20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

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Ölfuß Andy
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Ölfuß Andy » Mo 5. Jun 2017, 21:52

28.01.2015:

ASTREIN !!!!!

Gruß der Ölfuß Andy
Gruß, der Ölfuß ;)


Wodka
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Wodka » Mo 5. Jun 2017, 21:55

28.01.2015:

Hallo Steffen,

auch von mir ein dickes Dankeschön und einmal lesen reicht hier nicht!! Ganz ganz klasse und sehr viel Herzblut investiert!!

Wolfideresnochmallesenmuss

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frank.kernen
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von frank.kernen » Mo 5. Jun 2017, 21:55

29.01.2015:

Hi Steffen,
das Internet hier in Goa ist zwar etwas langsam, aber ich habe jetzt deinen Bericht lesen können, wirklich super, Danke für deine Arbeit.

Viele Grüße aus der Sonne in Indien
Grüße Frank

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TB+
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von TB+ » Mo 5. Jun 2017, 21:56

29.01.2015:

Steffen,
Du schreibst so schön. Mach doch mal weiter, wie war deine Schulzeit, deine erste Freundin........

Gruss TB
Gruß TB

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von steffen » Mo 5. Jun 2017, 21:57

30.01.2015:
TB+ hat geschrieben:Steffen,
Du schreibst so schön. Mach doch mal weiter, wie war deine Schulzeit, deine erste Freundin........

Gruss TB
TB, ich glaube das WILLST Du garnicht wissen. ;-)
Aber schreibe Du mal wieder einen Reisebereicht! Die lese ich auch sehr gerne.

Gruß,
Steffen

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von TB+ » Mo 5. Jun 2017, 21:57

31.01.2015:

Na ja, in 2 Wochen bin ich in Portugal, für ein paar Bilder wird´s wohl reichen.

Gruss TB
Gruß TB

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von steffen » Mo 5. Jun 2017, 21:59

Geschrieben am 19.04.2015:

And finally...
in Anlehnung an das zweite Foto meiner Story (siehe Seite 1 dieses Threads), das im April 1995 aufgenommen wurde, gab es heute zum 20-jährigen "Jubiläum" wieder eine kleine Fotosession:

Bild

Gleiche Stelle, gleiches Moped, und ja... der Typ auf der Domi ist auch tatsächlich derselbe. :-)

Gruß,
Steffen

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Worldtraveller » Mo 5. Jun 2017, 22:00

19.04.2015:

Endgeil...
Hast Du die Sandalen von damals auch noch ? :lol:

Gruß
Oli
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von tommy89 » Mo 5. Jun 2017, 22:01

19.04.2015:

Gut gehalten, kaum verändert. :-)))

Grüße tommy
Motto: Wenn du mit einem Bier in der Hand in die Garage gehst, um dein Motorrad einfach nur zu betrachten, dann muss es dich begeistern.
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von ChoKo » Mo 5. Jun 2017, 22:02

01.10.2016:

@Steffen: Habs gefunden :-)

Muss ich mir mal in Ruhe durchlesen.
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von steffen » Mo 5. Jun 2017, 22:04

02.10.2016:
ChoKo hat geschrieben:@Steffen: Habs gefunden :-)

Muss ich mir mal in Ruhe durchlesen.
Gerne. Am besten bei einer großen Tasse Tee. Es wird ja schließlich herbstlich draußen. :-)

By the way: Musste feststellen, dass ein paar Fotos im ersten Teil nicht mehr richtig angezeigt wurden. Ich habe das korrigiert. Somit sollten sie wieder sichtbar sein. Falls nicht, bitte melden!

Gruß,
Steffen

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Steffen SPunkt » Mo 5. Jun 2017, 22:05

28.12.2016:

Geile Story. Respekt!


mago88
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von mago88 » Mo 5. Jun 2017, 22:07

02.01.2017:

Hallo Steffen,

klasse Geschichte.
Hätte ich meine 88er in schwarz nicht 99 verkauft, bräuchte ich nicht an einer nicht so gut gepflegten 88er in blau vieles wieder in Ordnung bringen.
Wenn nicht größeres an Defekten kommt, wird sie mit mir älter.

Danke und Gruß aus Sehnde...bei Hannover
Mago88
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Greeny » Mo 5. Jun 2017, 22:07

02.01.2017:

Ja Mago, dieses Schiksal teilen wir, bloß daß meine Blaue eigentlich ganz gut da steht und ich noch keinen Gammel gefunden habe....

Greeny

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von steffen » Mo 5. Jun 2017, 22:08

02.01.2017:

Nun ja... ich stand mit meiner auch schon 2001 am Scheideweg. Und hätte nicht ein anderer mit seiner 93er Domi einen Unfall gehabt, und ich somit nicht günstig an den Motor seiner Unfallmaschine gekommen...

By the way: Ich habe einen gemachten Kickermotor an Land gezogen. Ich beabsichtige somit meine Domi wieder in ihren richtigen Originalzustand zu versetzen.
Kann nur hoffen, dass der Motor auch haltbar ist. :-)Und bis ich mit diesem Projekt beginne, wird es noch eine Weile dauern. Noch läuft der andere ja mit seinen 102.000 km...

Gruß,
Steffen

P.S.: Danke an alle, die sich zwischenzeitlich hier gemeldet haben und denen die Story gefallen hat. :-)

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Andreas_NRW » Mo 5. Jun 2017, 22:11

02.01.2017:

@Steffen: gemachter Kickermotor? Fein!
Sollte der dennoch "Baustellen" haben, komm vorbei und wir machen das !
..

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Nickless
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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Nickless » Mo 5. Jun 2017, 22:12

05.01.2017:

Nun habe ich es endlich auch mal geschafft, deine ,,Story" zu lesen. Die ganze Zeit hielten mich die langen Texte davon ab.
Bin nicht der große Leser. Irgendwie wurde ich aber jetzt so neugierig, daß ich mich gestern 04.01.17 mal eingelesen habe und heute 05. mir den Rest gab. Mit solchen Berichten werde ich noch zum Leser :-) Hat sehr viel Spass gemacht, weil man auch einwenig dabei mitfühlen kann. Hast du Tagebuch geführt, oder woher weißt du noch, wann es wo und wie lange geregnet hat und wo du den dritten Kaffee auf einer Tour getrunken hast?

Danke für solch eine kurzweiligen Geschichte.
Gruß nickless
...was ich heute nicht mache, mache ich morgen, oder besser übermorgen, dann kann ich morgen das machen, was ich gestern nicht gemacht habe...

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von steffen » Mo 5. Jun 2017, 22:14

05.01.2017:
Nickless hat geschrieben:Nun habe ich es endlich auch mal geschafft, deine ,,Story" zu lesen. Die ganze Zeit hielten mich die langen Texte davon ab.
Bin nicht der große Leser. Irgendwie wurde ich aber jetzt so neugierig, daß ich mich gestern 04.01.17 mal eingelesen habe und heute 05. mir den Rest gab. Mit solchen Berichten werde ich noch zum Leser :-) Hat sehr viel Spass gemacht, weil man auch einwenig dabei mitfühlen kann. Hast du Tagebuch geführt, oder woher weißt du noch, wann es wo und wie lange geregnet hat und wo du den dritten Kaffee auf einer Tour getrunken hast?

Danke für solch eine kurzweiligen Geschichte.
Gruß nickless
Hallo Rolf,

nein, ich habe kein Tagebuch geschrieben. Die Details während der Touren sind tatsächlich noch im Hirn haften geblieben. Es ist doch meistens so, dass sich die allerersten Touren am meisten ins Gedächtnis brennen. Und für die 2003er Tour nach Frankreich habe ich sehr zeitnah einen Reisebericht geschrieben, der jederzeit online verfügbar ist. Da lässt sich auch vieles nachlesen.
Die zeitliche Chronologie und andere Ereignisse habe ich zum Teil durch Recherchen in meiner persönlichen Forumshistorie wieder zusammenknüpfen können. Abgesehen davon kann ich mir generell recht gut merken, was sich in welchem Jahr ereignet hat bzw. wo ich wann gewesen bin.

Gruß,
Steffen

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Lordpeffski » Mo 5. Jun 2017, 22:16

10.01.2017:
steffen hat geschrieben: 2012 - die Prioritäten ändern sich
Allein durch die Geburt unserer Tochter haben sich für mich die Prioritäten verschoben. Gänzlich aufgeben wollte ich das Motorrad fahren bislang nicht, aber dass es weniger werden würde, war völlig klar.
Hä??? Wie jetzt? Hier kann Euch geholfen werden! Damit hat bei mir die Moppedfahrerei erst richtig angefangen. Ein Leben ohne Gespann ist möglich, aber nicht sinnvoll.

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von Höörbie » Mo 5. Jun 2017, 22:19

18.01.2017:
Hante hat geschrieben:Hach, geraten. Die Chance lag bei fiftyfifty. Und ein bisschen Bauchgefühl.
Aber wirklich erkennen kann man es nicht. Sehr gute Arbeit.

Gruß Uwe
Steffen würde nie so knapp auffahren:-)

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von jakobjogger » Mo 5. Jun 2017, 22:20

19.01.2017:

@unser neuer Lord: Kannst du das mal mit den Verweisen auf Uralgespanne lassen? Wenn ich weiter mit dem Scheiß konfrontiert werde, kaufe ich mir wieder eins. Und das wäre unvernünftig.

@Steffen: Die Story ist top und an manchen Stellen kann ich mich auch erkennen. Danke dafür.

Glück Auf

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von steffen » So 9. Feb 2020, 23:37

Teil 6: Die Jahre 2015 bis heute

Mittlerweile sind wieder mehr als fünf Jahre vergangen, seit ich den letzten Teil meiner Domi-Story geschrieben habe. Es ist so einiges während dieser Zeit passiert, und doch ist vieles auch gleich geblieben. Meine Überlegung war zunächst, den Vier-Jahres-Rhythmus meiner Erzählungen beizubehalten. Andererseits passt das Jahr 2019 ganz gut in diesen Teil meiner Geschichte mit rein. Daher habe ich mich entschlossen, den sechsten Teil meiner persönlichen Domi-Story über fünf Jahre erzählen zu lassen. Das bedeutet aber auch: Es gibt viel zu lesen. ;)
Wenn Ihr die Geschichte lest, macht es Euch mit einem Kaffee oder Tee bequem und nehmt Euch die Zeit dafür.

2015 - Horizonterweiterung gen Osten
Das Jahr begann recht unspektakulär. Mit dem beruhigenden Gedanken im Hinterkopf, endlich den Elektrikfips besiegt zu haben, läutete ich meine persönliche Motorradsaison ein und fuhr Ende Februar eine kleine Runde durch den Kraichgau über meine Hausstrecken.

Bild

Bei einem kurzen Fotostopp am Stifterhof bei Östringen musste ich jedoch ernüchternd feststellen, dass die alternde Elektrik doch noch für die eine oder andere Überraschung auch in Zukunft gut sein wird. Die Domi wollte nämlich partout nicht mehr anspringen. Ich orgelte und orgelte. Probierte es immer wieder. Mehrmals klappte ich den Seitenständer aus und wieder ein. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass die Domi mit eingeklapptem Seitenständer besser anspringt, als mit ausgeklapptem. Aber nichts passierte. Ich war schon drauf und dran, mit meinem Schweizer Taschenmesser und dem Bordwerkzeug die Verkleidung abzubauen, um besser nachschauen zu können, als ich mir nochmal intensiv Gedanken machte, welche Handgriffe ich eigentlich zuletzt, als ich anhielt und den Motor ausmachte, gemacht habe. Hmm... ich stoppte den Motor mit dem Killschalter. Aha! Also nochmal am Killschalter herumgefummelt, ihn mehrmals nacheinander an- und wieder ausgemacht, nochmal den Anlasser betätigt, und siehe da... die Domi lief wieder. Ok! Das bedeutet ab sofort auch ein Augenmerk auf den Killschalter zu werfen wenn sie mal wieder nicht anspringen will, bzw. ihn wirklich nur in Notfällen zu benutzen. Nach diesem kleinen adrenalinfördernden Erlebnis fuhr ich mit einem dicken Stein am Herzen weniger wieder nach Hause.

Im Forum rief ich im März zur mittlerweile traditionellen Frühlingsausfahrt Südwest auf. Allerdings hatte ich dieses Jahr etwas Besonderes vor. Schon seit längerem kursierte die Idee im Forum, dass man sich mal beim Fahrzeugmuseum in Marxzell bei Karlsruhe treffen und die gemeinsame Ausfahrt mit einem Besuch des Museums verbinden sollte. Ich bin in der Vergangenheit des Öfteren an dem rein privat betriebenen Museum vorbeigefahren. Marxzell liegt im Albtal, und die Landstraße durch das Albtal führt nach Bad Herrenalb, was wiederum für mich ein wunderbarer Einstieg in die Kurven des Nordschwarzwalds bedeutet. Interessenten waren schnell gefunden. Vor allem Stefan (DOTRAT bzw. 990er) war von der Idee angetan und kam bereits am Tag davor von Erding zu mir ins Badische rübergefahren mit seiner KTM. Hogi ließ es sich auch nicht nehmen, dabei zu sein. Auch unser "Scharfe-Nüsse" Mike war dabei und Mikkas, den ich damals das erste mal seit seiner Rückkehr aus China wieder gesehen habe. Ein neues Forumsmitglied, Sebastian, schloss sich uns ebenfalls an. Aber leider war er nach dem ersten Kennenlernen und gemeinsamer Tour nicht mehr wirklich aktiv im Forum, so dass der Kontakt zu ihm wieder verloren ging.
Am Samstag, den 11. April fuhren Stefan und ich bei eher wechselhaftem Wetter über das hügelige Rheintal-Hinterland nach Marxzell. Es war noch nicht viel Verkehr unterwegs und wir kamen gut voran, da wir fast ausschließlich auf Nebenstraßen unterwegs waren. Wir kamen aus nördlicher Richtung auf das Albtal zu, fuhren den Berg runter und mussten anschließend links nach Marxzell abbiegen. Wir hatten nur noch wenige Hundert Meter vor uns, als uns eine Polizeistreife kurz vor dem Ortseingang Marxzell herauswinkte. Es war eine Routinekontrolle speziell für Motorräder und ihre Fahrer. Zur Abwechslung jedoch wurden wir von einer Polizistin kontrolliert. Der Umgangston blieb freundlich von beiden Seiten. Die Reifen hatten noch genug Profil, und ansonsten gab es an der Domi und der KTM nichts auszusetzen, nicht einmal am Sound. ;)
Vor dem Museum dauerte es nicht lange und die Gruppe war komplett. Meine beiden Mädels Anna und Emilia kamen mit dem Auto, ja und sogar Hogi kam mit seiner Halbdose, da es im Schwabenland ordentlich regnete. Neben ihm saß Mike. Mikkas und Sebastian waren mutig und kamen auch mit Africa Twin und Domi.

Bild

Nach dem Besuch des Museums fuhren wir in den Nachbarort zum gemeinsamen Mittagessen. Ich hatte einen Tisch in einem Gasthaus reserviert, das extra für uns geöffnet wurde. Der Wirt musste Vorbereitungen für eine Hochzeitsgesellschaft treffen. Somit war er bereits im Gasthaus und konnte uns nebenher bewirten. War irgendwie schon ein komisches Gefühl, die einzige Gesellschaft im Restaurant zu sein. Aber es hatte alles gepasst. Das Essen war lecker und dem Wirt gefiel der Smalltalk mit uns. :) Am Nachmittag unternahmen Stefan, Mikkas, Sebastian und ich noch eine kleine Runde durch den Schwarzwald, bevor sich unsere Wege wieder trennten.

Bild

Das Wetter hatte den Tag über tatsächlich gehalten. Stefan und ich fuhren gemeinsam wieder zu mir zurück und am Tag darauf zu sich nach Hause.

