armin: Gern geschehen. Hast ja auch nicht unwesentlich Deinen Beitrag dazu geleistet, in meinen Erzählungen namentlich erwähnt zu werden. :-)

Gruß,
Steffen

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von steffen » Mo 5. Jun 2017, 01:47

Geschrieben am 30.12.2014:

Teil 3: Die Jahre 2003 bis 2006


2003:
Das war vielleicht ein Jahr. Vielleicht erinnert Ihr Euch auch noch daran: Das war das Jahr mit diesem superheißen, nicht enden wollenden Sommer. Auch sonst hatte das Jahr für mich einige Überraschungen offen, positive, aber auch negative, bevor ich dann gegen Ende der warmen Jahreszeit in ein imaginäres Loch gefallen bin. Aber der Reihe nach.
Nachdem durch meinen ersten richtigen Job nach dem Studium regelmäßig Geld in die "Kriegskasse" floss, wollte ich mir einen Wunsch erfüllen: Einen Youngtimer aus den 70er Jahren, möglichst schon 30 Jahre alt, damit man ihn als Oldtimer versichern und mit H-Kennzeichen fahren kann. Diesen Wunsch erfüllte ich mir im März in Form eines... naja... etwas verbastelten VW-Porsche 914. Da die Domi gut lief, hatte sich mein Fokus damit vom Zweirad mehr auf die (offene) Dose verlagert. Natürlich behielt ich die Domi. Mir war schon damals klar, dass ich bei einem Verkauf kaum noch vernünftiges Geld für sie bekommen würde. Aber der Kauf eines neue(re)n Motorrads verschob sich erst einmal auf unbestimmte Zeit. Auch wenn ich den Wagen letzten Endes nicht allzu lange fuhr und immer mal wieder eine Reparatur anstand, hatte ich meinen Spaß damit. Nichtsdestotrotz blieb ich meinen Motorradaktivitäten im Großen und Ganzen treu.
Zunächst war Anfang Mai wieder Endurotraining-Zeit. Ich fuhr wieder mit meiner gestrippten Domi gen Thüringen. Dank eines zweiten Felgensatzes, den ich mir günstig besorgte, konnte ich gleich zuhause die Geländereifen (TKC80 - der sich auch auf der Straße vernünftig fahren lässt) montieren und musste nicht mehr den Reifenmietservice in Anspruch nehmen. Im Jahr zuvor war das doch etwas anstrengend, nach dem Training beim Reifenhändler vorbeizufahren, wieder die eigenen Straßenpellen montieren zu lassen und dann auf eigener Achse heimzufahren. Das zog sich ziemlich, so dass ich erst gegen Mitternacht zuhause war. Dies wollte ich mir zukünftig ersparen.
Das Wetter war, oh Graus, fast genauso schlimm wie am Jahr zuvor. Als "Endurist" fängt man an, bereits Wochen im Voraus akribisch das Wetter zu beobachten. Und auch 2003 war der April eher nass. Ich hatte mich auf ähnliche Verhältnisse wie im Jahr zuvor vorbereitet. Aber es sollte dann doch ganz anders werden.
Samstags, an dem Tag an dem üblicherweise erstmal ein bisschen Technik auf der Crosspiste geübt wird, kam plötzlich böiger Wind auf. Der hatte jedoch auf wundersame Weise die Schlechtwetterwolken vertrieben, so dass am Sonntag, an dem Tag an dem die Überlandtour anstand, traumhaftes Wetter und fast schon zu staubige Verhältnisse herrschten. Zumindest unter meinem Helm und in meinen Augen sammelten sich rege die Staubkörner. Die Domi, seit dem Wechsel des Motors 2001 mit einem K&N Luftfilter unterwegs, bekam von mir vorsorglich wieder einen klassischen Papierluftfilter für's Training spendiert. Was ich auch spendiert bekam, war ein ordentlicher Rüffel vom Stefan Heßler, was mir einfiele, mit Schnürjeans und diesen halbhohen "Bikerturnschuhen" auf ein Endurotraining zu kommen. Ja, wie jetzt? Letztes Jahr war ich mit denselben Klamotten am Start und da war noch alles ok. Naja, gut... er hatte nicht Unrecht. Im Übrigen hat Stefan IMMER recht beim Thema Fahren im Gelände und richtiger Kleidung. Ich gelobte also Besserung beim nächsten Mal.

Hier ein paar Eindrücke von unserer Endurotraining Sonntagsausfahrt:
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Wer schon einmal dabei gewesen ist, wird diese Passage auch gleich wiedererkennen. Genau an dieser Stelle waren wir im Jahr zuvor reihenweise gestrandet, weil sich der fiese Lehmboden, der gespickt ist mit Steinen, zwischen niedrigem Schutzblech und Vorderrad festgesetzt hatte und das Rad blockierte. Im Jahr darauf war es deutlich trockener. Aber auch im Trockenen ist diese Ecke mit Vorsicht zu genießen. Der Feldweg verfügt über tiefe Spurrinnen, und die in der Erde verstreuten Steine werden vom Vordermann gerne aufgewirbelt.

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Meine allererste Wasserdurchfahrt. Auch diese Passage wird vom Stefan gerne eingebaut.

Gerade mal zwei Wochen später fand auch schon das dritte Domitreffen statt. Auch dieses fand erneut beim Hannes statt.

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Das war auch der Tatsache geschuldet, dass Bayern nach wie vor im Forum am stärksten vertreten war. Auch war die Teilnehmerzahl im gleichen Rahmen wie die Jahre zuvor. Schön war es allemal. Und es war bereits Mitte Mai so warm, dass ein paar von uns nach der samstäglichen gemeinsamen Ausfahrt noch an den Baggersee zum Baden fuhr. Hier kassierte ich auch einen meiner seltenen Strafzettel mit dem Motorrad. Wir hatten die Domis nämlich einfach in einem angrenzenden Waldstück an die Bäume gelehnt. Das muss wohl ein Förster mit bekommen haben und verpasste jedem von uns ein Knöllchen wegen Falschparkens. Die Abkühlung im See hatte sich trotzdem gelohnt.