Zwei Wochen später stand mal wieder das traditionelle Endurotraining in Thüringen beim Stefan Hessler auf dem Programm. Erstmalig kümmerte sich Stefan (DOTRAT/990er) um die Anmeldungen. Ulf, der sich seit 2002 darum gekümmert hatte, zog sich immer mehr und mehr aus dem Forum zurück. Leider habe ich ihn seit dem Domitreffen 2013 nicht mehr gesehen.
Die Domi wurde, wie immer, auf Offroad getrimmt. Ich musste mich aber jedesmal an dieses unfassbar schwammige Fahrgefühl der Heidenau Grobstöller gewöhnen. Diese Gummis auf Asphalt zu fahren fühlt sich an, als würde man permanent auf der Karkasse herum eiern. Nun ja, ich nutzte nach der Umbauaktion die paar Testkilometer für eine kleine Poser-Fotosession mit Blick vom nächsten Berg hinab ins abendliche Rheintal. ;)

Bild

Nun ja, das Posen können andere besser als ich. :lol:
Das Training an sich verlief ziemlich gut. Im Vergleich zum Vorjahr hatte ich keine technischen Defekte und auch keine Stürze zu vermelden. Meinem Daumen, den ich mir im Jahr zuvor verletzte, ging es auch wieder blendend. Und das Wetter? Das hielt auch was es versprach: Warm und trocken.
Samstags wurde wie immer die Theorie vermittelt und natürlich gleich praktisch einstudiert.

Bild

Das Teilnehmerfeld mit den - man muss fast schon sagen "üblichen Verdächtigen" - war dieses Jahr groß genug, so dass wir die Sonntagsausfahrt aufgeteilt in zwei Gruppen unternahmen. Ich war mutig und traute mich, in der Fortgeschrittenen-Gruppe bei Stefan mitzufahren.

Bild

Irgendwann im Laufe des Tages fuhren wir auf einem Feldweg irgendwo durch den Wald, als Stefan plötzlich sich neu orientieren musste, weil sich vor uns eine Baustelle auftat, die er nicht auf seinem Schirm hatte. Nach kurzer Überlegung schickte er uns einen ziemlich steil den Hang nach oben führenden Weg hinauf. Der Weg, kaum zu erkennen, war zum Glück nicht lang. Trotzdem hatten ein paar aus unserer Gruppe Probleme, ihn aufgrund seiner Steigung zu befahren. Also musste Stefan ein paarmal den Weg hinunterlaufen und die Mopeds dieser Leute nach oben fahren, während der Rest der Gruppe oben zwischen den Bäumen stehend, wartete. Diese Aktion muss ein Jäger (vielleicht war es auch ein Förster) in der Nähe mitbekommen haben. Denn nur wenige Minuten später stand er neben uns und verdächtigte uns der illegalen Geländefahrerei. Als er jedoch bemerkte, dass wir alle unsere Kennzeichen an den Motorrädern dran hatte, war er sehr verwirrt. Damit hatte er nicht gerechnet. Er glaubte zunächst, dass wir illegal unterwegs wären. Es kam dann nur eine Bemerkung von ihm von wegen "dann könnt Ihr ja gleich mit Euren Kfz-Scheinen winkend zur Polizei fahren". Einer aus unserer Gruppe meinte kleinlaut zu ihm: "Wir haben uns verfahren und wissen gerade nicht wo wir weiter müssen".
"Ach so", meinte der Jäger. "Ja wenn das so ist, dann müsst Ihr da hinten auf den Weg, dann die nächste links, dann wieder rechts und dann... blahblahlah". Er erklärte uns genau wie wir aus dem Waldstück heraus kamen und nahm uns die Masche mit dem Verfahren haben komplett ab. :mrgreen: Mein erster Gedanke war, dass ich so einen Jäger/Förster auch mal in Baden-Württemberg begegnen möchte, der so eine Situation so gelassen entschärft wie der gerade eben im Thüringer Wald. Mittlerweile waren alle oben auf dem Hang, auch Stefan. Er meinte wir sollten dem Jäger Folge leisten und schauen, dass wir hier wieder rauskommen. Ihm war die Situation sichtbar unangenehm. Ohne die Baustelle, wäre es garnicht dazu gekommen. Ansonsten verlief die Tour aber ohne weitere unangenehme Vorkommnisse. Sie endete mit der obligatorischen Wasserdurchfahrt.
Insgesamt war es erneut ein gelungenes und spaßiges Enduro-Wochenende.

Zwischendurch hatte ich ein etwas seltsames Erlebnis mit der Polizei.
Anfang Mai war ich - allerdings mit meiner Triumph Tiger - auf dem Weg nach Aachen zu meinem langjährigen Freund Tom. Ihr erinnert Euch vielleicht: Mit ihm und seinem selbstgebauten Roadster auf VW Käfer-Basis hatte ich Anfang der 2000er zwei Alpentouren unternommen, bzw. auch später noch immer mal wieder die ein oder andere Sternfahrt.
Ich fuhr über den Pfälzer Wald und den Hunsrück nach Luxemburg und dort entlang der luxemburgisch-deutschen Grenze nach Norden. Keine vier Wochen nach meiner ersten Motorrad-Polizeikontrolle geriet ich in die nächste. Die Polizeibeamten erkannten schnell, dass sie an meiner vier Jahre alten Triumph nichts finden würden, was sie bemängeln hätten können. Somit hatten sie eher ein Augenmerk auf meine - leider nicht vorhandene - Warnweste, die man auch als Motorradfahrer in den Benelux-Ländern mitführen muss. Es stellte sich heraus, dass diese Aktion eine gemeinschaftliche "Aufklär"-Aktion der deutschen und luxemburgischen Polizei war, die an die Motorradfahrer Warnwesten kostenlos verteilten und sie... Achtung! Jetzt kommt's! ...dazu nötigten sie sofort anzuziehen und mit Warnweste weiterzufahren. Ansonsten hätte der Spaß das ansonsten übliche Bußgeld von €74,- gekostet. Das Gespräch mit den deutschen Polizeibeamten war insgesamt durchaus freundlich. Daher versuchte ich mit ihnen ins Gespräch zu kommen und wollte ihnen meine Sichtweise über das Motorrad fahren mit Warnweste mitteilen. Nach meinem Verständnis hat eine Warnweste einen anderen Zweck zu erfüllen. Sie soll andere Verkehrsteilnehmer auf mich aufmerksam machen, wenn ich zu Fuß irgendwo auf oder entlang der Straße unterwegs bin, oder am Straßenrand stehe. Ich trage dann eine Warnweste wenn ich eine Panne oder ein anderes Problem habe und nicht in der Lage bin, weiterhin am Verkehrsgeschehen teilzunehmen. Aber alle meine Argumente wurden von den Polizeibeamten mit dem Gegenargument "damit sie besser gesehen werden" erschlagen. Diesen Satz musste ich mir mehrmals anhören. Der eine ergänzte noch "... in Ihrer schwarzen Kleidung." Daraufhin machte ich ihn darauf aufmerksam, dass ich gar keine schwarze Kleidung an habe und mich auch bewusst für eine helle Textilkombi entschieden habe, eben weil ich nichts Schwarzes haben wollte. Außerdem verfügt sie ab Werk über jede Menge eingenähter Reflexstreifen. Aber auch hier wurde argumentiert, dass das nur bei Nacht einen Vorteil bringt, aber nicht am Tag. Naja, es hatte keinen Sinn. Ich bemerkte, dass die Diskussion ins Nichts führen würde. Also zog ich zähneknirschend die Warnweste an, startete mein Moped und fuhr weiter. Fünf Kilometer später hielt ich an, zog sie wieder aus und verstaute sie unter der Sitzbank.

Zwischendurch lernte ich ein neues Forumsmitglied aus meiner Region persönlich kennen. Es war Günther (Jocker35), der sich im Forum meldete und Probleme mit dem Druckpunkt der Vorderbremse an seiner Domi hatte. Kurzerhand fuhr ich zu ihm und wir drehten eine kleine Runde durch den Kraichgau bei der wir zwischendurch die Domis tauschten. Ich hatte somit das Vergnügen, eine 1993er Domi mit gerade einmal 33.000 km zu fahren. Der Unterschied zu meiner Domi war deutlich zu spüren. Günthers Domi fuhr sich viel ruhiger mit deutlich weniger Vibrationen und Geschüttel. Aber bremsen konnte meine Domi tatsächlich besser.

Anfang Juni war wieder Zeit fürs alljährliche Domitreffen. Dieses Jahr organisierte unser BWH-Uwe das Treffen in Bahratal im Erzgebirge. Erzgebirge! Klasse! In dieser Gegend war ich bislang nur ein einziges Mal gewesen, 2007 mit Anna auf unserer gemeinsamen Ostdeutschland-Tour. Gepflegte 550km über die Landstraßen. Dazwischen: Ein Stückchen durch Tschechien. Auch dort war ich noch nie zuvor gewesen. Ich freute mich wie Bolle. Rolf (Nickless) begleitete mich auf der Anfahrt. Er hatte die Idee, eine Übernachtung einzulegen nahe der tschechischen Grenze. Diese Idee gefiel mir. :) Also trafen wir uns am Fronleichnam-Donnerstag morgens bei Heidelberg und fuhren über den Odenwald immer in Richtung Osten. Unterwegs sammelten wir den Martin (Dobinator) und den Burkhard (Alex 2) noch ein. Wir übernachteten in Schirnding in einer Pension, die Rolf bereits bekannt war.
Kurz bevor wir am nächsten Morgen aufbrechen wollten, stand plötzlich der Kurtl mit seiner BMW vor uns. Er hatte durch unser intensives Planungsgeplaudere im Forum mitbekommen, wo wir uns aufhalten werden. Also hat er kurzerhand freitags früh morgens seine BMW gesattelt und ist aus der Region Passau über Tschechien nach Schirnding gedüst, um uns noch rechtzeitig abzupassen. Somit waren wir nun schon zu fünft.

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Wir hatten sogar eine Passhöhe auf unserer Route. Diese war mir bereits bekannt, da ich hier acht Jahre zuvor schon einmal gestanden habe.

Die restliche Route bis zum Ziel führte uns über kleine Nebenstraßen auf der tschechischen Seite entlang der deutsch-tschechischen Grenze. Zwischendurch machte ich bei meiner Domi die 150.000 km voll. Die Fahrt verlief bei schönstem Wetter und reichlich Kaffeepausen reibungslos.

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Der Treffpunkt war das "Spukschloss", eine Jugendherberge in Bahratal. Die obligatorische Begrüßung aller bereits Anwesender inkl. Wiedersehensfreude der Leute aus dem Forum nimmt stets viel Zeit in Anspruch. :)

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Am Tag darauf bemerkte ich beim Check des Ölstands, dass der Ölverbrauch gestiegen ist. Nun, bei einer Laufleistung von 96.000 km war das auch kein Wunder. Aber ab diesem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass er immer höher wurde. Martin hatte zum Glück ausreichend Öl dabei und half mir aus, da mein eigener mitgebrachter Vorrat nicht ausreichte, den Ölstand wieder auf Maximum aufzufüllen.
Die Samtagsausfahrt führte uns wieder nach Tschechien. Wir besichtigten dort die Flugzeugfabrik Rabstejn (http://www.podzemirabstejn.cz/de/), ein altes Tunnelsystem, in dem die Nazis während des Zweiten Weltkriegs Flugzeuge herstellten. Die Größe dieses Tunnelsystems war beeindruckend. Die Besichtigung war sehr interessant und lehrreich.
Nachmittags machten wir noch einen Abstecher zur Bikerhöhle "Pekelné doly". Ein Motorradtreff, der sich in einer Höhle befindet. Man kann sogar in die Höhle rein fahren und dort parken. Auch die Bar lässt sich anfahren. :)
Auf dem Weg dorthin riss mir völlig unerwartet beim Hochschalten der Kupplungszug an der Domi. Ich hoffte darauf, jetzt bloß nicht anhalten zu müssen. Ein Reparaturset hatte ich zwar dabei, aber ich hatte keine Lust darauf, ihn irgendwo in der Pampa reparieren zu müssen. Und so lang die Fuhre rollte, waren die Gänge auch einwandfrei ohne Kupplung zu schalten. Die Rechnung ging auf. Obwohl wir eine Gruppe von gut 15 bis 20 Motorräder waren, mussten wir nicht anhalten. An der Höhle angekommen suchten wir uns den Weg durch die bereits anwesenden Biker und ihre Motorräder. Ich hatte es fast bis zum Eingang geschafft, als der Tross dann doch zum Stillstand kam und ich die Domi mit einem kräftigen Satz nach vorne abwürgte. Die um uns stehenden Leute dachten wahrscheinlich, dass ich zu dämlich bin Motorrad zu fahren, zumal ich nun absteigen und die Domi die letzten Meter bis zur nächsten freien Parklücke schieben musste. Aber immerhin, ich stand niemandem im Weg und konnte ohne Zeitdruck den Kupplungszug austauschen. Ich bekam auch Unterstützung durch jemanden aus unserer Gruppe. Leider weiß ich jedoch nicht mehr genau wer das gewesen ist. Möglicherweise war es Bernd (Barniebutsch). Mir reichte nach der Reparatur sogar noch die Zeit, um in aller Ruhe die Höhle anzuschauen.
Abends dann gab es leckeres vom Grill und ganz viele Benzingespräche.
Der Sonntag war wieder Abreisetag. Es regnete im Erzgebirge. Aber wir konnten uns nicht beschweren. Von Donnerstag bis Samstag hatten wir bestes Wetter. Für die Rückreise schloss ich mich der Bayern-Fraktion an, da ich nämlich direkt vom einen "Kurzurlaub" in den nächsten fuhr. Mit meinen beiden Mädels verbrachte ich noch ein paar schöne Tage auf einem Bauernhof im Ostfränkischen. Somit hatte ich "nur" eine Etappe von 400km zu meistern. Anna und Emilia fuhren mir mit dem Auto entgegen. Logisch dass sie viel früher am Bauernhof ankamen als ich. Sie hatten ja nur ungefähr 160 km zu fahren.
Ein neuer Kupplungszug war schnell organisiert. Ich wollte wieder einen originalen. Es ist manchmal vielleicht ganz gut, wenn man nicht nur den Seilzug erneuert, sondern auch den Bowdenzug. Dann ist auch der Dreck im Bowdenzug weg und die Kupplung lässt sich wieder etwas leichtgängiger ziehen. Da wir die Absicht hatten, an einem der nächsten Tage nach Zirndorf bei Nürnberg in den Playmobil Funpark zu fahren, schaute ich nach, wo in Nürnberg der nächste Honda-Händler zu finden war. Wie es der Zufall so wollte befindet sich tatsächlich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Funpark ein Honda Vertragshändler. Kurzerhand habe ich ihn angerufen und ihm erzählt was ich benötige und dass ich bei ihm morgen oder übermorgen vorbeikommen werde. Viele Händler wollen ja, dass man bestellte Teile im Voraus bezahlt. Aber das war für ihn überhaupt kein Problem. Er bestellte mir den Kupplungszug, und zwei Tage später fuhren wir auf dem Weg zum 60 km entfernten Playmobil Funpark bei ihm vorbei, bezahlten und nahmen ihn mit. Voilà. Ein neues Teil für die Domi.
Die folgenden Tage standen im Zeichen der Familienevents. Die Domi hatte frei und fand eine Behausung in der Garage des Bauern neben seinem Traktor. Das war nicht die schlechteste Unterkunft. ;)

Im Juli stand das zweite Enduro-Event des Jahres an. Ich war erstmalig dabei bei den DR Summer Offroad Days. Der Veranstalter Stefan Hessler war mir ja durch das traditionelle Domiforums-Endurotraining wohlbekannt. Und auch die Strecke, das KTM Adventureland bei Marisfeld, kannte ich bereits. Anders war eigentlich nur, dass wir uns den ganzen Tag über auf dem Gelände aufgehalten haben und dass freies Fahren ohne Instruktor angesagt war... so viel man wollte. Stefan (DOTRAT/990er), Andreas_NRW, seine "Mehrheit" Sylvia und mindestens Herbert (Enola_Gay) waren auch am Start. Ich war mir jedoch unsicher, was das Campen auf dem Gelände betraf. Daher buchte ich vorsichtshalber ein Zimmer im Hotel zur Werra, wo auch alle anderen unterkamen, die nicht campen wollten. Leider habe ich von dem Wochenende keine Fotos. Ich muss wohl zu sehr mit Fahren und Benzin Quatschen beschäftigt gewesen sein. Es war auf jeden Fall ein sehr spaßiges und pannenfreies Wochenende bei bestem Wetter gewesen.

Über den Sommer schonte ich die Domi etwas. Es war außerdem Urlaubszeit mit der Familie. Es zog uns nach Mittelitalien an die Adria. An meinem 40. Geburtstag hatten wir etwas besonderes geplant. Wir wollten ins Landesinnere in den Gran Sasso Nationalpark fahren. Aber leider kam es anders als geplant. Wir schafften es nur, ein altes verfallenes Dorf anzuschauen. Denn die Straßen waren offenbar etwas zu kurvenreich fürs Töchterchen, so dass sie uns die Dose vollkotzte. Toller Geburtstag! :evil:
Immerhin schafften wir es dann doch noch mit ein paar Tagen Verzug aufs Gebirge hinauf.