An Pfingsten fuhr ich mal wieder, ganz traditionell, zusammen mit meiner motorradfahrenden Verwandtschaft und ihren Freunden an den Bodensee. Üblicherweise war es bislang immer so, dass es entweder auf der Hinfahrt oder der Rückfahrt, oder sogar an beiden Tagen gepisst hatte. 2003 war da völlig anders. Das war das erste Jahr, dass ich runter zum Strand gefahren und im Bodensee gebadet habe. Ein Novum bislang. Dieses Jahr hätte das nach elf Jahren auch wieder geklappt, aber diese Tradition wurde nach fast 20 Jahren dann doch nicht mehr weitergepflegt.

Ende Juni "überraschte" mich mein damaliger Chef mit der Information, er müssen seinen Laden auf Vordermann bringen und gesundschrumpfen, da er von seiner Hausbank keinen neuen Kredit bekommen würde. Dass die Auftragslage mau war, hatte ich auch schon eine Zeitlang bemerkt, jedoch auch irgendwie die Augen davor verschlossen und mich nicht rechtzeitig nach einer Alternative umgeschaut. Tja, selber schuld. Leider flog ich, unverheiratet und kinderlos, als erster durch das soziale Auffangnetz. Ich nahm noch meinen Resturlaub und hatte auf einmal in diesem "Jahrhundertsommer" 2003 unerwartet viel Freizeit.
Zufälligerweise fiel genau an den Anfang meines Zwangsurlaubs die erste Domiforum-Alpentour.
Nachdem sich im Forum das Domitreffen und das Endurotraining etabliert hatten, kam als nächstes die Idee auf, eine gemeinsame Alpentour über ein verlängertes Wochenende zu starten. Fünf unerschrockene Forumisti trafen sich daher Mitte Juli zur ersten Domiforums-Alpentour. 5 Tage wurden veranschlagt. Da ich, wie bereits erwähnt, bereits (Rest-)Urlaub hatte, erlaubte ich mir den Spaß und fuhr bereits einen Tag früher ins Fränkische, genaugenommen nach Nürnberg zum Armin. Ich war der einzige Teilnehmer dieser Fünfergruppe, der nicht aus Bayern kam. Früh am nächsten morgen sammelten wir den Ulf ein und fuhren Richtung Süden zum Stefan. Bis wir an der österreichischen Grenze ankamen, war unsere Fünfergruppe komplett. Wir genossen drei Tage Pässefahren in Südtirol bei bestem Wetter.

Beim Hinweg fuhren wir über das Timmelsjoch und den Jaufenpass.
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Picknick im Grünen:
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Kaum zuhause von der Tour, zog es mich auch gleich wieder raus in die weite Welt. Das Wetter war traumhaft. An einem Abend besuchte ich einen Freund, der eine alte Transalp fuhr. Wir quatschten über Dies und Das, bis das Thema Alpentour angesprochen wurde. Ich erzählte ihm, dass ich damit liebäugle, in den nächsten Tagen nochmal in die Alpen zu fahren, dieses Mal aber nach Südfrankreich. Seine Frau meinte auf einmal zu ihm:"Hey, Du hast doch noch Resturlaub übrig. Schau mal, ob Du den nehmen kannst wenn Du mitfahren willst." Ich war erstmal sprachlos. Ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht, dass die Initiative von seiner Frau kommen würde. :-) Er war sofort Feuer und Flamme für die Idee, fragte bei nächster Gelegenheit seinen Chef, dieser gab grünes Licht, und gerade mal zwölf Tage nach der Rückkehr von der Domiforums-Alpentour saß ich erneut im Sattel auf dem Weg nach Frankreich, zusammen mit meinem Freund auf seiner Transalp.
Die Route dort runter hatte ich im Vorfeld geplant und sie las sich wie das "Best of Pässe". Ich hatte so ziemlich alles eingebaut, was irgendwie einzubauen ging, ohne zu viele Schleifen zu fahren. Zu dieser Tour hatte ich im gleichen Jahr auch einen ausführlichen Reisebericht geschrieben. Fotos gibt es natürlich auch jede Menge dazu. (Tipp für den Einstieg: Etwa in der Mitte des Titelfotos gibt es einen Link, der den Bericht startet..

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Auf Abwegen. Passabwärts auf der Südseite des Colle delle Finestre.

Witzigerweise sind uns bei der Auffahrt zum Colle delle Finestre zwei Typen auf Einzylinderenduros hinterhergefahren. Einer der beiden hatte sogar eine Domi. Als wir an einer Spitzkehre eine Pause einlegten, hielten die beiden auch an. Wir kamen ins Gespräch, und siehe da: Der Domifahrer war damals auch im Forum aktiv, wenn auch nur eher sporadisch.

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Fernblick am Felsendenkmal beim Col de la Bonette. Am Tag zuvor hatten wir richtig mieses Wetter. Aber danach war es einfach nur noch traumhaft. Auf die Cime de la Bonette sind wir auch noch raufgeklettert.

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Und noch einmal Schotter, der Col de Tende. Wir machten Pause im Fort Central.

Die Tour führte mich, nach 2002, ein zweites Mal an den Grand Canyon du Verdon. Während ich aber im Jahr zuvor auf der nördlichen Seite der Schlucht entlangfuhr, wählten wir dieses Mal die südliche Route.
Die Heimfahrt nutzte ich für einen Abstecher nach Bern in der Schweiz, wo nach wie vor einer meiner Freunde lebt. Für den Rückweg wählten wir ab Deutschland die A5. Allerdings waren die 220km bis nach Hause auf der Bahn gefühlt um Welten anstrengender, als die gemütliche Fahrt über den Schwarzwald. Da wir aber beide abends noch anderweitige Termine hatten, verzichteten wir auf den Umweg über den Schwarzwald. Die Hitze auf der Bahn war jedoch nicht zu verachten. Ich war ziemlich platt, als ich zuhause ankam.
Im unmittelbaren Anschluss an diese Tour begannen die Hundstage mit über 40°C Tagestemperaturen. Ich verbarrikadierte mich zuhause hinter verschlossenen Rollläden, um wenigstens einen Rest an kühler Luft im Haus behalten zu können, und kümmerte mich um meine berufliche Zukunft.
Der Rest des Jahres hatte in Sachen Motorrad nichts Besonderes mehr zu bieten. Die letzten vier Monate des Jahres zogen sich für mich gefühlt sehr in die Länge.


2004:
Irgendwann im Februar kackte die Plattform von Forumromanum kräftig ab. Das gesamte Domiforum war gelöscht. Angeblich konnte die Datensicherung auch nicht mehr gerettet werden, so dass vor uns ein leeres, jungfräuliches Forum stand. Schöner Mist auch! Es füllte sich jedoch täglich wieder mit neuen Inhalten. Und da bei (Motorrad-)Foren oft und immer wieder die gleichen Fragen gestellt und Themen angesprochen werden, vermisste nach einer Weile auch keiner mehr großartig das alte Zeug. Nichtsdestotrotz: Die Angelegenheit war mehr als ärgerlich.

Das neue Motorradjahr begann standesgemäß mit dem Endurotraining. Ich hatte, wie versprochen, aufgerüstet. Eine neue Motorradhose, deren Jungfernfahrt die zweite Alpentour im letzten Sommer war, und Cross-Stiefel. Ich muss gestehen, dass mir die Kleidung auch ein deutlich sichereres Gefühl vermittelte.
Mit dem Wetter hatten wir erneut Glück. Die Tage zuvor regnete es noch fleißig, aber pünktlich zum Trainingswochenende riss der Himmel auf und die Sonne kam durch. Nur die Crossstrecke war noch sehr schlammig. Ich war von vor zwei Jahren vorgewarnt und demontierte mein Schutzblech bereits zu Beginn des Trainings.

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Das Training machte Spaß wie eh und je, und war ein guter Einstieg für die Motorradsaison.

Am ersten Juliwochenende fand dann wieder das Domitreffen statt. Dieses Mal hatten wir zum ersten Mal eine neue Location. Koni konnte eine Hütte direkt am Starnberger See klarmachen.
Zu dieser Zeit arbeitete ich mal wieder im Schwabenland und stieß daher auf ein Grüppchen Treffenneulinge, die ab Karlsruhe gemeinsam zum See fuhren. Dies waren Andreas (A-NRW), Karsten (unser "Teletubbie" aufgrund seiner bunten 90er Jahre Motorradkombi und Überraschungsgast des 2014er Domitreffens) und Jürgen aus Offenburg. In Reutlingen sammelten sie mich auf, und ich war somit Teil der Gruppe.
Wir kamen am See an, als es bereits dunkel war. Zum Glück war aber, abgesehen vom Ramazotti, noch etwas Abendverpflegung übrig, so dass auch wir nicht hungern mussten. :-)
Das Wetter zeigte sich das ganze Wochenende über von seiner sonnigen Seite.

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Ich traute mich sogar für eine Abkühlung in den See. :-)
Auf diesem Treffen lernte ich den Gründer des Domiforums kennen, der Peha-Peter, wie er genannt wurde, aus Wien, der damals auch noch Forums-Admin war. Kurze Zeit später übernahm Koni diesen Job, weil Peter keine Zeit mehr dafür hatte. Arno war ein weiterer Treffen-Neuling, den ich 2004 kennenlernen durfte, und der nach wie vor im Forum aktiv ist. Zwischen uns beiden hat sich mittlerweile auch ein freundschaftliches Verhältnis gebildet.

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Ein weiteres Highlight dieses Treffens war die Domi vom Patrick aus der Schweiz. Er baute sich in einem aufwändigen und teuren Umbau die Einarmschwinge der Honda VFR750 inklusive Felgen ein. Das Motorrad sah genial aus. Man sah aber auch, dass viel Geld reingesteckt wurde.
Wie die Heimfahrt verlief, kann man im Forum sogar noch nachlesen. :-)
Kurze Zusammenfassung: Eine Gruppe von 8 Leuten startete am Starnberger See in Richtung Westen und wurde stetig immer kleiner, da der ein oder andere in eine andere Richtung abbiegen musste. Peter K, auch damals ein Forumsneuling, aber im Forum und insbesondere auf den Domitreffen nach wie vor vertreten, "scoutete" uns durch das Donautal.

Speziell im Jahr 2004 verstärkte sich die "West-Fraktion" erheblich. Viele Neuzugänge im Forum kamen aus NRW. Die "Bayern-Fraktion" bekam einen geographischen Ausgleich, da die neuen Mitglieder aus NRW sich auch sehr aktiv am Forum beteiligten. Weitere neue Gesichter, die noch aktiv sind waren Arno,

Im August stand die zweite Domiforums-Alpentour an. Das Grüppchen bestand dieses Mal aus sieben Personen auf sechs Motorrädern, davon drei Wiederholungstäter aus dem vergangenen Jahr, meiner einer inklusive. Stefan war so frei und kümmerte sich um die Organisation. Er hatte die Möglichkeit, eine Berghütte im Süden Österreichs in der Nähe von Lienz klarzumachen. Für die Anfahrt nutzte ich mal wieder die Tatsache, dass mein Freundeskreis seit ein paar Jahren ziemlich verstreut war, und übernachtete in München. Von dort aus fuhr ich am darauffolgenden Tag über den Großglockner, und musste an der Mautstation erstmal kräftig schlucken. 17 Euro musste ich damals für ein Motorrad bezahlen. Uff! Naja, die Strecke ist sehr schön und in bestem Zustand. Ich sagte mir: Wenigstens einmal im Leben soll man sie gefahren sein. :-)
Ich war, wenn ich mich noch richtig erinnere, der erste, der beim Stefan auf der Hütte ankam. Wir nutzten den frühen Abend noch für eine kleine Ausfahrt in die nähere Umgebung. Am Freitag trudelten die anderen nach und nach ein.