Für eine Herbstausfahrt Südwest passte dieses Jahr der Termin irgendwie nie so richtig. Und dann wurde das Wetter schlechter und... schwupps... war es Ende Oktober. Ich fragte im Forum kurzfristig nach wer denn Lust hätte auf eine kleine Nordvogesentour. Aber außer Hogi und einer seiner BMW-Freunde hatte niemand aus der Region Zeit. Also nutzten wir die Gelegenheit und machten daraus eine "Steffen-Hogi-Revival"-Tour. Denn es war vor 5 Jahren, als wir beide unsere zweite gemeinsame Tour unternahmen. Und diese führte uns auch in die Nordvogesen.

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Man vergleiche das Foto mit dem von 2010 aus dem 4. Teil meiner Domi-Story. :)

Wir legten sogar im selben Restaurant wie damals unsere Mittagspause ein. Es war das Restaurant "Kundschaft" kurz hinter Baerenthal im Elsass. Da die Tour am letzten Oktobertag statt fand, und dies somit die letzte Gelegenheit für mich war, vor der Winterpause mit der Tiger zu fahren, nutzte ich die Gelegenheit. Ich finde aber, dass diese Tour trotzdem hier in dieser Geschichte ihre Erwähnung finden soll aufgrund dieses kleinen "Jubiläums" von Hogi und mir.

Und die Saison war trotzdem noch nicht zu Ende.
Kurz vor Weihnachten schickte das Wetter, wie so oft in den letzten Jahren, eine Warmfront in den Südwesten. Und da es zusätzlich zu den milden Temperaturen auch noch erstaunlich trocken war und ich bereits Urlaub hatte, packte ich am 22.12. die Domi aus der Garage und fuhr mit ihr auf die Löwensteiner Platte.

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Es ist selten, dass es auf diesem Parkplatz so leer ist. Aber außer den Motorrädern, die auf dem Foto zu sehen sind, war wirklich niemand weiteres anwesend.
Ein bisschen spürte ich aber doch die kältere Höhenluft auf der Platte. Denn während es im Rheintal und im Kraichgau tatsächlich recht mild gewesen ist, war die Luft auf der Platte doch ein gutes Stückchen kühler. Das merkte ich, als ich die Handschuhe auszog. Hätte ich vielleicht doch nicht tun sollen. Den flugs wurden die Hände kalt. Und das, obwohl ich die ganze Zeit keine Heizgriffe an hatte. Für den Rückweg allerdings gönnte ich mir das bisschen Komfort. Denn wenn man sie schon mal dran hat...

Am Ende des Jahres waren es 3000km mehr, die der Kilometerzähler der Domi zu vermelden hatte.

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von steffen » So 9. Feb 2020, 23:38

2016 - Alte Traditionen
Anfang des Jahres mehrten sich die Stimmen, dass die Forumspflege nicht ausreichend sei. Es hatten sich ein paar Spam-Einträge angesammelt und die Grafiken und Buttons waren nur noch rudimentär sichtbar. Von Koni, unserem Forumsadmin, war jedoch nichts zu sehen. Da ich allerdings über andere soziale Plattformen wusste, dass es ihm gut geht, war schnell klar, dass er offenbar keine Lust mehr auf den Job hatte. Ich bot ihm meine Unterstützung an bzw. die komplette Ablösung als Forums-Administrator. Da ich ihm ausreichend Bedenkzeit einräumen und nichts übers Knie brechen wollte, ließ ich das Thema erstmal ruhen und wartete ab, ob er sich bei mir oder bei jemand anderem aus dem Forum melden würde.

Ende März war es Zeit für unsere Frühlingsausfahrt Südwest. Arno (hodo_650), Mikkas, Andreas Ell und ich trafen sich bei Arno und fuhren eine schöne Tour durch die Vogesen. Allerdings nahm ich dafür wegen der Autobahnetappe zu Arno und retour meine Tiger.
Am Domiforums-Endurotraining konnte ich dieses Jahr leider aus beruflichen Gründen nicht teilnehmen. Ich hatte ein echt übles Wochenende. Aber die Trainingsteilnehmer hatten auch mit einem Novum beim Endurotraining zu "kämpfen": Schnee. Mitte/Ende April zog nochmal eine Kaltfront durch, die genau an dem Wochenende in den deutschen Mittelgebirgen für Schnee sorgte. Ein kleiner Trost. Der größere Trost war, dass ich dieses Jahr zum zweiten Mal nach 2013 an einer Endurotour durch die Vogesen teilnahm. Doch dazu später mehr. Denn zunächst war eine andere, auch alte Tradition, zu pflegen:
Eine Sternfahrt nach Aachen zu meinem Freund Tom. Und dieses Mal hatte ich Lust, dafür mal wieder die Domi zu nehmen. Noch dazu kam, dass der Termin auf ein Rennwagen-Schnupperkurs fiel, den ich von Anna zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Man durfte ein paar Runden auf einem Flugplatzkurs in einem 300 PS Tourenwagen fahren. Somit verband ich das Treffen mit Tom auch mit dem Rennwagen-Event.
An Christi Himmelfahrt, das dieses Jahr bereits auf den 05. Mai fiel, fuhr ich los über den Pfälzer Wald und den Hunsrück an die Mosel. Tom kam von der Gegenrichtung. Wir trafen uns unterhalb der in Bau befindlichen neuen Moselbrücke nahe Ürzig.

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Die restliche Strecke über die Eifel und ein Stück über Belgien nach Aachen fuhren wir gemeinsam. Die Anfahrt verlief insgesamt reibungslos. Das Wetter war erstklassig.
Am nächsten Tag hatte die Domi Pause. Ich fuhr mit Toms Auto in die Eifel in einen Wildpark, wo auch Anna und Emilia nachkamen. Der Flugplatzkurs, wo unser Schnupperkurs stattfand, war ganz in der Nähe. Der Kurs startete erst am späten Nachmittag, so dass es bereits dunkel war, als wir wieder zurück nach Aachen fuhren.
Auch für die Fahrt nach Hause am Tag darauf, war das Wetter blendend. Die Domi lief ohne zu zicken. In Manderscheid machten wir Zwischenstopp.

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Da es Samstag war, konnte ich im Pfälzer Wald sogar durch das an Wochenenden für Motorräder gesperrte Elmsteiner Tal fahren. :)

Zwei Wochen später fand mein "alternatives" Endurotraining statt. Im Vorfeld baute ich die Domi wie immer um auf Geländebetrieb und fuhr freitags nachmittags auf eigener Achse in Richtung Freiburg. Die Heidenau K74/K79-Kombination hatte immer noch genug Profil drauf. Aber das Fahren auf Asphalt wurde nicht besser. Dieses Jahr waren aus dem Forum Andreas_NRW, seine Mehrheit Sylvia und Stefan dabei. Stefan hatte das Auto voll mit Mopeds, da er neben seiner Enduro auch die 990er KTM dabei hatte. Der Plan war, nach der Vogesentour noch ein paar Tage Mopedurlaub im Schwarzwald dranzuhängen. Von meiner Familie bekam ich grünes Licht, auch ein paar Tage dran zu hängen. Aber die Domi war mit den Geländereifen und dem hohen Kotflügel nicht für den schnelleren Straßenbetrieb gerüstet. Also musste ich mit ihr erst zurück nach Hause fahren und dort auf meine Tiger wechseln. Aber zunächst stand die Endurotour im Vordergrund.

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Samstags morgens trafen sich die Teilnehmer wie gewohnt auf dem Trainingsgelände des Veranstalters. Nach einer Vorstellungsrunde und der Einteilung der Gruppen gab es bis zur Mittagspause einen Enduro-Crashkurs. Andreas, Sylvia und ich fuhren in der Anfängergruppe mit. In dieser war ich bereits 2013 dabei und fand sie vom Schwierigkeitsgrad für mich genau richtig. Nicht zu schwer, aber doch hin und wieder mit ein paar anspruchsvolleren Passagen. Mit der Domi inmitten des übrigen Fahrerfelds kam man sich sowieso vor, als würde man einen Dinosaurier bewegen. Viele hatten leichtes Sportgerät neueren Datums dabei, oder dann wieder die vollelektronischen Dickschiffe. Die erste Kandidatin auf einer KTM 1050 Adventure erkannte lobenswerterweise sehr früh, dass ihre Fahrpraxis im Gelände für manche Passagen nicht ausreichen würde. Somit klinkte sie sich bereits während der Übungen aus. Sehr zum Leidwesen ihres Partners, der mit einer KTM 1190 Adventure am Start war und auch in unserer Gruppe mitfuhr. Stefan war in Gruppe 3 eingeteilt. Das hätte eigentlich die anspruchsvollste Gruppe sein sollen. Überraschenderweise haben sich aber hauptsächlich die Leute für Gruppe 3 entschieden, die große Reiseenduros fuhren. Dieser Umstand bremste am ersten Tag ein bisschen das Tempo der Gruppe aus. Aber man hat die Möglichkeit, für den Folgetag die Gruppe zu tauschen falls man gemerkt hat, dass man entweder unter- oder überfordert war.

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Ein Selfie von mir während der Übungsfahrten. Im Hintergrund ist Sylvia zu sehen auf ihrer Cagiva-Diva. ;)
Geregnet hatte es die Tagen und Wochen zuvor nicht allzu viel. Demzufolge war nicht mit allzu viel verschlammten Passagen in den bewaldeten Gebieten zu rechnen. Aber die Wettervorhersage hatte für den Sonntag nachmittag Gewitter angekündigt.
In diesem Jahr war es außerdem das erste Mal, dass in einer anderen Unterkunft übernachtet wurde. Das war mir ganz recht. Ich hatte noch leidig das Zimmer mit den vier Stockbetten in Erinnerung, wo jedes Stockbett mit vier Personen belegt wurde. Ich hatte damals das unfassbare Glück, dass wir nur 15 Personen/Männer gewesen sind, und genau meine Matratze nur einfach belegt war. Das war nun passé. Es gab maximal Vierer-Zimmer. Andreas, Sylvia, Stefan und ich wurden in ein Zimmer eingeteilt. Das passte gut.
Fahrerisch hielten sich die üblen Passagen erwartungsgemäß in Grenzen. Es gab nur am Sonntag morgen eine schlammige Ecke zu durchfahren, bei der Disziplin und ausreichend Gas an der Hand Voraussetzung waren. Ich vertraute den Profilblöcken meiner Heidenaus und fräste mit mäßiger Geschwindigkeit durch den Schlamm. Geschafft! Bei ein paar Leuten musste unser Instruktor ran und die Motorräder aus der Mumpe rausfahren.

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Irgendwann wurden die Berge dann wieder etwas flacher und die Straßen trockener und fester. Und auf einmal fuhren wir wieder durch das dunstige Rheintal. Und selbst als wir am späten Nachmittag wieder das Trainingsgelände des Veranstalters erreichten, war von dem angekündigten Regen noch nichts zu sehen. Auch die stinklangweilige Heimfahrt bei Tempo 90 auf der Autobahn blieb trocken. Das Ölthermometer zeigte trotzige 130°C an. Also keine Chance, noch 10 oder 20 km/h draufzulegen. Der hohe Kotflügel ist leider schlecht für die Motor-Thermik wenn man keinen separaten Ölkühler an seiner Domi hat. Der Regen ging erst runter, als ich die Domi bereits sicher in der Garage abgestellt hatte.
Dafür war am darauffolgenden Tag aber sowas von Dauerregen angesagt. Während Stefan direkt in den Schwarzwald fuhr, musste ich ja erst noch zuhause das Motorrad tauschen. Also bepackte ich meine Tiger, pellte mich in meine Regenklamotten und fuhr über die Autobahn zu Arno, den ich für unsere Schwarzwald-Vogesen-Runde abholte.
Sven (noch_einer) von der Packeisgrenze vervollständigte unsere Vierergruppe. Er hatte seine Domi huckepack per Auto und Anhänger in den Süden Deutschlands gebracht. Für ihn war dort, fast 1000 km von seinem Heimatort entfernt und immer noch in Deutschland, das Paradies. :)
Das Wetter besserte sich ab Dienstag zusehends, so dass wir während der folgenden Tage immer abwechselnd eine Schwarzwald- und eine Vogesentour gemacht haben. Die Domi stand derweil etwas verdreckt in der heimischen Garage und wartete auf meine Rückkehr, damit ich sie vom französischen Staub und Schlamm befreite.
Und für was das alles? Natürlich nur, um unserem Forumsputzteufel Nickless und seiner stets glänzenden Domi ein bisschen Paroli auf dem Domitreffen bieten zu können. :mrgreen:

Es war nämlich, gerade einmal zwei Wochen später, wieder Zeit für das Forums-Event des Jahres... unser Honda Dominator Forumstreffen. Das 16. Treffen fand nach 2010 wieder auf dem Campingplatz des Mammutparks in Stadtoldendorf statt. Das Wetter war, wie schon vor sechs Jahren, prächtig.
Für die gemeinsame Anreise über gepflegte 400 km traf ich mich mit Arno (hodo_650), Ilona (Loni_NTV) und Günther (Jocker35). Günther hatte Feuertaufe. Es war sein erstes Domitreffen. 70 km weiter nördlich sammelten wir an der Raststätte Pfungstadt Rolf auf. Unsere beiden Domis durften bereits jetzt um die Wette glänzen. :)
Kurz hinter Frankfurt verließen wir die Autobahn und fuhren den Rest der Strecke nach Stadtoldendorf über Landstraßen. Am Edersee machten wir nochmal Kaffeepause, bevor wir im Mammutpark eintrafen. Die erste obligatorische Aktion... ja, man kann eigentlich garnicht anders, die Leute begrüßen die schon da sind. Immer wieder schön. 8-)
Anschließend wurde das Zelt aufgebaut. Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir auf dass es selten geworden ist, dass ich mit dem Zelt im Gepäck auf ein Motorradtreffen fahre. Was früher völlig normal war, ja es war sogar ein Unding während eines Motorradtreffens in der Pension oder im Hotel zu schlafen, wurde mittlerweile zu Ausnahme. Aber das Gefühl von früher war schnell wieder da. Man wacht auf, öffnet den Reißverschluss der Zelttür und sieht beim Blick nach draußen die Domi vor einem stehen.

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Genau so muss das! Meine mittlerweile 10 Jahre alte Therm-A-Rest Isomatte milderte immerhin die Kreuzschmerzen am nächsten Morgen.
Als Tagesausflug hatte ich mir vorgenommen, den PS.Speicher im nahegelegenen Einbeck zu besichtigen. Ich hatte im Vorfeld schon viel Positives über dieses Museum gehört und gelesen. Nur leider bin ich im Weserbergland sehr sehr selten unterwegs. Daher war dieses Domitreffen die perfekte Gelegenheit für einen Besuch. Es gab noch weitere Interessenten, so dass unsere Gruppe 14 Personen umfasste. Dumm nur, wenn es ab 15 erst Gruppenrabatt gibt. Aber die Dame an der Kasse war gnädig und gewährte uns auch bereits den Gruppenrabatt. Vielen Dank unbekannterweise nochmals dafür. Der Besuch hatte sich gelohnt, auch wenn dadurch die Ausfahrt etwas kürzer wurde. Für einen Besuch der Villa Löwenherz reichte es auch noch, wo wir zu Mittag aßen. Danach fuhren wir zurück auf den Campingplatz, nicht ohne ein paar Umwege in unsere Tour einzubauen.