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Einer unserer Mitfahrer, er war der Kumpel eines Domifahrers aus'm Forum ("Dito", seit langer Zeit nicht mehr im Forum aktiv) fuhr eine KTM Duke. Laut seinen Erzählungen bekam er mit etwa 20 Jahren eine Infektion, die eine halbseitige Lähmung als Folge hatte. Somit war er gehtechnisch etwas beeinträchtigt und hatte stets eine Krücke dabei. Im Nachhinein muss ich sagen, dass das etwas von Dr. House hatte. ;-) Trotzdem konnte der Bursche richtig gut und flott Motorrad fahren, wenn er seine Warmfahrphase abgeschlossen hatte. Auf den ersten paar Kilometern krebste er ziemlich hinterher. Jedoch so nach 10 - 15 Kilometern überholte er einen nach dem anderen und preschte voraus. Ich hatte mal versucht dranzubleiben. Zwecklos! Schaffte ich nicht. Mal abgesehen davon, dass seine Duke gut und gerne 15 PS mehr als die Domi hatte, fuhr er auch Spitzkehren sehr gekonnt und fast im Drift. Ihn und Dito ließ ich ziehen. Hinter mir mühten sich Armin und Stefan mit ihren Vierzylinder-Hondas redlich einen ab, um einigermaßen Anschluss zu halten. Selbst Stefans Kumpel, der eine Transalp fuhr, war trotz Sozia nicht langsamer, als die 600er und 1000er CB.
Einmal hatten wir uns auf einer schmalen Bergstrecke ein bisschen verfahren und wussten nicht so recht wohin wir weiterfahren mussten. Als wir uns für eine Richtung entschieden hatten, entpuppte sich die Strecke als heftige Schotterpiste. Unsere Vierzylinderfahrer hatten ihre helle Freude damit. ;-) Aber auch sie schafften es. Und die Straße führte uns tatsächlich dorthin wo wir hinwollten.
Alles in allem war auch diese Alpentour sehr schön. Mit dem Wetter hatten wir Glück. Wenn es irgendwo von weitem rumpelte, dann erwischte es regentechnisch eigentlich immer ein Nachbartal.
Auf der Rückfahrt hatte leider Stefan eine Panne mit seiner schönen CB 1000. Ich blieb noch eine Zeitlang bei ihm bis er seine Abholung per Hänger abgeklärt hatte. Danach fuhr ich weiter. Ich hatte immerhin eine Gesamtstrecke von 650 km zu absolvieren. Zu allem Unglück ging mir auf der Bahn dann auch noch der Sprit aus, weil ich wenige Wochen vorher den Tank meiner Domi gegen einen gleichwertigen in besserem Zustand ausgetauscht hatte. Nur dummerweise war bei diesem das Röhrchen mit dem Benzinfilter zu kurz, so dass die Reserve nur für 35km hielt. Glück im Unglück musste ich die Domi nur ca. einen Kilometer schieben bis zur nächsten Tanke. Irgendwann später bin ich der Sache mit dem Röhrchen auf die Schliche gekommen und habe es ausgetauscht. Seitdem passt die Reserve wieder.

Im September zog ich wieder zurück in meine Heimat, in eine WG nach Karlsruhe. Nachdem mich mein Professor bereits ein paar Jahre zuvor bequatscht hatte, noch den Master auf mein Diplom draufzusetzen, entschied ich mich zu diesem Schritt. Drei Semester sind ja keine Ewigkeit.
Auch im September stand dann noch ein spezielles Ereignis an: Der Kilometerzähler meiner Domi machte einmal die komplette Drehung. Er stand wieder auf Null. Ich hatte die 100.000km voll.

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Natürlich "nur" auf dem Rahmen, der Tauschmotor hatte zu dem Zeitpunkt ca. 46.000km drauf und lief nach wie vor völlig problemlos.
Fast zeitgleich, gerade mal einen Tag später, hatte sich ein Mädel aus der Nähe von Köln angemeldet, die sich eine gebrauchte NX 250 gekauft hatte. Ihr Name war Anna. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich nicht im Geringsten, welchen Einfluss sie auf mein weiteres Leben haben würde.
Sie wollte sich und ihre kleine Domi für eine Wüstentour vorbereiten, die sie in den Semesterferien 2005 unternehmen wollte. Mich hat aber das, was sie vorhatte, von Anfang an beeindruckt. Ich verfolgte das Geschehen, ohne mich nennenswert aktiv an der Diskussion zu beteiligen, da ich damals auch noch nicht über Fernreise-, geschweige denn Wüstenerfahrung verfügte.
Im Oktober nahm ich an einer Ausfahrt in den Odenwald teil. Ich kannte nur den Vorausfahrenden und seine Freundin. Alle anderen Mitfahrer kannte ich nicht. Ich war jedoch mit meinen 29 Lenzen der jüngste. Die Tour entpuppte sich als "Alte-Herren-Kaffeefahrt", bei der wir alle paar Kilometer in einem Café landeten und auf weitere Mitfahrer warteten, die sich dort verabredet hatten. So richtig Fahrt nahm die Tour aber gefühlt nie auf. Ein von mir gestarteter Thread zum Thema "Wo sind die jungen Motorradfahrer?" brachte mich auf die Idee, eine Sternfahrt zwischen dem Südwesten und der NRW-Fraktion zu machen, da sich von dieser Gruppe einige zu Wort meldeten, darunter auch Anna. Treffpunkt wäre ungefähr in der Mitte gewesen, kombiniert mit einer kleinen Tour. Anna äußerte sich interessiert.
Zunächst kam aber erstmal der Winter, und im nächsten Frühjahr passierte diesbezüglich auch erst einmal nichts. Die Idee drohte, einzuschlafen.


2005 - die Domi verkuppelt mich:
Und dann war da noch das Jahr 2005, das einige Ereignisse in meinem Leben parat hielt, von denen ich nicht zu träumen gewagt hätte.
Los ging es eigentlich eher unspektakulär mit dem mittlerweile obligatorischen Endurotraining. Die Anfahrt unternahm ich, wie bislang jedes Mal, auf eigener Achse mit der gestrippten Domi und auf zuhause montierten Conti TKC 80. Das Wetter meinte es gut mit uns: sonnig, trocken und nicht zu heiß.

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Samstags trieben wir uns auf der Crosspiste herum, und sonntags gab es, wie immer, die gemeinsame Ausfahrt über Feld-, Wald- und Wiesenwege. Dazwischen immer mal wieder eine kurze Etappe auf der Straße. Man merkte aber auch: Es tat sich was im Osten. Der Bau der Autobahn schritt voran, und die ungeteerten Feldwege wurden weniger. Ansonsten aber: Spaß wie immer. :-)

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Außerhalb meiner Motorradwelt taten sich neue Möglichkeiten auf. Mein Professor suchte noch zwei "Kandidaten" für den Doppel-Master. Hierfür waren zwei Auslandssemester in den USA nötig. Die Chance auf einen knapp einjährigen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten tat sich auf. Ich bewarb mich für ein Stipendium.

An Pfingsten stand die traditionelle Fahrt an den Bodensee an. Die Anfahrt war, mal wieder, sehr verregnet. Immerhin besserte sich das Wetter, so dass wir sonntags eine schöne Tour durch den Begrenzer Wald machen konnten. und auf der Heimfahrt eine Schleife durchs Donautal einbauten.

Im Forum diskutierte die NRW-Fraktion einen Termin für eine gemeinsame Ausfahrt. Ich versuchte erneut meinen Vorschlag bezüglich Sternfahrt einzubringen, jedoch ohne nennenswerten Erfolg.

Dann kam Fronleichnam. Es war herrlichstes Wetter. Bei mir zuhause beförderte die WG im Erdgeschoss ihren Grill nach draußen und wir feierten ein House-Grill-Event im Vorgarten. Die fast in Vergessenheit geratene Sternfahrt stand noch aus. Anna und ich verabredeten uns kurzfristig für eine gemeinsame Tour. Unser gemeinsamer Treffpunkt war eine Tankstelle in Bingen am Rhein. Mir ging es primär darum, neue Bekanntschaften zum Motorradfahren zu schließen, da ich im Forum den äußersten Westen Baden-Württembergs nach wie vor ziemlich alleine repräsentierte. Außerdem hatte ich meine USA-Bewerbung im Hinterkopf und nicht so richtig Ambitionen auf was... na, Sie wissen schon!
Meine Domi lief seit dem Endurotraining ein bisschen unrund. Offensichtlich hatte sich ein Staubkorn irgendwo im Vergaser verfangen, so dass sie mir im Stand bzw. beim Anhalten vor einer Abzweigung oder Ampel fast immer ausging wenn ich nicht aufpasste. Ich hoffte darauf, dass sich das Problem von alleine durch's Fahren beseitigte. Außerdem waren meine Contis mittlerweile für den Geländeeinsatz etwas abgefahren, so dass ich mich dazu entschloss, auch die restlichen Millimeter auf der Straße runterzufahren.
Das Wetter war grandios, ja fast schon zu heiß. Ich nutzte die Anfahrt für eine kleine Extraschleife über das Johanniskreuz und schaffte es tatsächlich auf die Minute pünktlich an unserem verabredeten Treffpunkt zu erscheinen. Anna war seit ein paar Minuten bereits da. Sie begrüßte mich mit einem schüchternen, etwas zurückhaltenden "Hallo". Das weitere Gespräch drehte sich zunächst um die Route unserer Tour. Wir setzten über auf die andere Rheinseite per Fähre.

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Wir fuhren so ca. 90 km durch den Taunus, überwiegend im Wald, denn dort war es auszuhalten. Katzenellnbogen war stets ausgeschildert. Ich beölte mich unter'm Helm beinahe wegen dieses lustigen Ortsnamens. :-)
Nachmittags machten wir Pause in einem Wildpark nahe Bad Ems im Westerwald.

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Die Sonne brannte uns auf die Matten. Wir verkrochen uns im Schatten und versumpften sprichwörtlich beim miteinander Quatschen über diverse Themen (u.a. Studium, Motorradreisen, Knickschweine, USA und alte Autos). Erst so gegen 18:30 Uhr stellten wir fest, dass wir uns mal wieder auf die Socken machen sollten. Wir beide hatten noch ein gutes Stück Strecke vor uns. Somit fuhren wir noch gemeinsam bis zur Autobahn. Dort trennten sich unsere Wege wieder. Anna fuhr in Richtung Köln und ich in die entgegengesetzte Richtung in die badische Heimat.
Gleich am Tag später fuhr ich mit meinem Youngtimer zu meinem Kumpel nach München. Gleichzeitig war Anna mit der NRW-Fraktion in der Eifel unterwegs. Wir hatten beide ein sehr ausgefülltes und ereignisreiches Wochenende hinter uns.
Mittlerweile hatte ich auch eine Zusage bez. meiner Bewerbung zum USA-Aufenthalt bekommen. Wow! USA. Dass ich gleich für fast ein Jahr rüber durfte, hätte ich mir nicht zu träumen gewagt. Zusätzlich zu meinen anstehenden Klausuren mussten diverse Vorbereitungen getroffen werden. Auch Anna hatte Klausurstress, so dass an eine Wiederholung unserer Sternfahrt zunächst nicht zu denken war. Wir waren zwar regelmäßig per Email in Kontakt, aber bis zu unserem nächsten Treffen sollten drei Monate vergehen.
Bemerkung am Rande: Erst jetzt im Zuge der Recherchen zu diesen Erzählungen habe ich festgestellt, dass das erste Treffen zwischen Anna und mir auf den Tag genau vier Jahre nach dem Motorexitus an meiner Domi stattgefunden hatte. Zufälle gibt's...!