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Normalerweise darf die Offroad-Strecke nur von zweispurigen Fahrzeugen genutzt werden. Unsere Organisatoren Jörg, Thomas und Uwe schafften es dieses Jahr tatsächlich, dem Betreiber eine Ausnahme aus dem Kreuz zu leiern. Allerdings durften wir erst auf die Strecke, als alle anderen Fahrzeuge bereits runter mussten. Der Pulk an Interessenten, die sich und das Moped richtig dreckig machen wollten, war beträchtlich. :)

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Da ich die Domi erst kurz vor dem Treffen gründlich vom Dreck der letzten Vogesen-Endurotour befreite, wollte ich sie nicht schon wieder dreckig machen, und verzichtete auf die Offroad-Einlage. Außerdem hatte ich keine Stollenreifen montiert. Und wie ich anhand der Dreckkruste einiger zurückgekehrter Domis inklusive ihrer Fahrer und anhand von Fotos später feststellen durfte, war so manches Schlammloch auf der Piste sehr, sehr tief.
Und wie so oft geht so ein Treffenwochenende immer viel zu schnell vorbei. Unser Südwest-Grüppchen nahm auch die Heimreise gemeinsam in Angriff. Ein paar vereinzelte Regentropfen konnten unserer guten Laune, die wir vom Wochenende mitgenommen haben, nichts antun.
So ganz nebenbei hatte der Motor meiner Domi die 100.000 km Marke übersprungen.
Kaum zuhause, ging der Packwahn einfach weiter. Der Familienurlaub stand auf dem Programm. Ich verabschiedete mich für zweieinhalb Wochen, in denen wir auf die Britische Insel fuhren.
Und kaum wieder zurück vom Urlaub, hing ich noch ein paar Tage Alpenkratzen mit Stefan (990er), Armin_Streetdomi (a.k.a. "Zwiebel" und den ich auch schon seit dem zweiten Domitreffen kenne), Ulla, Osi-Charly und Dobinator hinten dran. Allerdings hatte auf dieser Tour die Domi Pause. Ich fuhr mit meiner Tiger.

Im August war dann wieder Domi-Zeit. Seit 2012 fahre ich auf ein Motorrad-Treffen an die Mosel. Es handelt sich hierbei um ein regionales Treffen des Thruxton-Forums, in dem ich nach wie vor registriert und noch so ein bisschen aktiv bin, obwohl ich seit Ende 2010 meinen Scrambler nicht mehr habe. Dieses Treffen ist noch eins der klassischen Treffen, bei dem man das Zelt einpackt und abends am Lagerfeuer sitzt bei viel Fleisch und Bier. Üblicherweise fahre ich zu diesem mit meiner Triumph. Aber dieses Jahr war es anders. Da auch dort, genauso wie im Domiforum, gerne über den Tellerrand geschaut und darüber gequatscht wird was man neben der Domi - bzw. in diesem Fall neben seinem Modern Classic Moped - noch so fährt, kam die Idee, aus diesem Regiotreffen dieses Jahr ein "Fremdmopedtreffen" zu machen. Das ließ ich mir natürlich nicht nehmen und kreuzte mit der Domi auf.

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Ein paar Unerschrockene brachten ihre alten Schätzchen mit, darunter einige Yamaha SR und auch ein BMW 2-Ventil Boxer war zu sehen. Die meisten aber gingen den umgekehrten Weg und brachten ihr Reisemoped mit. Auch wenn die Domi mittlerweile nicht mehr ganz so gut im Futter stand, und ich sie auch nicht mehr so sehr forderte wie früher, kam ich als "Lumpensammler" auf der Samstagstour ganz gut mit. Und die Kollegen fahren einen flotten Strich. Das muss man ihnen lassen.

Nach diesem Wochenende hatte die Domi weitestgehend Pause bis zur Herbstausfahrt Südwest am 01. Oktober. Mit dabei waren Arno, Hogi und Mikkas. Wir trafen uns morgens in Karlsruhe und wollten eigentlich in Richtung Pfalz/Vogesen fahren. Leider hatten wir etwas Pech mit dem Wetter. Eine Regenfront ging westlich des Rheins herunter. Aber laut Regenradar sollte es in Baden-Württemberg einigermaßen trocken bleiben. Daher disponierten wir um und fuhren eine ausgiebige Runde durch den Kraichgau und den Strohgäu. Hier hatte ich eindeutig Heimvorteil und musste mir somit nicht wirklich eine Tour im Navi zusammenbasteln. Wir hatten zufällig mitbekommen, dass zeitgleich auch Wolfi und Höörbie in der Gegend unterwegs waren. Wir unternahmen den Versuch, sie vor dem Eingang des Freizeitparks "Tripsdrill" in Cleebronn irgendwie abzupassen. Dies missglückte leider, aber die Tour dorthin war schön. :)

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In Brackenheim kehrten wir ein. Danach fuhren wir noch ein kleines Stück gemeinsam, bevor jeder die Himmelsrichtung seiner Heimat einschlug.
Zuhause angekommen, tankte ich voll und stellte die Domi für den Rest des Jahres ab.

Von unserem Forumsadmin hatte ich während der letzten neun Monate leider keinerlei Antwort auf meine Anfragen bezüglich seiner Ablösung erhalten. Im Forum selber war er auch seit mehreren Monaten nicht mehr eingeloggt. Ich sah keinen anderen Ausweg, als etwas Neues auf die Beine zu stellen. In Absprache mit ein paar langjährigen Forumsmitgliedern bereitete ich das neue Forum vor. An Silvester 2016 war ich so weit, offiziell darüber informieren zu können, dass wir auf absehbare Zeit in ein neues Forum umziehen werden. Mittlerweile konnte ich die Restarbeit, die mir noch bevorstand, ungefähr abschätzen. Der Rückhalt, den ich von allen aktiven Forumsmitgliedern erhalten habe, war überwältigend und bestätigte mich darin, das richtige zu tun.

Aber nun wieder zurück zur Domi:
Am Ende des Jahres kamen immerhin 4.400 Kilometer zusammen. Der Gesamtkilometerstand belief sich nun auf 155.963. So langsam musste ich mir ernsthafte Gedanken über eine Überholung des Motors und diverser anderer Dinge machen. Einem Forumsmitglied kaufte ich einen größeren Posten Gebrauchtteile inklusive eines überholten Domi-Motors mit Kickstarter ab. Problem: Er wohnte in Hamburg. Also mussten die Teile irgendwie die 600 km in Richtung Süden zu mir transportiert werden. Diese Kurierfahrt übernahm freundlicherweise Stefan (990er) für mich. Da aber auch Stefan gut 350 km von mir entfernt wohnt, hatte er das ganze Material erstmal zu sich nach Hause gefahren in dem guten Gewissen, dass wir uns früher oder später wiedersehen werden und dann die Übergabe arrangieren können. Wann das genau passieren sollte, war uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz klar. Aber wir waren guter Dinge, dass es im nächsten Jahr klappen könnte. :)

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von steffen » So 9. Feb 2020, 23:39

2017 - Der Zahn der Zeit
2017 stand im Zeichen des Endurofahrens. Ich nahm das erste Mal überhaupt an drei Enduroveranstaltungen in einem Jahr teil. Aber leider musste ich auch festsellen, dass die Domi so allmählich gebrechlich wurde. Aber nicht nur die Domi. Doch dazu später mehr.
Ich begann die Saison Mitte Februar mit einer kleinen Runde über meine Hausstrecken. Bevor ich jedoch den Kaltstart an der Domi übte, kam mir die Idee, dass es vielleicht für andere interessant sein könnte, wie die Domi nach längerer Standzeit zu starten geht. Immerhin stand sie fast 4,5 Monate in der trockenen, aber kalten Garage. Ich war selbst gespannt darauf, wie viel Zeit ich dafür benötigte, bis sie lief:



Es war sonnig, aber frisch. Die Domi lief soweit ganz gut. Dass sie ab und zu beim Abtouren ausging, daran hatte ich mich in all den Jahren daran gewöhnt. So richtig abgewöhnen konnte ich es ihr nie. Je nach Wetterlage, oder Uhrzeit... vielleicht war auch der Mond daran schuld... lief sie im Standgas besser oder schlechter.

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Am 25. März war das neue Forum fertig. Wir zogen fast geschlossen um, weg von Forumromanum hierher in dieses Forum. Hier muss ich nochmals meinen allergrößten Dank an alle ausdrücken, dass Ihr den Umzug mitgegangen seid. Ohne diesen Rückhalt hätte dieses Unterfangen nicht funktioniert. Der größte Wermutstropfen war natürlich, dass man bei null wieder anfängt. Alle Themen zur Domi, die in den langen Jahren behandelt und diskutiert worden sind, blieben im alten Forum zurück. Aber das neue füllte sich schnell mit wertvollen Inhalten. Und es ist wie in jedem Forum: Die Themen wiederholen sich irgendwann. Außerdem steht das alte Forum nach wie vor als "Nachschlagewerk" zur Verfügung.

Etwa zwei Wochen später, es war mittlerweile deutlich wärmer, war wieder Zeit für die traditionelle Frühlingsausfahrt Südwest. Unsere Tour führte erstmalig in den Odenwald. Und der Andrang war beachtlich. 11 Leute wollten insgesamt die Tour mitfahren. Darunter hatten wir zwei Überraschungsgäste. Der Ralf aus der Hohenlohe kam vorbei, um seinem Kumpel Dieter (Q-Rare) Gesellschaft zu leisten. Selbiger fuhr frühmorgens in Gladbeck(!) los, um rechtzeitig am Treffpunkt zu sein. Und aus Heppenheim reiste Maik an. Beide meldeten sich anschließend im Forum an. Ich denke das spricht für die angenehme Atmosphäre hier im Forum. Der Preis für die weiteste Anreise ging konkurrenzlos an Charly aus Österreich. Er wollte auch dabei sein und reiste nur für das Wochenende mal kurz vom Bodensee zu mir. Charly übernachtete in seinem kleinen Wohnmobil bei mir im Dorf. Morgens kamen Arno und Hogi vorbei und wir fuhren zu viert zum Treffpunkt. Tourstart war in Hirschhorn am Neckar im Café am Rathaus. Wir tranken uns schonmal warm. :)

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Und wer schon einmal das Vergnügen hatte, mit Charly eine Runde zu drehen, der weiß, dass auf solchen Touren immer sehr interessante, teilweise auch sehr dynamische Fotos während der Fahrt herauskommen. Der Schnappschuss von meiner Domi und mir entstand innerorts kurz bevor wir rechts abgebogen sind.

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Nach einer gemütlichen Mittagspause und einer gemeinsamen Runde von ca. 150 km standen wir in Eberbach am Neckar und verabschiedeten uns voneinander. Die Truppe trennte sich wieder und wir fuhren gefühlt in alle Himmelsrichtungen wieder nach Hause.
Einen kleinen Kurzbericht mit mehr Fotos von der Frühlingsausfahrt Südwest 2017 hatte ich kurz nach meiner Rückkehr ins Forum gestellt.

Zwei Wochen später ging es das erste mal in den Dreck, und zwar in den französischen. Da wir das Jahr davor mächtig viel Spaß an der Endurotour durch die Vogesen hatten, meldete sich erneut ein Grüppchen aus dem Forum wieder an. Sven hatte letztes Jahr während unserer Schwarzwaldtour durch unsere Erzählungen Blut geleckt und wollte unbedingt auch mal dabei sein. Stefan (990er) war wieder mit von der Party, und Arno mit Ilona. Arno war derjenige, der uns 2013 auf diese Veranstaltung aufmerksam gemacht hatte. Günther kam auch mit. Dank ihm bekam ich einen Huckepack-Fahrservice. Und der war auch bitter nötig. Nicht weil meine Domi liegen geblieben wäre, sondern weil Stefan und ich diese Zusammenkunft nutzten, um die Domiteile inklusive Motor, die ich im letzten Herbst gekauft hatte, zu übergeben.

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Stefan startete wieder auf seiner Rallye-Transalp und Ilona auf ihrer 400er Suzuki DR. Die restlichen vier hielten die Domi-Fahne hoch. Das war beachtlich. In der Vorstellungsrunde sind wir von den anderen immerhin mit dem nötigen Respekt beachtet worden, dass wir mit solch alten Motorrädern an der Tour teilnehmen wollten. Aber mit der Domi geht was. Das weiß nur nicht jeder. Der "Alterspräsident" war ein Mitfahrer Jahrgang 1948 auf einer BMW R1200GS Adventure(!). Donnerwetter. Mit diesem Dickschiff hätte nicht einmal ich mir die Tour zugetraut. Aber die GS war rundum mit Sturzbügel ausgestattet. Kaputtgehen konnte also nichts. Und das Moped lag mindestens fünfmal pro Tag am Boden. Aber der Fahrer hatte offenbar Routine im Abspringen. Er hatte sich nie weh getan. Und er schaffte die Tour komplett über beide Tage. Meinen Respekt hat er dafür.
Es gab allerdings wenige Tage davor einen Kälteeinbruch. Mit Schnee rechnete ich zwar nicht, aber mit Regen bei maximal 10°C. Es hätte ungemütlich werden können. Ich holte mir beim Stefan ein paar Tipps ab und klebte schonmal vorsorglich am Crosshelm die Lüftungsschlitze mit Panzertape zu. Denn luftig genug war der Helm sowieso schon. Aber einmal in Bewegung, war von den kühlen Temperaturen nichts mehr zu spüren.
Wir übernachteten wieder in dem gleichen Hotel wie das Jahr zuvor. Und zufälligerweise wurde Stefan und mir sogar das gleiche Zimmer zugewiesen, das wir im Jahr zuvor auch hatten. Den ersten Tag meisterten wir ohne Verluste an Mensch oder Material. Regen hatten wir auch so gut wie keinen. Von Samstag auf Sonntag regnete es in der Nacht etwas, aber nicht genug, um aus der Tour eine Schlammschlacht zu machen.
Am Sonntag morgen hatten wir ein etwas anspruchsvolleres Teilstück zu meistern. Der Weg war teilweise schlammig und mit Steinen, Baumwurzeln und sonstigem Gehölz gespickt. Jeder hatte mit dieser Passage zu kämpfen. Aber mit gegenseitiger Unterstützung schaften wir es alle. Ich kam richtig ins Schwitzen und entfernte nach erfolgreicher Meisterung dieses Teilstücks das Panzertape. Ich konnte die Frischluft gut gebrauchen.

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Wohlbehalten kamen wir am Sonntag nachmittag wieder auf dem Trainingsgelände des Veranstalters an. Die Domi hatte sich wacker geschlagen. Einmal hatte ich die Befürchtung, dass sie nicht mehr anspringt. Aber nach ein paarmal Zündung aus und Zündung wieder an, sprang sie auch wieder an. Der Ölvorrat im Motor reichte aus für die Distanz, die man an so einem Wochenende zurücklegt.
Einen kleinen Bericht mit mehr Fotos hatte ich kurz nach der Tour im Forum geschrieben => Termin Endurotraining Vogesen 22-23.04.2017.
Wir fuhren zurück zu den Autos, die an der Pension standen, in der wir von Freitag auf Samstag übernachteten. Stefan wollte ja noch das ganze Zeug loswerden, was er für mich mitgebracht hatte. Und je leerer sein Van wurde, desto voller wurde Günthers M-Klasse. Letzten Endes passte alles rein. Aber das Auto war voll bis unter das Dach. An dieser Stelle nochmals einen ganz lieben Dank an Stefan, dass er mir die Teile abgeholt und gebracht hatte. Dem Günther danke ich nochmals für die Mitfahrgelegenheit. So musste ich nicht auf eigener Achse anreisen.
Zuhause angekommen war dann erstmal ausladen und ein paar Tage später eine Bestandsaufnahme angesagt. Die Basis wurde geschaffen für das Projekt Domi-Restaurierung.

Das Umbauen der Domi auf Straßenbetrieb konnte ich mir zunächst sparen. Denn nur zwei Wochen später stand das Domiforums-Endurotraiing beim Stefan Hessler auf dem Programm. Also reichte eine Reinigung des gröbsten Drecks. Alles andere konnte ich an der Domi so lassen wie es war. Da wir erfahren haben, dass Arno und Ilona auch am Training teilnehmen wollten, entschloss sich Anna, auch mitzukommen und wagte somit einen sanften Wiedereinstieg ins Motorrad (offroad) fahren.
Das Wetter war mal wieder superschön. Sonnig und angenehm warm, aber nicht zu heiß. Wir übten dieses Jahr, zunächst als Wiederholung, das Bremsen auf losem Untergrund.

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Später wurde die Übung dahingehend erweitert, dass wir im kontrollierten Drift eine Kurve ansteuerten, um im richtigen Moment wieder Gas zu geben und aus der Kurve rauszubeschleunigen. Den Mädels war das verständlicherweise etwas zu viel des Guten. Die Routine musste nach der langen Pause erst wieder kommen. Daher machten sie erstmal Pause und schauten ihren Männern beim Üben und Scheitern zu. :mrgreen:
Dafür machten sie aber auch richtig schöne Action-Fotos. Es gab selten ein Endurotraining, von dem ich so schöne Fotos mit nach Hause genommen habe.
Am Sonntag teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Für Stefan, Arno und den Komikus-Berliner, der früher auch im Forum vertreten war, hatte Stefan (Hessler) eine Roadbooktour vorbereitet. Sie fuhren diese ab und übten das Fahren mit Roadbook. Anna machte auch Pause. Ihr reichte das Pensum am Samstag. Alle anderen fuhren mit Helmut, Freund und Helfer von Stefan, eine schöne Überlandtour über Feld-, Wald- und Wiesenwege. Diese Tour war auch als Roadbooktour für eine Veranstaltung ein paar Wochen später gedacht. Helmut wollte sie im Vorfeld abfahren, um nachzuprüfen, ob alles wie geplant befahrbar ist. An der ehemaligen innerdeutschen Grenze machten wir ein bisschen Sight Seeing an einem alten Grenzturm und kehrten ganz in der Nähe in einem Jagdschloss zu Mittag ein.

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Auch dieses Endurotraining hatten alle Teilnehmer pannen- und beschwerdefrei beendet. Ich schließe mit den Worten meines bereits im Forum dokumentierten Berichts (mit noch mehr Fotos) ab:
"Alles in allem war es mal wieder ein sehr spaßiges Wochenende. Das Wetter war auch einwandfrei. Wir bekamen keinen Tropfen Regen ab. Anna und ich mussten lediglich zuhause im Regen die Motorräder vom Anhänger abladen."
Die Tage danach wurde die Domi gründlich gereinigt und wieder auf den Betrieb auf der Straße umgebaut.

Im Juni fuhren Anna und ich das erste Mal seit fünf Jahren wieder eine kleine gemeinsame Runde. Ich wählte als Ziel das Café am Rathaus in Hirschhorn am Neckar aus. Genau an diesem hatten wir uns zwei Monate zuvor für die Frühlingsausfahrt Südwest getroffen. Ich wählte eine Route, die gemütlich über Nebenstraßen zu fahren war. Im Gegensatz zu Annas kleiner Domi, die auch nach langer Standzeit ohne Probleme läuft, machte meine Domi zwischendurch etwas Probleme mit der Zündung. Ich verspürte beim Fahren ein leichtes Ruckeln. Erst nach einer kurzen Pause, in der ich die Zündung aus und wieder anschaltete, wurde es besser. Sollte das Zündschloss so langsam den Geist aufgeben? Evtl. war es aber auch nur ein Kontaktproblem. Aber abgesehen von diesem kleinen Huster lief sie wie gewohnt.

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Es war ein schönes Gefühl, wieder wie früher zusammen unterwegs gewesen zu sein. :)
Leider haben wir es seitdem aber nicht mehr geschafft, dies zu wiederholen. Vielleicht klappt es, wenn der Nachwuchs noch etwas größer geworden ist.

Mittlerweile haben wir Ende Juni. Unsere Höörbie hatte sich mächtig ins Zeug gelegt und das diesjährige Forumstreffen in Sonthofen organisiert. Sonthofen... Allgäu... Berge... das versprach traumhafte Straßen. :)
Auch zu diesem Treffen war bereits die Anfahrt etwas Besonderes. Die NRW-Fraktion machte in meinem Dörfchen Zwischenstation. Mit dabei waren Andreas_NRW, Sylvia, Rüdiger (jakobjogger) mit Simone und Alex (Dominator93). Dieter (Q-Rare) schloss sich der NRW-Truppe an, obwohl er für das Treffen keine Zeit hatte. Er fuhr bis in mein Heimatdorf mit. Von der Gegenrichtung kam sein Kumpel Ralf aus der Hohenlohe angereist. Zusammen wollten sie dann nach dem gemeinsamen Abendessen zurück in die Hohenlohe fahren. Aber erst einmal musste Ralf an seiner XL seinen Kupplungszug reparieren, der ihm kurz vor Ankunft an meiner Hütte kaputt gegangen war. Zum Glück habe ich ja für sowas immer Ersatz dabei. Ja, und auch die NRW-Fraktion blieb nicht frei von einer Havarie. Das Wohnzimmermöbel in Form von Rüdigers Harley kam von der Straße ab und er und Simone rutschten in den Straßengraben. Mit vereinten Kräften wurde die Harley aus dem Graben gezerrt und wieder flott gemacht. Den Sturz hatte sie ohne große Blessuren überstanden. Auch Rüdigers Sozia kam mit dem Schrecken davon. Nur Rüdigers Schulter schmerzte, aber er konnte weiterfahren.
Nach dem Abendessen unter freiem Himmel und lauem Lüftchen stießen dann noch Jörg (Domi-OS) mit seiner Tochter Isa dazu. Dieter und Ralf waren zu dem Zeitpunkt bereits wieder unterwegs.
Zum Frühstück am nächsten Morgen tummelten sich so viele Motorräder vor unserem Haus wie schon lange nicht mehr. Nickless kam morgens die A5 runtergedüst, rechtzeitig zum gemeinsamen Frühstück bei mir zuhause. Danach sattelten wir auf und machten uns auf den Weg nach Sonthofen. Wir nahmen nach Möglichkeit den direkten Weg über Bundes- und Landstraßen unter Auslassung größerer Ballungsgebiete. Beim Bootshaus in Bichishausen im Lautertal machten wir Mittagspause. Die Fahrt verlief reibungslos. Für meine Domi hatte ich eine extra Portion Öl dabei. Der Verbrauch näherte sich mittlerweile der Marke von einem Liter auf 1000 km. Bei einem Ölvorrat im Motor von zwei Liter war das schon eine kritische Marke. Aber ich hatte vor der Fahrt ordentlich aufgefüllt und wusste somit, dass ich damit eine Weile auskommen werde.
Das Treffen war wieder richtig schön. Für die Samstagsausfahrt hatten wir paradiesische Straßen zur Auswahl. Aber hier merkte ich deutlich, dass meine Domi nicht mehr gut im Futter stand. Die Passstraßen rauf lief sie zwar immer noch recht flott, aber der Motor produzierte starke Vibrationen. Auf der Passhöhe von ca. 1600 Meter ging sie mir beim Rangieren auf einem Parkplatz aus und sprang nur sehr widerwillig wieder an. Da wir aber erst einmal Pause machen wollten, ließ ich sie zunächst so stehen und spekulierte darauf, dass sie wieder etwas besser laufen würde wenn sie etwas abgekühlt ist. So war es dann auch. Das Standgas war wieder da und die Gasannahme klappte auch wieder. Wodurch auch immer diese sporadischen Aussetzer und Zickereien verursacht wurden... lag es am Vergaser? Oder doch der Motor? Oder beides zusammen? Ich wusste es nicht. Aber ich musste feststellen, dass die plötzlich aufkommenden und wieder verschwindenden Aussetzer sich häuften. Für den Rest des Tages lief die Domi gut.
Da Greeny mit seiner schönen blauen Ur-Domi erstmals auf einem Treffen erschien, und unser Neuling Alex mit einer gut aussehenden roten Ur-Domi dabei war, kam die Idee für eine Foto-Session der allerersten Domi-Generation auf. Also stellten wir die drei Mopeds zusammen und knipsten fleißig drauf los. :)

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Und anschließend wurden die Grills angeworfen, das Bier gezückt, ordentlich totes Tier gegrillt und kulinarisch vernichtet. Dazu gab es Benzin.- und andere Gespräche verschiedenster Art.

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Das warme Wetter und das schöne Gelände taten das Übrige für eine angenehme Stimmung bis spät in die Nacht hinein. An solchen Momenten könnte das Treffen ewig andauern. Da will man gar nicht an den morgigen Tag und an die Rückreise denken.

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Und trotzdem, wir mussten wieder nach Hause, oder in den Urlaub. Am Sonntag war wieder Abreise vom Treffen. Nur ging leider am Morgen ein Regengebiet durch das Voralpenland. Und wir mitten drin. Der Regen prasselte ordentlich von oben runter. Ein Grund, etwas ausgiebiger zu frühstücken und erstmal abzuwarten wie sich die Lage an der Wetterfront entwickelt. Ein Teil meiner Gruppe, mit der ich freitags zum Treffen fuhr, verlängerte ihren Aufenthalt im Alpenraum. Somit blieben nur Rolf und Alex übrig, die mit mir zurückfahren wollten. Peter K bot sich als "Reiseführer" durch das Donautal an. Um aus dem Regenloch herauszukommen, stimmte auch die Richtung. Na dann, auf ins Donautal. Arno und Ilona schlossen sich uns an. Somit pellten wir uns in unsere Regenklamotten und fuhren am späten Vormittag los. Im Donautal verabschiedete sich Peter, und wir bogen ab in Richtung Bärental. Für uns war die Route so weit klar. Ich fuhr voraus. Ich hatte mich gerade an eine fremde Motorradgruppe rangesaugt, als ich auf einer schmalen und kurvigen, aber gut asphaltierten Landstraße feststellen musste, dass die anderen nicht mehr hinter mir waren. Ich verlangsamte das Tempo und schaute in den Kehren immer mal wieder nach hinten. Aber leider kam niemand. Ein schlechtes Zeichen. Ich drehte um. Ein paar Kurven die Straße rauf, befand sich am rechten Straßenrand eine Parkbucht, in der sie alle standen. Ich sah, dass Rolfs Domi etwas lädiert war. Au weia. Was war passiert? Laut den Schilderungen der Hinterherfahrenden kam er in einer Linkskurve von der Straße ab und überschlug sich. Da auch noch einiges an Dreck, Staub und Gras an Rolfs sonst immer penibel polierter Domi hing, sah der Schaden im ersten Moment schlimmer aus, als er tatsächlich war. Sie war noch fahrbereit. Und Rolf? Der stand erstmal unter Schock und war den Tränen nahe aufgrund des Schadens an seiner Domi. Sein verletzter Daumen machte sich erst später bemerkbar, als sein Adrenalinspiegel wieder gesunken war. Wir konnten die Fahrt immerhin fortsetzen. Als wir den Schwarzwald erreichten, klinkten sich Arno und Ilona aus der Gruppe raus. Sie fuhren weiter einmal quer durch in Richtung Westen, während wir Nord-Nordwest ansteuerten.
Bei mir zuhause angekommen gab es für Alex und Rolf noch eine kleine Stärkung. Ab hier fuhren beide auf der Autobahn weiter. Nach einem langen Fahrtag kamen auch sie gut zuhause an.
Die Havaristen Rüdiger und Rolf suchten, nachdem sie wieder zuhause waren, ärztlichen Rat auf. Rüdiger zog sich einen Schlüsselbeinbruch zu, der aber ohne Operation heilen konnte. Und Rolf hatte eine Knochenfraktur mit Bandabriss, die ihn sieben Wochen vom Motorradfahren abhielt.
Respekt an die beiden, dass sie es mit ihren lädierten Knochen auf eigener Achse noch nach Hause geschafft hatten.
Aber abgesehen von diesen beiden unschönen Ausrutscher war es ein sehr gelungenes Treffen-Wochenende.

Ende Juli war wieder Zeit zum Erdferkeln. Die ganze Familie fuhr zu den DR Summer Offroad Days. Da Arno und Ilona auch auf die DR Summer Offroad Days fuhren und ihre Jungs dabei hatten, entschlossen wir uns auch ein Familienevent daraus zu machen. Ich organisierte einen Motorradanhänger und packte beide Domis und Emilias Bobby Car auf den Anhänger.

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Dieses Mal entschlossen wir uns aber, auf dem Gelände zu campen. Zusammen mit Stefan (990er), Arno, Ilona, Karin und Ralf (Koral) bauten wir unser "Lager" auf. Die Kids grillten ihr Stockbrot und ihre Marshmallows. Dazwischen gab es Verfolgungsjagden mit den Bobby-Cars oder Lesestunde bei Anna bzw. Ilona. Könnte es schöner sein?

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Die Kerle, und auch ab und zu die Mädels, sattelten ihre Mopeds und drehten ihre Runden auf den Endurostrecken. Man konnte sich ja aussuchen wo man fahren wollte. Am einfachsten war die Offroad-Strecke im hinteren Teil des Geländes. Dann gab es noch die Crossstrecke mit ihren teils heftigen Steilauf- und -abfahrten, und die Endurostrecke, die sich am Rande des Enduroparks durch das Dickicht windete. Ich dachte mir: Fahr erstmal zum Warmfahren ein paar Runden auf der Offroad-Strecke. Danach gehts dann auf die Crossstrecke oder die Endurostrecke. Und während ich so meine Runden drehte, hebelte es mich plötzlich in einer Linkskurve aus und ich lag unter der Domi. Autsch! Das tat weh. Und zwar mehr als sonst wenn es mich im Gelände vom Moped beutelte. Mein linker Fuß steckte verdreht unter der Domi fest. Zum Glück standen nur wenige Meter von mir entfernt zwei Typen neben der Strecke, die sich dort offenbar unterhielten. Mir fielen die beiden schon die Runden zuvor auf. Es wäre Spekulation wenn ich behaupten würde, dass mich ihre Anwesenheit abgelenkt hat und ich deshalb gestürzt bin. Wie dem auch sei, die beiden waren sofort zur Stelle und halfen mir, die Domi aufzurichten. Ich stand wieder auf und prüfte, was mein Fuß abbekommen hatte. Auftreten konnte ich noch, und das kurzzeitige Verdrehen war auch nicht schlimm. Das hatte zwar an den Muskeln gezogen, aber die Knochen waren heile. Was mir aber richtig weh tat, war der Vorderfuß. Da musste ich entweder einen dicken Stein oder die Fußraste abbekommen haben. Die Domi hatte es weniger stark erwischt. Der linke Seitendeckel hatte einen Riss bekommen und die Verkleidung insgesamt ein paar Kratzer mehr, ansonsten aber nichts. Ich schwang mich auf die Domi, fuhr die Runde fertig und bei der nächsten Gelegenheit runter von der Strecke und raus ins Fahrerlager bzw. auf den Campingplatz. Dort stellte ich die Domi ab und begutachtete meinen Fuß. Nun ja, er wurde etwas blau und dick unterhalb der Fußzehen. Von unseren beiden anwesenden Ärztinnen Anna und Ilona wurde ich sofort standesgemäß mit Erster Hilfe versorgt.

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Blöd, dass so etwas gleich auf der ersten Fahrt passieren muss. Ich hatte ja die Hoffnung, dass im Laufe des Nachmittags die Schmerzen etwas nachlassen würden, so dass ich doch noch einmal ein bisschen hätte fahren können.
Die Schmerztablette half einigermaßen. Nach dem Mittagessen schlüpfte ich nochmal in meine Endurostiefel. Das Stehgefühl war eigentlich gar nicht schlecht, da die Stiefel genau die Bewegung weitestgehend unterbanden, die mir weh tat: Das Abrollen des Fußes beim Gehen. Dieses Mal wollte ich die Crossstrecke fahren. Aber weit kam ich nicht. Beim ersten Schlammloch kam ich ziemlich ins Schlingern mit meiner Domi. Die mittlerweile recht abgefahrenen Heidenaus forderten ihren Tribut. Daher entschied ich mich, ans Camp zurück zu fahren und auf Annas kleine Domi zu steigen. Die hatte nagelneue Conti TKC 80 drauf und war außerdem gut 35 kg leichter, als die große Domi. Mit ihr traute ich mich auf die Crossstrecke und fuhr auch noch einen Teil der Endurostrecke, zumindest da wo ich den Weg gefunden hatte. Es war an manchen Stellen nicht ganz einfach, die Wegstrecke des Endurotrails zu finden. Danach war zumindest mein Bedürfnis, ein bisschen zu fahren, soweit gedeckt, dass ich mit einem guten Gefühl wieder ins Camp zurück fuhr. Als ich die Stiefel und Socken ausgezogen hatte, war mein Fuß an der verletzten Stelle mittlerweile tiefblau angelaufen. Rein fahrerisch waren die Summer Offroad Days für mich gelaufen. Aber das Beisammensein mit der ganzen Gruppe machte einiges wieder wett. So richtig schlechte Laune hatte ich während des ganzen Wochenendes eigentlich nie. Es war trotz meiner Verletzung ein richtig feines Wochenende gewesen.
Am Sonntag morgen bauten wir zeitig unsere Zelte ab und luden die Domis wieder auf den Anhänger. Montags darauf ging ich zum Orthopäden. Der war sich nicht ganz sicher, ob es nur eine ordentliche Prellung oder tatsächlich ein Bruch war. Also ab unters CT. Dann die Gewissheit: Der Mittelfußknochen vom 3. Zeh war gebrochen. Das hieß: Drei Wochen Stützschuh anziehen und den Fuß ruhig stellen. Immerhin konnte ich noch ein bisschen laufen.
Rechtzeitig zu Beginn unseres Familienurlaubs lud ich ein paar Freunde aus dem Domiforum zum Grillen ein. Es sollte ein Grill- und Domi-Wartungsevent werden. Die Domi war zwar mittlerweile wieder sauber, aber es stand ein Service an. Den Ölwechsel machte ich im Vorfeld selber. Aber in den 23 Jahren, die ich nun die Domi besaß, hatte ich mich nie an das Einstellen der Ventile getraut. Deshalb lud ich Andreas_NRW zu mir nach Hause ein, um von ihm das Ventile Einstellen am Domimotor zu lernen. Im Gegenzug gab es lecker Essen vom Grill. Neben Andreas waren auch Sylvia, Rolf, seine Freundin Susanna, Arno und Ilona anwesend. Arno und Ilona hatten ihre Jungs dabei. Somit konnten sich die Kids selbst bespaßen. Und Rolf unterstützte uns moralisch mit seinen lockeren Sprüchen. Günther kam auch auf einen Spontanbesuch vorbei und kontrollierte, dass wir keinen Mist bauten. :)

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Meinem Fuß ging es nach drei Wochen schon deutlich besser. Der Heilungsprozess lief gut, so dass ich Mitte September wieder die erste Tagestour fahren konnte. Die traditionelle Herbstausfahrt stand auf dem Programm. Dieses Jahr waren wir sehr früh dran mit der Ausfahrt. Es war Mitte September eigentlich noch Sommer. Aber in den folgenden Wochen fanden wir keinen gemeinsamen Termin. Wir fuhren ins Heilbronner Land und in die Löwensteiner Berge. In dieser Gegend bin ich auch eher selten unterwegs. Das Wetter war erneut prächtig. Für Mario (saruman) war es die erste Ausfahrt mit Leuten aus dem Domiforum. Zusammen mit Andreas Ell, Rolf (Nickless), Dieter (Q-rare) und meiner Wenigkeit war die Gruppe komplett. Ich nahm freudig zur Kenntnis, dass es auch mit Rolfs Verletzung an seinem Daumen aufwärts ging. Immerhin konnte auch er wieder Motorrad fahren.