Zwei Wochen später stand das Domitreffen ganz dick in meinem Kalender. Trotz stressiger Klausurlernzeit hatte ich mir dieses Wochenende frei genommen. Der Termin stand schließlich bereits frühzeitig fest. Dieses Jahr ging es in die Fränkische Schweiz. Armin war Organisator, und das hatte er sehr gut hinbekommen. Ein paar Unerschrockene meldeten sich für's Schlafen im Heu. Alle anderen zelteten. Ich war bei den Heuschläfern dabei. Ohrenstöpsel gehörten jedoch zur Grundausstattung. Ohne diese wären die Nächste sehr beschwerlich geworden. ;-)
Für die Anfahrt traf ich mich mit der Offenburger Fraktion in Karlsruhe. Von dort aus fuhren wir gemeinsam zum Treffen. Jürgen war wieder mit dabei, Ell und Hubi waren neu. Hubi war leider nur ein einziges Mal beim Treffen dabei. Seine Domi war ein weiterer sehr schön gemachter Einarmschwingen-Umbau. Die inneren Werte versprachen Schmiedekolben und ca. 60 PS. Da Hubi unbedingt mal eine originale Domi fahren wollte, und ich heiß darauf war, seine zu fahren, tauschten wir für die komplette Rückfahrt die Motorräder. Ich hatte meinen Spaß. :-) Ist schon etwas besonderes, wenn eine Domi so mir nichts, Dir nichts auf Tempo 180 beschleunigt.
Eine Anekdote fällt mir noch ein, die sich während der Anfahrt zugetragen hatte:
Ich fuhr voraus. Nachdem ich lernen musste, dass meine Mitfahrer einen zügigen Fahrstil bevorzugen, hatte ich mich dahingehend angepasst. Irgendwo im bayerischen Nirgendwo fuhren wir über eine Landstraße, die sich in gepflegtem Zickzack über die Felder windete. Ich fuhr die Kurven zügig, aber ohne gefühlt übertriebenes Risiko einzugehen. Bei der nächsten Pause meinte einer meiner Mitfahrer: "Du, ich glaube Dein Bremslicht ist kaputt. Das hat auf dieser kurvigen Strecke nicht funktioniert." Knappe Antwort meinerseits: "Kein Wunder, dass es nicht geleuchtet hat. Ich habe nicht gebremst." Mit dieser Aussage dürfte ich bei meinen Mitfahrern endgültig akzeptiert gewesen sein. ;-)

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Auch auf diesem Treffen lernte ich neue Gesichter kennen, die sich auch nach wie vor im Forum tummeln: Dobinator, Peter K, unser Chuck-Norris-Nüsse-Erfinder Mike,... :-)

Mittlerweile war es Ende Juli. Die Klausuren waren vorüber und in mir machte sich große Erleichterung breit. Zwischen den auf vollen Touren laufenden Vorbereitungen für meinen USA-Aufenthalt fand die dritte Domiforum-Alpentour statt. Karsten R. hatte eingeladen zu sich in seine Ferienwohnung im Wallis. Er lud den Damjan, einen slowenischen Domifahrer mit ein, was ihn dazu veranlasste, ihn in Slowenien abzuholen und dann komplett einmal quer durch die Alpen zu fahren. Ich nutzte die Gelegenheit und stattete meinem Freund aus Bern einen Besuch ab. Ich übernachtete bei ihm. Dadurch, dass ich die Anfahrt auf zwei Tage verteilte, konnte ich auf eine Fahrt auf der Autobahn komplett verzichten und klapperte so ziemlich jedes schöne Stück Landstraße zwischen Karlsruhe und Bern ab. Am Folgetag ging es über das Emmental runter Richtung Wallis. Ich machte in Gletsch, wo sich Furka-, Grimselpass und die Straße ins Wallis treffen, eine Pause. Just als ich da so sitze und den Ausblick auf den so dahinschmelzenden Rhone-Gletscher genieße, nähern sich plötzlich eine Domi, eine Transalp, eine Africa Twin und eine BMW F650. Die vier kamen mir sehr bekannt vor. :-) Es waren Arno, Stefan, sein Kumpel René (den ich vom zweiten Domitreffen noch kannte) und Armin auf seiner neuen BMW, nachdem er mit seiner CBF 600 nicht sonderlich glücklich wurde. Die restliche Strecke durch das Wallis zu Karstens Hütte fuhren wir gemeinsam. Dort angekommen wurden wir bereits freudig von Karsten und Damjan erwartet.
Die folgenden drei Tage klapperten wir die Seitentäler des Wallis ab und machten einmal auch einen Abstecher Richtung Chamonix nach Frankreich rüber.

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Fotosession von Armin und mir. Wir fotografierten uns gegenseitig beim Durchfahren einer Kehre.

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Ur-Domi Foto-Session zwischen meiner und Damjans Domi.
Damjan hatte sich für seine Domi selber eine Doppelrohr-Anlage hergestellt. Diese hatte einen traumhaften, bassigen Klang, den ich so kein zweites Mal gehört hatte. Außerdem hatte er den Autodeko entfernt und den Motor so gut eingestellt, dass er bei weniger als 1000 Umdrehungen/Minute im Stand ruhig vor sich hin tuckerte, ohne auszugehen. Ein Klangerlebnis ohne gleichen.

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Am 29. August sollte ich dann tatsächlich für ca. 10 Monate den Atlantik überqueren. Wenige Tage davor verabredete ich mich ein zweites mal mit Anna. Ich fuhr zu ihr. Wir wollten eine Tour in die Eifel machen. Der Wettergott (und vermutlich so manch anderer Gott ebenfalls) hatte jedoch anderes vor mit uns. Es pisste nämlich bereits auf meiner Anfahrt in die Kölner Bucht, so dass ich ziemlich durchnässt bei ihr ankam und irgendwie so gar keine Lust mehr verspürte, an dem Tag noch weiter im Sattel zu sitzen. Ich hatte ein Fotoalbum von einer meiner vergangenen Alpentouren dabei und wollte ihr ein paar Eindrücke vom Fahren in den Alpen vermitteln. Gegen später, das Wetter hatte sich wieder etwas beruhigt, fuhren wir mit der Straßenbahn in die Stadt. Was im Laufe des Abends dann noch so passierte, könnt Ihr Euch sicher denken. Ich wusste nun, welcher Gott den Regengott bestochen hatte. Mich hatte es voll ins Herz erwischt. Anna offensichtlich auch.
Am nächsten Tag fuhr ich über die Eifel wieder nach Hause. Der Nebel dort hatte eine seltsame rosige Farbe. Ach, was erzähle ich da? Aber zumindest hatte ich jede Menge Schmetterlinge als blinde Passagiere im Bauch. Ob aus der Sache dauerhaft etwas werden würde, wussten wir natürlich noch nicht, aber wir blieben weiterhin und sehr regelmäßig per Email und Telefon (Skype sei Dank) in Kontakt.
Zwei Tage später meldete ich zum ersten Mal überhaupt die Domi vorübergehend ab. Zwei weitere Tage später saß ich im Flieger in die USA. Die Zeit in den Staaten war insgesamt sehr außergewöhnlich. Diese allein könnte ein ganzes Buch füllen.
Mit der Domi passierte erstmal nichts mehr. Eine meiner längsten motorradabstinenten Zeit begann. Ich sollte erst wieder im März 2006 auf einem Motorrad sitzen.