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Treffpunkt war auf der Löwensteiner Platte. Danach ging es im relativen Zickzack über teilweise grottenschlechte Straßen über die Löwensteiner Berge. Ein Stückchen Hohenlohe fand sich auch auf der Route. 150 km später fanden wir uns erneut auf der Löwensteiner Platte ein. Von hier aus fuhr jeder wieder in seine Richtung zurück nach Hause. Dieter klinkte sich schon etwas früher aus der Gruppe aus, da er noch einige hundert Kilometer nach Hause fahren musste. Für mich waren es am Tagesende ca. 300 km. Mensch und Maschine hatten sie gut überstanden. Aber platt war ich abends dann doch ziemlich. Ich war nach meiner Zwangspause irgendwie nichts mehr gewohnt.

Für den Rest des Jahres kam die Domi noch das ein oder andere Mal für die Fahrt zur Arbeit zum Einsatz. Aber für eine richtige Herbstausfahrt im Oktober kam leider kein Termin mehr zustande. Über das Jahr verteilt kamen so knapp 3000 Kilometer zusammen.
Ende November flatterte eine Einladung für das italienische Domitreffen im kommenden Jahr ins Forum. Der Termin: Schon Ende April. Der Ort: Sulmona in den Abruzzen etwa auf der Höhe von Rom, nur weiter östlich. Die Entfernung: Für mich nur schlappe 1250 km. Ich kam ins Grübeln. Ob das meine Domi noch schafft? Wie viel Öl müsste ich denn dafür mitnehmen. Ist der Motor mit seinen über 100.000 gelaufenen Kilometern doch mittlerweile bei einem Ölverbrauch von ca. 1 Liter auf 1000 Kilometer angekommen. Bei einer Gesamtfüllmenge im Motor von gerade mal 2 Liter wird zu nachlässiges Kontrollieren und Nachfüllen schnell kritisch. Hmm... ich kam ins Grüblen. Ein Erlebnis wäre es durchaus. Zumal ich noch nie zuvor im April über die Alpen gefahren bin. Der Termin für das Endurotraining stand auch schon früh fest. Der Zufall wollte es, dass das Training genau eine Woche davor statt fand. Ich hatte einen Plan, und die Familie gab mir grünes Licht. Der Plan sah vor, zwei Wochen Urlaub zu nehmen, in denen ich zunächst am Endurotraining teilnahm, und direkt im Anschluss in mehreren Tagesetappen aufs Treffen nach Italien fuhr und anschließend in mehreren Tagesetappen wieder zurück. Dass daraus mehr wurde, als nur eine Reise auf ein Motorradtreffen, hatte ich dem Martin (Dobinator) zu verdanken. Aber dazu mehr im nächsten Kapitel.

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Re: 20 Jahre Dominator - meine persönliche Domi-Story

Beitrag von steffen » So 9. Feb 2020, 23:39

2018 - auf großer Pilgerreise
Das Jahr begann mit den Planungen für die große Italienreise. Die Route planen, sowie Unterkünfte organisieren und buchen. Martin hatte leider völlig vercheckt, dass der Geburtstag seines Sohnes genau in den Zeitraum unserer Reise fiel. Da Martin aber ungern auf beides verzichten wollte, hatte er logistische Handstände vollzogen und sich kurzerhand einen Flug ab Rom nach Deutschland und den passenden Rückflug zwei Tage später gebucht. Das bedeutete für uns, dass wir zunächst eine Reise nach Rom machen durften, bevor wir am "Raduno Nazionale", dem italienischen Domitreffen, ankamen. Somit wurde die Reise zu unserer persönlichen Domiforums- Pilgerreise nach Rom und auf das italienische Treffen. Aber dazu später mehr. Denn zwischen januar und Ende April gingen noch ein paar Wochen ins Land.

Liegt es eigentlich am älter werden, oder einfach an der Tatsache, dass Frau und Kind vorhanden sind? Denn ich erwischte mich immer häufiger dabei, dass ich so gar keine Gedanken daran verschwendete, im Winter bei trockenem aber kaltem Wetter aufs Motorrad zu steigen und eine Runde zu fahren. Oder lag es an der Tatsache, dass ich an der "kleinen Runde alleine über die Hausstrecke" nicht mehr wirklich Interesse hatte? Auf jeden Fall dauerte es bis zum 11. März, dass ich tatsächlich eine Runde durchs hügelige Hinterland fuhr.

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Anfang April, wenige Tage vor unserer Frühlingsausfahrt Südwest, hatte ich mir vorgenommen, den vorderen Bremssattel auf Vordermann zu bringen. Die Bremsleistung war zwar in Ordnung, aber irgendwie war der Druckpunkt etwas schwammig. Beim Auseinanderbauen stellte ich fest, dass einer der Bremskolben fest saß. Nachdem ich die Bremskolben, sowie Dichtungen und Kleinteile sowie die Bremsflüssigkeit austauschte, war es etwas besser. Die Frühlingsausfahrt konnte kommen.
Mittlerweile kam zu jeder unserer Ausfahrten ein stattliches Grüppchen zusammen. Dieses Jahr waren wir mit 15 Leuten so viel wie noch ne zuvor. Wir trafen uns bei bestem Wetter im Schwarzwald an der Großen Tanne. Im Zickzack ging es zwischen der B500 und dem Rheintal rauf und runter.

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In Freudenstadt kehrten wir ein, und verabschiedeten uns gegenseitig in der Nähe der Schwarzenbachtalsperre.

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Die Domi lief soweit einwandfrei. Das machte mir Mut. Denn bis zum Endurotraining, sowie zur Abfahrt der Reise nach Italien waren es nur noch zwei Wochen.
Bis dahin musste ich die Domi wieder, wie jedes Mal, geländetauglich machen. Da ich darin mittlerweile Übung und auch eine gewisse Reihenfolge im Ablauf etabliert habe, ist der Zeitaufwand vertretbar. Ein paar Stunden bin ich aber trotzdem nach wie vor damit beschäftigt. Aber im Gegensatz zum Umbau auf den Geländebetrieb ist der Rückbau auf den Straßenbetrieb inklusive Putzaktion deutlich aufwändiger.

Was freute ich mich auf meinen Urlaub. Am Tag der Abreise nach Thüringen organisierte ich mir von meinem Arbeitskollegen seinen Motorradanhänger, zurrte die Domi fest und kämpfte mich durch das übliche Freitagsverkehrschaos.

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Aber irgendwie schaffe ich es trotzdem jedes Mal, noch am gleichen Tag am Treffpunkt anzukommen.
Beim diesjährigen Endurotraining waren recht viele neue Gesichter dabei. Die Resonanz im Domiforum hatte in den letzten Jahren deutlich nachgelassen, so dass auch andere Interessenten außerhalb des Forums sich für diese Veranstaltung anmelden konnten. Wir waren dieses Mal nur zu viert aus dem Forum: Stefan (990er), der sich wieder um die Organisation kümmerte, Volker (Fahrlässig), Sven (noch_einer) mit seiner Domi und meine Wenigkeit. Ja, der Sven, der 2011 dieses geniale Domitreffen vor den Toren Stralsunds veranstaltete, war ja das Oberhartei überhaupt. Er hatte sich auch für die Reise zum italienischen Domitreffen gemeldet. Und auch er hatte den Plan, zuvor noch das Endurotraining mitzunehmen. Allerdings machte er das alles in der "verschärften" Variante: Er fuhr nämlich nach dem Endurotraining nicht nach Hause, sondern in Richtung Süden zum Martin. Bei ihm blieb er zwei Nächte und machte seine Domi fit für die Tour. Aber zunächst zurück zum Training. Auch wenn sich vieles für mich im Laufe der Jahre wiederholt hat, so ist für mich dieses Endurotraining zum relativen Beginn der Motorradsaison immer eine willkommene Auffrischung meiner Fahrkenntnisse sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis. Wenn ich dieses Wochenende einigermaßen schadlos überstanden habe, habe ich für den Rest der Saison bislang immer ein gutes Gefühl gehabt, auch im Straßenverkehr sicher und routiniert unterwegs zu sein. Mit dem Wetter hatten wir ja wieder richtig Glück. Es blieb trocken und die Temperaturen waren ideal zum offroad Fahren. Sven hatte leider nicht ganz so viel Glück. Auf der Sonntagsausfahrt stürzte er auf einem Feldweg mit seiner Domi und verletzte sich an der Schulter. Er wollte aber keinesfalls seine bereits geschmiedeten Pläne aufgeben. Er biss die Zähne zusammen, fuhr das Training regulär zu Ende und fuhr auch mit nach Italien. Seine Willenskraft war eindeutig stärker, als seine Schmerzen.
Zu diesem Endurotraining hatte ich auch einen kleinen Bericht mit mehr Fotos geschrieben, der im Forum abrufbar ist unter Bilder vom Domiforums-Endurotraining 2018.

Kaum wieder zuhause, brachte ich am Montag morgen den Motorradanhänger zurück zu seinem Besitzer. Anschließend war ich für den Rest des Tages damit beschäftigt, die Domi fit für die große Pilgerreise zu machen. Neben der Grundreinigung mussten die Räder wieder umgebaut, die Übersetzung verlängert und die bessere Verkleidung wieder montiert werden. Der letzte Ölwechsel war erst vor 1000 km. Das passte noch. Öl nachkippen reichte aus. Aber der Kettensatz war nicht mehr der Beste und wurde daher erneuert. Wenn ich schon mit altem Material eine solche Tour in Angriff nehme, wollte ich wenigstens bei den Verschleißteilen keine böse Überraschung erleben.
Wie lange war es her, dass ich eine solche Tour über mehrere Tausend Kilometer mit der Domi unternommen hatte? Das war die letzte Alpentour zusammen mit Anna durch Südfrankreich, und diese lag sieben Jahre zurück. Somit war es an der Zeit, das Projekt Pilgerreise nach Rom und zum Raduno Nazionale in Angriff zu nehmen. Zu dieser Reise hatte ich schon einen ausführlichen Reisebericht mit vielen Fotos dabei geschrieben. Dieser ist im Thread 14° RADUNO Nazionale Honda Dominator - Italien zu finden. Die folgenden Erzählungen geben eine Zusammenfassung wieder.

Am Dienstag den 24. April früh um ca. 07:00 Uhr fuhr ich bei schönstem Frühlingswetter los. Das einzig Nervige war der Verkehr der Rushhour. Meine Güte, wie hat der Verkehr in meiner Region in den letzten Jahren doch zugenommen. Der erste Treffpunkt, an dem mich Martin und Sven aufsammelten, war bei Höörbie nahe Kempten. Das waren schon mal schlappe 270 Kilometer zum Einstieg. Auf dem Weg zum Zwischenziel kamen bei mir kurz hinter Reutlingen erste Zweifel auf, ob es wirklich eine so gute Idee gewesen war, die Domi mit ihrem sechsstelligen Kilometerstand zu nehmen. Ich fuhr auf eine rote Ampel zu, verlangsamte, zog die Kupplung und *zack* war der Motor aus. Domifahrer kennen mitunter dieses Problem. Ist ja nichts ungewöhnliches. Dumm nur: Sie sprang zunächst nicht an. In meiner ersten Not füßelte ich sie zunächst von der Straße herunter und stellte sie auf dem Gehweg ab. Dort versuchte ich nochmal mehrmals, sie zu starten. Mit viel Gas startete sie dann tatsächlich wieder. Nun ja, der Vergaser entwickelte im Laufe der Jahre so sein Eigenleben. Das hatte ich schon früher ab und zu bemerkt. Manchmal scheint beim Abtouren zeitweise etwas im Innern des Vergasers hängen zu bleiben, was dazu führte, dass sie entweder absoff, oder nur sehr widerwillig das Standgas hielt. Immerhin traten diese Macken nur sehr sporadisch auf. Aber man konnte es sich leider nie aussuchen wann es denn dass nächste mal passieren würde.
Nachdem ich am Treffpunkt gut angekommen, Martin und Sven mich einsammelten, wir noch ordentlich etwas futterten und uns von Höörbie unseren Segen für die restliche Reise abgehoilt hatten, fuhren wir weiter in Richtung Innsbruck, um Kurtl abzuholen. Er war der vierte im Bunde, der auf eigener Achse mit seiner Domi die Tour unternahm. Es war ein schönes Gefühl, in dieser Domi-Truppe dabei zu sein. Damit uns unterwegs nicht langweilig wurde, bogen wir hinter dem Brenner ab und fuhren über den Jaufenpass. Dieser Pass ist ganzjährig geöffnet und somit auch in den Wintermonaten und im Frühling befahrbar.