2006 - alles wird gut:
Den Jahreswechsel 2005 auf 2006 verbrachte ich zusammen mit Anna. Sie besuchte mich in den Staaten. Statt Motorrad fuhren wir im Norden Michigans Snowmobil. Was war das für ein Spaß. :-) Die Zeit mit ihr zusammen war superschön. Wir ließen die Sache zwischen uns ohne Druck weiterlaufen, auch wenn wir uns erst wieder etwas über fünf Monate später sehen sollten. Der Kontakt per Skype war zumindest sehr intensiv. :-)
Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, wenn ich schonnmal in den USA bin, einen Road Trip durch die westlichen Bundesstaaten zu machen. Wenn möglich, auf dem Motorrad. Mein Stipendium ließ mir finanziell ein bisschen Spielraum. Für den Rest haute ich meine übrig gebliebenen Ersparnisse auf den Kopf. Es war mir völlig egal. Das war DIE Chance, die ich einfach nutzen musste, eine solche Tour zu machen. Mein Zeitfenster für sie belief sich auf fünf bis sechs Wochen ab Anfang Mai. Leider hatte zu diesem Zeitpunkt keine meiner Motorradbekanntschaften Zeit bzw. die finanziellen Mittel für eine solche Tour. Also plante ich, alleine loszufahren.
Im Februar fing ich an, nach einem bezahlbaren Motorrad zu suchen. Mieten kam nicht in Frage, da es zu teuer für eine mehrwöchige Tour geworden wäre. Alternativ hätte ich auch die Domi rüberschippern lassen können. Aber letzten Endes mit ich mit dem Kauf eines gebrauchten Motorrads mit anschließendem Verkauf nach der Tour am günstigsten weggekommen. Da die Amerikaner ein anderes Verständnis vom Motorradfahren haben, hatte ich nur die Auswahl zwischen schwerem Eisenhaufen à la Harley, einem Supersportler oder einer leichten Hardenduro. Das breite, und in Europa sehr beliebte Spektrum der Reise-Enduros und auch der großvolumigen Einzylindermotorräder gibt es in den Staaten fast nicht. Es sollte eine sehr gepflegte, ca. 10 Jahre alte Suzuki VS1400 Intruder werden, die ich für einen guten Tarif bekommen habe. Mit diesem Cruiser fuhr ich in fünf Wochen ca. 13.000km von Michigan nach Kalifornien, Washington, Wyoming und wieder zurück.
Ich möchte auf diese Tour hier nicht näher eingehen. Wer neugierig ist, kann sich meine drei Videoclips von jeweils ca. 4 - 5 Minuten Länge auf Youtube anschauen, die die Tour im Großen und Ganzen zusammenfassen:

1. Teil:


2. Teil:


3. Teil:


Ende Juni, rechtzeitig zum Beginn des Achtelfinales der Fußball WM im eigenen Land kam ich wieder zurück nach Deutschland. Auf dem Flughafen kam ich mir zwischen den vielen verschiedenen fußballbegeisterten Nationen vor, wie ein Tourist im eigenen Land. Es war für Deutschland eine großartige Zeit. Das spürte man. Kaum zuhause meldete ich die Domi wieder an. Bei meiner ersten Fahrt wurde mir erst so richtig bewusst, welchen Dampf die Suzuki Intruder hatte. Mir kam die Domi im ersten Moment etwas schlapp vor. :-) Aber eigentlich war das völlig egal. Ich freute mich unbeschreiblich darauf, Anna endlich wiederzusehen. Ich fuhr daher standesgemäß mit der Domi zu ihr.
In der Folgezeit entwickelte sich unsere Beziehung prächtig. Auf dem 6. Domitreffen, das Ende Juli im Schwarzwald stattfand und für mich fast "Heimspiel" bedeutete, outeten wir uns als erstes Forums-Pärchen. :-)

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Den Freitag vor dem Treffen verbrachten wir im Europa Park Rust. Von Rust fuhren wir am späten Nachmittag direkt zum Treffen.
Auch an diesem Treffen hatten wir Sonne satt. Wir waren ca. 25 Teilnehmer.

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Auf diesem Treffen lernte ich eine Heike kennen, die unbedingt die Welt retten wollte, und ihren Mattes. Ich glaube, sie will sie immer noch retten, zumindest ist sie seitdem aktiv im Forum dabei. :-)

Fast direkt im Anschluss an das Domitreffen machten Anna und ich unseren ersten gemeinsamen Urlaub. Für einen Wüstentrip war ich zwar nicht vorbereitet, und noch dazu wollte ich eine solch sandhaltige und klimatisch extreme Tour meiner luftgekühlten Domi nicht zumuten, aber wir erfüllten uns einen anderen Wunsch. Wir beide wollten unbedingt mal in die Pyrenäen fahren. Anna hatte sich mittlerweile von ihren Plänen bezüglich einer Mittelmeerumrundung verabschiedet, da sich ihre freie Zeit doch nicht ganz so unkompliziert hat einteilen lassen. Für drei Wochen Pyrenäen und Iberische Halbinsel hatte es aber immerhin gereicht. Das bislang erste und einzige Mal nahmen wir die Motorräder huckepack auf den Hänger und fuhren unsere Stationen mit dem Auto an.

Das erste Mal übernachteten wir im südlichen Elsass.