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Auf 2000 Meter Höhe machten wir einen kurzen Fotostopp. Die Straßen waren zwar frei, aber ansonsten lag in dieser Höhe noch überall Schnee. Die Temperaturen waren trotzdem sehr erträglich. Wir hatten auf der gesamten Anreise eine Schönwetterfront erwischt, die uns mit Sonnenschein und milden Temperaturen verwöhnte. Als wir wieder weiterfahren wollten, quittierten drei von vier Domis ihren Dienst. Zuerst wollte Kurtl seine Domi starten. Aber sie sprang nicht an. Als nächstes startete ich meine Domi. Aber auch diese wollte nicht anspringen. Martin meinte im Scherz noch, dass seine bestimmt auch nicht anspringt, weil sie bei relativ kurzen Stopps öfter nicht startete. Sprach es aus, drückte auf den E-Starter, der Anlasser orgelte, aber ansonsten passierte... nichts. Ich bekam einen mittleren Lachanfall, als ich uns drei so nebeneinander stehen sah und fleißig die E-Starter bemühten.
Nur Svens Domi startete spontan und zeigte in der Höhenluft keine Marotten. Nun ja... letzten Endes hatten wir die drei Domis nach relativ kurzer Zeit doch noch zum Anspringen überreden können. Also ging es über den Pass auf der westlichen Seite wieder runter. Gegen Abend, es war schon dunkel, erreichten wir unser erstes Etappenziel in Malcesine am Gardasee.
Am nächsten Morgen bekamen wir Besuch von Klaus, einem weiteren Domifahrer, der in Malcesine eine Pension betreibt und als Nicola4U hier im Forum auch recht regelmäßig aktiv ist. Martin und er kannten sich bereits persönlich. Mit ihm kurvten wir ein bisschen durch das östliche Hinterland des Gardasees. Erst gegen Mittag schafften wir es auf die Autobahn durch die Poebene. Wir hatten noch eine lange Tagesetappe vor uns. Die nächste Übernachtung war in Siena geplant. Und das war noch ein gutes Stück. In Maranello, unweit des Ferrari-Museums, machten wir Mittagspause. Für ein Besuch des Museums reichte leider unsere Zeit nicht. Wir hatten noch immer gut 200 Landstraßenkilometer vor uns und es war bereits tiefster Nachmittag. Ich hoffe aber, dass ich den Besuch des Museums bei einer zukünftigen Tour zum italienischen Domitreffen nachholen kann. Als wir in Siena ankamen war es bereits dunkel.
Die dritte Etappe führte uns nach Bracciano am Lago di Bracciano. Dort hatten wir ein B&B Zimmer gebucht. Vor Ort am Campingplatz am See waren bereits Karin und Ralf (koral), die per Auto und Anhänger nach Italien reisten. Sie komplettierten die deutsche "Delegation" auf dem italienischen Domitreffen. Aber zunächst war Rom angesagt.
Nachdem wir in Bracciano angekommen waren und uns abends von den beiden begrillen ließen, hatten die Domis am Folgetag frei. Wir fuhren per Bahn nach Rom und schauten uns im Schnelldurchlauf die wichtigsten Gebäude (hauptsächlich) von außen an. Martin flog nachmittags zurück nach Deutschland, um den Geburtstag seines Sohnes feiern zu können. Wir, die übrig blieben, investierten unser Geld in den Eintritt ins Kolosseum und besichtigten dieses von außen und von innen. ;)
Am nächsten Tag war endlich die Fahrt zum Veranstaltungsort des "Raduno Nazionale" angesagt. Wir mussten nur noch 240 km in östliche Richtung fahren. Kurz vor dem Ziel spielten wir mit einer Regenfront Katz und Maus. Wir fuhren eigentlich nur entlang eines Ausläufers, aber diesen erwischten wir immer mal wieder, weil sich unsere Straße den Berg hinauf wand. Bereits am späten Nachmittag erreichten wir das Hotel und wurden von den übrigen Teilnehmern des Treffens sehr herzlich empfangen. Während der nächsten Tage war Cesare damit beschäftigt, für uns zu übersetzen. :mrgreen:

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Die Italiener haben, genauso wie die wir, den 01. Mai als Tag der Arbeit. Da dieser 2018 auf einen Dienstag fiel, nutzten sie den Brückentag als weiteren Treffentag. Somit ging das Treffen einen Tag länger als sonst. Eine willkommene Gelegenheit für das "30-Jahre NX 650"-Jubiläum.
Am ersten Tag führte die Ausfahrt in südliche Richtung. Die Strecke an und für sich nicht weit. Aber es war keine Rundtour. Somit mussten wir denselben Weg wieder zurück fahren. Im Gegensatz zu uns Deutschen legen die Italiener mehr wert auf das gemütliche Beisammensein beim Essen und Besichtigen von Sehenswürdigkeiten. Dadurch liegen die gefahrenen Tagesetappen eher unter denen, was wir so an gemeinsamen Ausfahrten während eines Treffens unternehmen.
Als wir in dem großen Pulk von locker 50 Motorrädern so vor uns dahinrollen, nahm in einer langsam gefahrenen Linkskurve meine Domi plötzlich kein Gas mehr an und starb ab. Wiederbelebungsversuche waren zwecklos. Sie wollte partout nicht mehr anspringen. Wir prüften den Zündfunken. Der war da. Auch sonst klang die Startprozedur per E-Starter wie gewohnt. Nur mit dem Unterschied, dass der Motor nicht startete. Ciro, der italienische Guru und Spezialist in Sachen Domi, stand plätzlich neben mir. Er hörte sich den Klang der Startprozedur an, schaute nach, ob genug Öl vorhanden ist, schnüffelte am Öl und machte dann eine verneinende Handbewegung, schüttelte den Kopf und meinte nur:"compressione".
Sollte mir wirklich die Kompression von jetzt auf gleich flöten gegangen sein? So ganz daran glauben konnte ich nicht. Aber auf die Schnelle konnten wir jetzt nichts unternehmen. Der Tross wartete im nächsten Dorf darauf, dass es weiter ging. Der Plan war, sie nach der Tour per Anhänger abzuholen und zum Hotel zu transportieren. Also stellte ich die Domi mitten in der Pampa am Straßenrand ab, in der Hoffnung dass sie oder Teile davon nicht abhanden kommen, und fuhr bei einem der Tourguides auf seiner 1000er V-Strom älteren Baujahres als Sozius mit. Da ich den Fahrstil meines Fahrers noch nicht kannte, der aber gleich zu Beginn ordentlich am Kabel zog, wurde mir erstmal ein bisschen komisch zumute. Hoffentlich überlebt diese Prozedur mein Magen, war mein erster Gedanke. Immerhin verfügte die V-Strom über ordentlich dimensionierte Haltegriffe und ein Topcase. Herunterfallen war daher eher weniger wahrscheinlich. Trotzdem musste ich mich gut festhalten, zumal er den Job inne hatte, die Straßen abzusperren, damit die ganze Gruppe ungehindert vorbeifahren konnte. Und danach preschte er wieder ganz nach vorne. :shock:
Wir besichtigten eine Kirche, die an eine Grotte gebaut war, landeten in einem Dorf in dem gerade ein Volksfest statt fand und bekamen nach dem Mittagessen einen Lehrgang im Käse selber herstellen. Da ich zunehmend unruhiger wurde und nach meiner Domi schauen wollte, kam Kurtl auf mich zu und bot mir an, mich schonmal zu meiner Domi zu fahren. Er glaubte, so wie ich, nicht an einen Motorschaden. Die Domi stand nur wenige Kilometer entfernt genauso da, wie ich sie abgestellt hatte. Wir prüften nochmal die Zündung, da uns versehentlich das Zündkabel von der Ader der Zündspule ab ging. Zündfunke war da, aber anspringen wollte sie immer noch nicht. Als letzte Maßnahme setzten wir Kurtls Vorschlag um, und ließen die Domi zum Starten den Berg runterrollen. Damit würden wir auch sofort merken, ob die Kompression weg ist oder nicht. Wir schoben also die Domi in die abschüssige Kurveninnenseite. Kurtl schob mich an, ich haute im 2. Gang die Kupplung rein und... die Kiste lief wieder!!!
Ich war in dem Moment einerseits tierisch erleichtert, aber andererseits auch ziemlich stinkig auf die schwarze Zicke. Diesen Tag hätte ich wahrlich anders genießen können ohne diese Sperenzchen. Aber man lernt ja dazu. Wenn alles nichts hilft, hilft anschieben. Die Domi reagiert mitunter verschieden auf Zündfunken. Die, die per Anlasser und Batterie produziert werden sind scheinbar in bestimmten Fällen nicht kräftig genug für einen Start des Motors im Vergleich zu denen, die die Lichtmaschine durchs Anschieben produziert. Aber der Tag war wenigstens gerettet. Für den einzigen, der mir bei der Aktion etwas leid tat war Ciro. Lag er mit seiner Prognose glücklicherweise völlig daneben. ;)
Abends war dann auch Martin wieder zurück von seinem Deutschland-Exkurs. Er landete am Nachmittag wieder in Rom und fuhr anschließend mit seiner Domi, die er freundlicherweise beim B&B so lange hat abstellen dürfen, die 240 km zum Treffpunkt.
Am zweiten Tag war eine längere Tour angesagt durch den Majella Nationalpark. An diesem Morgen bin ich von so ziemlich jedem gefragt worden, ob meine Domi wieder fit für die heutige Tour sei. Mit einem Grinsen im Gesicht konnte ich diese Frage stets bejahen. Und falls doch wieder etwas sein sollte... wir haben ja gelernt... such Dir einen Berg und lass sie runterrollen, wenn möglich aber ohne Abhang. Mit dieser Methode haben wir im weiteren Verlauf unserer Reise immer mal wieder die ein oder andere Domi flott bekommen.
Ich hatte außerdem das Vergnügen, die vermutlich seltenste Domi die es gibt, live und in Farbe zu sehen. Es handelte sich hierbei um eine Domi, die 1989 bei der Camel Trophy dabei war. Auffäliig an dieser Domi ist das Camel-Design in gelb-blau. Ein schönes Teil. Der Besitzer wollte aber nicht damit herausrücken, was er für das gute Stück bezahlt hat. :)
Heute war die Besichtigung eines Klosters angesagt und ein Mittagessen mit historischer Musikuntermalung im "Castello di Salle". Danach fuhren wir noch über grottenschlechte Straßen auf einen Pass hinauf.
Letzten Endes verlief dieser Tag und die Tour sehr reibungslos. Ich wurde natürlich erneut um den Zustand meiner Domi gefragt und ob alles ok sei. Auch nach einer 150 km Tagestour mit lecker Essen lief sie einwandfrei. Man hätte den Eindruck gewinnen können, sie habe am Tag davor nur deshalb gezickt, weil ihr das Tempo zu langsam war. ;)
Die drei folgenden Tage fuhren wir wieder zurück in die Heimat. Die Fahrt an sich verlief im Großen und Ganzen recht reibungslos, außer dass Sven, der sich mit seiner lädierten Schulter wacker schlug, auf regennasser Fahrbahn in einer Kurve stürzte. Aber zum Glück kamen er und seine Domi hierbei nicht nennenswert zu Schaden. Ja, die Schönwetterfront hatte uns leider so langsam verlassen und es wurde unbeständiger. Aber wenigstens hatten wir keinen Dauerregen. Regen am Morgen wurde von uns geschickt durch längeres Schlafen und späteres Losfahren umgangen. Das hatte tatsächlich an allen Tagen funktioniert, ohne unseren Zeitplan zu sehr zu strapazieren. Unterwegs machten wir noch Halt in Imola an der Grand Prix Strecke und aßen beim dort ansässigen amerikanischen Restaurant Burger. Die Alpenüberquerung versüßten wir uns mit einer Fahrt auf den Monte Grappe.

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Und ja, beim dritten Anlauf nach 2008 und 2016 gab es dieses Mal keinen Nebel. 8-)
Bei Innsbruck verabschiedeten wir Kurtl, der ab hier seinen Weg in Richtung Passau einschlug. Die verbliebenen Drei fuhren Richtung Augsburg zum Martin. Dort machte ich nochmal Pause bevor auch ich die letzten 270 km dieser Reise in Angriff nahm. Abends um Punkt 20:00 Uhr stellte ich vor der heimischen Garage den Motor der Domi ab. Töchterchen hatte mich gehört und war die erste, die mich empfing.
Der Kilometerzähler der Domi hatte seit Beginn der Reise knapp 3100 km mehr drauf. Der Ölhaushalt hatte gereicht. Wobei ich insgesamt gut 2,5 Liter Öl nachgekippt hatte. Aber immerhin, wir hatten es geschafft, auf eigener Achse wieder nach Hause zu kommen.
An dieser Stelle nochmal der Hinweis darauf, dass ich speziell für diese Reise einen ausführlichen Bericht mit viel mehr Fotos geschrieben habe, der über den oben geposteten Link abrufbar ist.

Für mich stand nach dieser Reise der Entschluss fest, die Domi im größeren Maße zu überholen bzw. zu restaurieren und den Motor gegen den überholten Kickermotor zu tauschen, den ich ja bereits seit über einem Jahr im Keller stehen hatte. Der Vergaser machte, wie ich leidvoll erfahren durfte, immer mehr Zicken und der Ölverbrauch pendelte sich mittlerweile bei einem Liter auf 1000 Kilometer ein. Das war eindeutig zu viel für einen Motor, dem nur zwei Liter Öl zur Schmierung zur Verfügung steht. Auch die Ölpumpe schaffte es nicht mehr, den Ölstand im Rahmenrohr aufrecht zu halten, um den Ölstand vernünftig messen zu können. Immerhin war die Geräuschkulisse des Motors nach wie vor erträglich. In kaltem Zustand hörte man den Ventiltrieb, aber wenn er mal warm gefahren war, hörte man kein Geschepper oder Geklapper mehr. Mein Plan sah vor, im Herbst mit der Überholung zu beginnen. Den Frühling und Sommer sollte sie noch durchhalten. Hierbei hätte mir aber beinahe der TÜV bzw. die DEKRA einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Kurz nach der Italientour, am Christi Himmelfahrt Wochenende, war ich auf einem anderen Forumstreffen. Ich hatte nach wie vor Kontakt zu den Fahrern der Triumph Modern Classics, obwohl ich meinen Scrambler bereits vor über sieben Jahren verkaufte. Aber ich war Gott sei Dank auch als Fremdmopedfahrer mit meiner 800er Tiger immer noch willkommen. :mrgreen: Außerdem war ich nicht der einzige, der im Laufe der Jahre mal etwas anderes fahren wollte als immer nur Bonneville, Thruxton oder Scrambler. ;)
Dieses Jahr fand deren Treffen zum zweiten Mal am Naturfreundehaus Rahnenhof in der Pfalz statt. Als Domitreffen-Teilnehmer der ersten Stunde spielte ich schon länger mit dem Gedanken, auch mal ein Domitreffen zu organisieren. Aber mir fehlte in meiner Heimat bzw. in der näheren Umgebung die passende Location dafür. Der Rahnenhof lag zwar im für mich "falschen" Bundesland, aber trotzdem nur 80 Kilometer von mir zuhause entfernt. Und die Region bot zum Motorrad fahren definitiv mehr Abwechslung, mehr Kurvenspaß und weniger Verkehr, als der Norden Baden-Württembergs. Um die Bewirtung kümmerte sich der Rahnenhof. Somit hätte ich nur das Drumherum organisieren müssen. Das war definitiv machbar. Also sprach ich mit dem Chef vom Rahnenhof und fragte ihn, ob er für ein paar Domiverrückte im Juni nächsten Jahres noch einen Termin frei hätte. Ja, hatte er tatsächlich. Jetzt fehlte mir eigentlich nur noch Rückmeldung von ein paar Leuten aus dem Domiforum, ob auch sie den Rahnenhof als geeigneten Austragungsort unseres Treffens hielten. An die große Glocke wollte ich es noch nicht hängen. Es sollte eine Überraschung werden, die ich auf dem kommenden Forumstreffen preisgeben wollte. Somit weihte ich nur eine Handvoll langjähriger Forumsmitglieder in mein Vorhaben ein. Als ich von denen grünes Licht signalisiert bekam, war die Sache geritzt und wir hatten auch für das Treffen im nächsten Jahr bereits einen Austragungsort und ich nach fast 20 Jahren mein erstes selbst organisiertes Forumstreffen. Ich war stolz wie bolle. 8-)

Im Mai war außerdem die HU an meiner Domi fällig. Ich fuhr also morgens auf dem Weg zur Arbeit zum nächstgelegenen DEKRA-Stützpunkt. Ich wäre auch zum TÜV gefahren, aber die DEKRA ist näher an meinem Arbeitsplatz dran. Der Ingenieur schaute sich die Domi an, fuhr eine Runde um den Block und hatte bislang nichts zu beanstanden. Dann schob er den Rüssel des Abgasmessgeräts in den Auspuff rein für die Abgasmessung. Was hierbei heraus kam hatte uns beide fast vom Hocker gehauen, sofern wir auf einem gesessen wären. Das Gerät maß einen CO-Gehalt von 8,6%. Der Prüfingenieur fragte mich, ob ich einen Winkelschraubenzieher dabei hätte, um den Vergaser etwas einzustellen. Leider besaß ich zu diesem Zeitpunkt noch keinen. Denn eigentlich fingerte ich nichts am Vergaser herum. Das war jetzt aber schon das zweite mal, dass der CO-Gehalt so hoch war. Nur beim ersten Mal hatte ich die Domi in meiner langjährigen Honda-Werkstatt. Da konnte der Meister direkt das Gemisch so einstellen, dass es für die neue Plakette passte. Jetzt aber ließ mich der Herr Ingenieur ohne Plakette von dannen ziehen. Er meinte wörtlich: "Was da hinten raus kommt ist Gift." Immerhin musste ich nichts bezahlen. Aber für mich stellte sich die Frage: Was passiert wenn ich die HU nicht mache und die Domi ab August für die Überholung still lege? Wie streng wird die HU-Prüfung sein, wenn der TÜV feststellt, dass ich die HU um gut ein Jahr überzogen habe? Das war mir zu viel Risiko. Ich wollte nach Möglichkeit eine neue Plakette haben. Also vereinbarte ich einen Termin bei meinem Honda-Schrauber. Leider ist er kein Vertragshändler mehr, aber die DEKRA kommt trotzdem einmal die Woche bei ihm vorbei. Irgendwie hatte er es dann auch geschafft, meiner Domi eine neue HU-Plakette bis 2020 zu verpassen. Aber mir war klar, dass der hohe Ölverbrauch die Abgaswerte negativ beeinflusste und ich etwas tun musste.

Mittlerweile war das Forum im Domitreffenfieber. Andreas "Büds" hatte die ehrenvolle Aufgabe, bzw. hatte er sich freiwillig dafür gemeldet, ;) das Domitreffen 2018 zum 30-jährigen Bestehen der Honda Dominator zu veranstalten. Wir trafen uns dafür Mitte Juni in Herbstein am Vogelsberg. Die Resonanz auf das Treffen war überwältigend. Wir waren über 90 Teilnehmer. So viele wie noch nie zuvor. Hessen liegt für ein Treffen dieser Art natürlich geografisch günstig. Für so ziemlich jeden war die Anfahrt an einem Tag zu meistern, außer für unsere Freunde von der Packeisgrenze. Für die ist jede Fahrt zu einem Domitreffen eine gefühlte Weltreise. ;)
Mit einer Strecke von 200 Kilometern bis Herbstein hatte ich es dieses Jahr nicht allzu weit. Somit musste ich nicht in der Frühe schon losfahren, sondern konnte auf die Südbadener warten. René (Moschtbaron) mit seiner schönen roten Ur-Domi und Arno begleiteten mich. Gegen Nachmittag trafen sie bei mir ein. Nach einer kurzen Pause für die beiden fuhren wir weiter bzw. ich los. Die Fahrt verlief reibungslos. Am Abend erreichten wir den Zielort.

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Es reichte noch, um im Dämmerlicht die Ansprache zu halten. Eine etwas ungewohnte Situation für mich, vor einer so großen Gruppe ein paar Worte zum Besten zu geben. Aber ich denke, dass es trotzdem ganz gut geklappt hat. Unterstützung bekam ich von Höörbie und von Andreas_NRW.
Andreas "Büds" hatte für die gemeinsamen Ausfahrten seinen motorradfahrenden Freundeskreis als Tourguides rekrutiert. Somit wurde für jedes Fahrprofil etwas geboten. Ich fuhr, zusammen mit Stefan (990er), Daniela (Timmelsjoch), ihrem Freund Michael, Andi (Diablo), hodo_650 (Arno), Martin (Dobinator), Sven (noch_einer), Maik (Nasar) und einem mir Unbekannten auf einer Suzuki V-Strom bei Fin mit, dem Jungspund unter den Tourguides. Er legte ein flottes Tempo vor, das der Gruppe sehr zusagte. Zumindest sorgte es dafür, dass wir nicht unseren eigenen Tourguide jagen mussten. ;) Mit ihm fuhren wir zur Bayrischen Schanz.

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Meine Domi lief gut. Da ich ihr vor dem Treffen einen Ölwechsel spendierte, passte auch der Füllstand des Öls über das Wochenende.
Abends gab es die obligatorische Fotosession mit den Teilnehmern und dreier Domis, die die einzelnen "Evolutionsstufen" in Form der ersten RD02 mit kleinem Tank, der RD02 mit Facelift und größerem 16-Liter Tank und der RD08.

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Danach wurden die Grills angefeuert. Andreas hatte eine ganze Batterie an Grills auf der Terrasse stehen, von denen die Steaks wie vom Fließband serviert wurden. Warten musste man auf sein Stück Fleisch wahrlich nicht lange. Die Stimmung war wunderbar. Und wie jedes Mal reichte der Abend leider nicht aus, um mit jedem Treffenteilnehmer ins Gespräch zu kommen. Ein paar Gespräche mussten somit auf das nächste Domitreffen verschoben werden.

Drei Wochen später, es war mittlerweile Juli und tierisch heiß, löste ich meinen Gutschein für ein Supermototraining ein, den ich von Anna zum Geburtstag bekommen habe. Das Training fand bei mir um die Ecke in Walldorf auf der Kartbahn statt. Ein Katzensprung sozusagen. Ich schmiss mich in meine Enduroklamotten inkl. Crosshelm, schnappte mir die Domi und düste rüber zur Kartbahn. Wie ich feststellen durfte, konnte man sich vor Ort komplett mit Klamotten ausstaffieren. Nun gut, die leichte Endurobekleidung war mir für das warme Wetter lieber. Aber falls ich nochmal so ein Training mache, dann würde ich mir wenigstens passende Sumo-Stiefel mit Stahlsohlen anziehen. Während der drei 15-Minuten Turns, die man fahren durfte, war ich so mittelschnell unterwegs. Meine normalen Crossstiefel hatten auf dem Asphalt der Strecke zu viel Grip. Das erschwerte etwas das Fuß Rausstellen, weil man mit dem Fuß sich nicht auf der Bahn abstützen konnte. Die Stiefel rutschten einfach nicht mit. Somit ging es mir eher darum, das Bein aus dem Gefahrenbereich zu halten, falls ich die Bodenhaftung verliere und stürzten sollte. Aber das war glücklicherweise nicht passiert. Ein paar kleine Rutscher waren beim zweiten Turn dabei, aber die konnte ich gut abfangen. Da fabrizierten ein paar andere mehr Schrott, weil sie sich bzw. die Kurve vor ihnen überschätzten. Die Leihmotorräder waren Yamaha WR 250 X auf Heidenau Supermoto Regenreifen. Für den Einstieg ins möglichst schräg und im Drift Fahren war dieses Motorrad genau das richtige. Ich hatte meinen Spaß an der Aktion, war allerdings nach dem dritten Turn entsprechend durch. 45 Minuten über die enge Strecke bolzen erforderte schon einiges an Kondition und Konzentration.
Besuch ausm Forum bekam ich auch. Thorsten (Borsti) und Andrea (Pummelhummel) waren neugierig, wie sich der Forumsadmin aufm Supermotohobel so schlägt und kamen mit ihren Jungs als Zuschauer vorbei. Anna kam auch und machte ein paar Aufnahmen von mir, wie ich um die Ecken "geflogen" bin. :mrgreen:

Nur einen Tag später saß ich schon wieder aufm Bock. Büds rief auf zu einer Hessenausfahrt. Da die Ausfahrt in südliche Richtung gehen sollte und somit meinen Heimweg verkürzte, sagte ich kurzfristig zu. Allerdings musste ich morgens für die Anfahrt ein längeres Stück Autobahn zurücklegen. daher entschied ich mich dafür, diese Tour mit meiner Tiger zu fahren.
Langer, Borsti, Pummelhummel und Büds waren mit ihren Domis dabei. Die Nixen wurden pilotiert von Herbert, Ms Matilda, Sabine und Armin (Uffschepper). Daneben gab es noch eine Transalp und eine alte Africa Twin. Ich war der einzige in der Gruppe, der keine Honda fuhr.
Naja, mit meiner Tiger hatte ich nach knapp 8 Jahren so langsam abgeschlossen. Ich hatte den Drang, etwas neues oder einfach etwas anderes zu fahren. Der Dreizylinder fährt sich zwar wirklich erstklassig, aber ich hatte irgendwie ein bisschen die Lust an ihm verloren. Auch nervte mich immer wieder die mangelnde Schräglagenfreiheit der Straßenvariante mit den Gussrädern. Aber bevor es etwas Neues geben kann muss das Alte weg. Das Inserat war online, aber der Verkauf lief schleppend.

Drei Wochen später war wieder Zeit für Camping und Erdferkeln in Marisfeld. Wir machten wieder ein Familienevent daraus. Anna und Töchterchen Emilia waren wieder dabei, da auch Arno und Ilona ihre Jungs dabei hatten. Nachdem ich mir das Jahr davor den linken Mittelfußknochen gebrochen hatte, war ich dieses Jahr guter Dinge, dass nichts passieren würde. Nun ja, rein körperlich habe ich das Training unbeschadet überstanden, aber die Domi hielt mich die beiden Tage sehr in Atem. Ich hatte immer wieder Probleme mit der Zündung. Einmal wollte ich auf der abgesteckten Endurostrecke den Steinigen Steilhang hinten im Wald hochfahren. Stefan (990er) warnte mich noch vor dem Steilhang, dass der sehr rutschig sei vom gestrigen Gewitter und dass man ordentlich Schwung mitnehmen sollte. Ich kannte den Steilhang ja bereits aus diversen Hessler'schen Endurotrainings der vergangenen Jahre. Daher habe ich's dann halt mal probiert, und bin auf halber Strecke prompt gescheitert. Da lag also die Domi quer im Weg am Steilhang. Ein Vorbeikommen war nicht möglich. Nachdem ich erstmal mein Bein befreien musste, das unter der Domi fest hing, habe ich sie gerade noch alleine aufgehoben bekommen, obwohl mir das feuchtwarme Wetter in dem Moment ganz schön zusetzte. Da standen also Mann und Maschine quer am Hang und versuchten wieder in die Gänge zu kommen. Das war aber nicht ganz so einfach, denn die Domi wollte partout nicht mehr anspringen. Der erste Endurist, dem ich den Weg versperrte, fing an sich dezent zu langweilen. Ohne Motorkraft bekam ich die Domi allerdings alleine nicht vom Fleck. Der Weg war zu schmal. Ich hatte keinen Platz, zu rangieren. Nach ein paar Minuten kam er hinaufgeklettert und half mir, die Domi wieder den Hang hinunter zu rollen. Und wie durch ein Wunder kam auch auf einmal Thorsten (Borsti) mit Familie um's Eck. Er muss gerochen haben, dass ich Hilfe benötigen könnte. Mit Thorstens Familie (Andrea/PummelHummel und Tim/NX125Driver) schoben wir meine havarierte Schwarze wieder rauf in Richtung Camp. Dort versuchten wir es mit Anschieben. Leider auch ohne Erfolg. Vorsorglich bekam ich von einem weiteren hilfsbereiten Enduristen, der letztes Jahr auch beim Endurotraining dabei war, Starthilfe über eine Autobatterie. Das war vorsorglich, bevor ich die eigene Batterie leer nuckelte. Aber erst eine grobe Behandlung des Killschalters brachte die Erlösung in Form eines zündbaren Funkens. Ok, die Domi lief wieder. Aber nach dieser Aktion brauchte ich erst mal eine Pause.
Eine Weile später gab es für mich ein besonderes Highlight. Rüdiger (jakobjogger) war mit seinem Ural-Gespann dabei und lud ein zu "Touristenfahrten". Seine Einladung, eine Runde über die Crossstrecke im Beiwagen mit zu fahren ließ ich mir nicht nehmen. Ich war noch nie in einem Gespann gesessen. Und dann noch offroad auf teilweise mehr und teilweise weniger anspruchsvollem Terrain, das war eine interessante Erfahrung für mich.

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Das Grinsen unter meinem Crosshelm kann man leider nicht erkennen. Aber es war definitiv vorhanden. Das könnt Ihr mir glauben. :)
Eine Weile später zog sich der Himmel zu. Von weitem konnte man schon Lichtstreifen am Himmel erkennen, die auf Regen deuteten. Also haben wir alles, was nicht nietundnagelfest war, erstmal eingepackt und einigermaßen wettergeschützt unter die Pavillons gestellt. Tja, wir hatten aber die Rechnung ohne den Wind gemacht. Denn der sich ankündigende Regen entpuppte sich als heftiger Gewittersturm. Arno, Stefan und ich mussten die Pavillons festhalten, sonst wären sie weg geflogen. Die Seitenwände waren das erste was wir freiwillig einrissen, um dem Wind weniger Angriffsfläche zu bieten. So standen wir dann also mitten im Regen und hielten uns an den Stützen des Pavillons fest bis auch dieser Spuk ein Ende hatte.
So ca. eine halb bis dreiviertel Stunde nach dem Gewitter fuhren Arno und ich wieder auf die Strecke. Wir wollten ein paar Runden auf der Anfängerstrecke drehen, da wir nicht sicher waren wie schlammig die Crossstrecke nach dem Regen sein würde. Um dorthin zu kommen konnte man neben dem offiziellen Weg auch ein Stückchen Crossstrecke fahren und an einer Stelle "übersetzen", weil die Anfängerstrecke dort nur durch einen schmalen Grünstreifen abgegrenzt war.
Das Problem war: Der Boden auf dieser Strecke war zu dem Zeitpunkt nur teilweise aufgeweicht. Unter einer wenige Zentimeter dicken, weichen Lehmschicht, war der Boden immer noch knüppeltrocken. Ich unterschätzte diese Tatsache etwas. Ich schaffte keine 5 Meter aus der Wiese heraus auf die Piste und lag (schon wieder) auf der Fresse. Aber wenigstens sprang die Domi nach dem Aufheben wieder an, so dass wir vorsichtig weiterfuhren bis zum Ausgang der Strecke.
Am Sonntagmorgen nutzte ich die Gelegenheit, um ein letztes Mal eine ausführliche Runde auf der Anfängerstrecke zu fahren. Da es seit dem gestrigen Gewitterschauer nicht nochmal geregnet hatte, war die Strecke wieder griffig.

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Gegen Mittag packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren wieder nach Hause. Es war ein abwechslungsreiches Wochenende mit einigen Höhen und Tiefen. Immerhin gab es außer Muskelkater und ein paar blauen Flecken keine gesundheitlichen Schäden zu beklagen. Aber für die Domi war dies die vorerst letzte Fahrt. Der Kilometerstand: 163.667

Ich war entschlossen, jetzt mit der Überholung zu beginnen, und zwar mit dem Vergaser. Denn der nervte mich zuletzt am meisten. Ich wollte nicht zu viele Baustellen auf einmal aufreißen. Daher entschloss ich mich, stückweise vorzugehen, um die Ursache für die eine oder andere Zickerei eingrenzen zu können. Mit dem Vergaser fing ich an. Der Plan war, erst diesen auf Vordermann zu bringen und wieder einzubauen, um zu sehen ob er mit der ansonsten unveränderten Domi funktioniert. Herbert bot mir seine Hilfe an bei der Vergaserüberholung, die ich dankend annahm. Ich baute ihn aus und schickte ihn ihm zu. Im Laufe des Herbstes bekam ich den Gaser frisch überholt und gereinigt wieder zurück.

Dazwischen fand noch unsere Herbstausfahrt Südwest statt. Ich fuhr zwangsläufig mit meiner Tiger mit, die ich immer noch nicht verkauft bekam. Die Tour führte uns dieses Mal auf die Schwäbische Alb. Neu war dieses Mal, dass wir unser Mittagessen in Form eines Picknicks selber organisierten. Jeder hatte etwas zu essen dabei. Im Lautertal fanden wir einen schönen Platz zum Picknicken.

Die Domi stand so ziemlich den kompletten Herbst ohne Vergaser in der Garage. Um vernünftig schrauben zu können, musste ich mir in unserer Garage erst einmal meine "Schrauberhöhle" einrichten. Normalerweise überwintern in unserer Garage auch ein paar Kübelpflanzen. Für die war dieses Mal kein Platz vorhanden. Das nächstgelegene Gartencenter bot allerdings für einen gewissen Obolus eine Überwinterungsmöglichkeit für größere Pflanzen an. Diesen Service nahmen wir dankend in Anspruch.
Im Dezember baute ich den Vergaser dann endlich wieder ein. Es dauerte jedoch bis in die Weihnachtszeit, dass ich eine vernünftige Probefahrt mit ihr machen konnte. Sie lief gut. Somit war der Grundstein gelegt, auch den Rest wieder in Ordnung zu bringen und den Motor auszutauschen.

Meine Tiger bekam ich letzten Endes dann auch verkauft, aber nur über den Preis. Daher baute ich vorher alles Zubehör ab und verkaufte es einzeln. Somit konnte ich sie zu einem günstigen Preis anbieten. Kaum war die Tiger aus dem Haus, schaute ich mich nach etwas neuem um. Es wurde eine 2018er Africa Twin mit DCT, 9 Monate alt mit gerade mal knapp 1300 Kilometer. Ich ließ sie allerdings noch zwei Monate beim Händler stehen, da ich erst ab März mit ihr fahren wollte. Bis dahin hatte ich genügend Zeit, mich um die Domi zu kümmern. Trotz aller Widrigkeiten spulte ich im Jahr 2018 mit ihr 4800 Kilometer ab.

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