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Unser Gespann mit den Domis drauf. (Das war auch gleichzeitig die letzte große Tour des in Ehren ergrauten 5ers, bevor ihn mein Vater verkaufte.)

Danach fuhren wir in die Pyrenäen und drehten dort ein paar tage unsere Runden über diverse Pässe.
Weiter ging es über San Sebastian Richtung Westen in den Nationalpark "Los Picos de Europa".

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Mittagspause im Nationalpark Los Picos de Europa

Wieder ein paar Tage später fuhren wir ganz in den Westen, nach Galizien. Wir machten eine Tour zum Cabo de Fisterra, der westlichste Punkt Europas. Früher glaubten die Menschen, dass dort die Welt aufhört.

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Cabo de Fisterra - sprichwörtlich am Ende der Welt

Danach ging es wieder zurück durch das spanische Landesinnere. In der Nähe von Soria machten wir erneut Halt und schauten uns die Festung "Fortaleza Califal de Gormaz" an.

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Das Domi-Duo. :-)

Der nächste Stop war Barcelona. Wir schauten uns ein bisschen die Stadt an, u.a. das Aquàrium und die Basilika.
Auf der Rückfahrt fuhren wir nochmals in die Pyrenäen rein und machten einen Abstecher nach Andorra. Die Anfahrt dorthin war erwartungsgemäß sehr verstaut. Auch sonst hat uns Andorra nicht vom Hocker gerissen. Wenn, dann müsste man sich die Zeit nehmen, und die kleinen Seitenstraßen dieses winzigen Kleinstaats erkunden. Die hatten wir mittlerweile jedoch nicht mehr, so dass wir uns am nächsten Tag weiter auf die Rückreise machten. Auf dem Weg lag Carcasonne, das wir gerne noch mitnahmen. Wir verbrachten einen Tag dort, nicht ohne dort standesgemäß französisch zu speisen. Kann ich übrigens sehr empfehlen. Obwohl Carcasonne ein Touristenmagnet ist, sind die Menüpreise moderat. Das hatte mir sogar eine Französin bestätigt, die neben mir stand und die Speisekarte studierte. Ihr Kommentar: "C'est ne pas cher." (Das ist nicht teuer.)
Nach dem Aufenthalt in Carcasonne wollten wir eigentlich den nächsten Campingplatz ansteuern. Jedoch hatten wir uns so daran gewöhnt, dass die spanischen Campingplätze bis weit in die Abendstunden noch offen sind, so dass man auch abends um 23:00 Uhr noch einen Platz bekam. In Frankreich machten die Campingplätze pünktlich um acht oder neun Uhr die Tore zu. Somit hieß es für uns: Draußen bleiben. Wir waren aber beide an dem Abend noch nicht wirklich müde, so dass wir uns entschlossen hatten, weiterzufahren. Gegen Mittag am darauffolgenden Tag kamen wir wieder bei mir zuhause an.

In der Folgezeit unternahmen wir immer mal wieder gemeinsame Touren, wenn es das Wetter zuließ. Da wir damals 280 km voneinander entfernt wohnten, musste die Wetterprognose jedoch recht zuverlässig sein, so dass es sich für den einen lohnte, die Strecke freitags zum anderen zu fahren und sonntags wieder zurück.
Die Domi hatte im Spätjahr 2006 etwa 110.000 km drauf. Ich spürte immer mehr, dass das Fahrwerk eine dringende Überholung nötig hatte. Per ebay ersteigerte ich ein gut erhaltenes WP-Federbein mit einer Laufleistung von damals ca. 20.000km. Das originale Federbein meiner Ur-Domi war zwar außer in der Federvorspannung auch in der Zugstufe verstellbar, allerdings war dieses bereits maximal vorgespannt. Wahrscheinlich hat es deshalb über 100.000km geschafft, ohne schon vorher total schlapp gewesen zu sein. Das WP-Federbein war eine echte Offenbarung. Auch ohne Vorspannung war das Fahrwerk schön straff, ohne hart zu sein. Das war das erste Mal, dass ich an meiner Domi das Federbein ausbaute, und das erste Mal, dass ich darüber ziemlich fluchte. An einer RD02 ist der Ausbau des Federbeins der reinste Act. Aber wie so oft, Übung macht den Meister. :-)

--- Ende Teil 3 ---

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tommy89
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von tommy89 » Mo 5. Jun 2017, 01:49

31.12.2014:

Extra lange wach geblieben. ;-)
Hat sich gelohnt. :-)
Bin auf die nächsten Teile gespannt. :-)

Grüße tommy
Motto: Wenn du mit einem Bier in der Hand in die Garage gehst, um dein Motorrad einfach nur zu betrachten, dann muss es dich begeistern.
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Hogi
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Hogi » Mo 5. Jun 2017, 01:49

31.12.2014:

Danke Steffen - das lese ich in Ruhe
Gruß
Hogi 8-)

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Hante

Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Hante » Mo 5. Jun 2017, 01:50

31.12.2014:

Oooh, das ist aber ‘ne Menge Text. Das les‘ ich mir etwas später in Ruhe durch.
Z.B. wenn ich mir wieder Ladebalken von Win7 ansehen soll.

Freugruß Uwe

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Greeny
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Greeny » Mo 5. Jun 2017, 01:51

01.01.2015:

Gerade Muße und Zeit gehabt zum lesen.
Danke Steffen für diese schöne Geschichte!
Ich persönlich mag das Gruppenbild vom ersten Seetreffen, der Greeny mit BMW-Helm und alten Sidi‘s auf meiner (damals noch geliehenen) Gülle...

Greeny

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Nergal
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Nergal » Mo 5. Jun 2017, 01:52

01.01.2015:

Merci, Steffen!!!!

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Capri 28
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Capri 28 » Mo 5. Jun 2017, 01:53

01.01.2015:

Hi Steffen.

Super Story! Ganz durchlesen werde ich das ganze noch die Tage in Ruhe.
Ich bin auch seit 1994 mit der Domi dabei. 112000km und es macht Spaß wie am ersten Tag!:-)
Die Chemie muss stimmen. Auf die nächsten 20 Jahre!

LG.Martin

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