Komisches Geräusch

NX 500 / NX 650 / SLR 650 / FMX 650

Moderator: Domitreffen

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Komisches Geräusch

Beitrag von Trashpanda Touring »

Hallo Leute,
bei meiner Domi wurde das Ventilspiel eingestellt, seitdem kann man ein Klicken hören das sich auch Drehzahlabhänigig in der Frequenz erhöht.
Hat jemand eine Idee was das sein könnte ? Youtube Shorts als Hörprobe.
Gruß
Simon
https://youtube.com/shorts/E4RTRNf9LU4?feature=share
https://youtube.com/shorts/MznnbIUegZQ?feature=share
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dieCobra
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Re: Komisches Geräusch

Beitrag von dieCobra »

Wer hat das Ventilspiel eingestellt?

Grüße
Andi
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Re: Komisches Geräusch

Beitrag von Trashpanda Touring »

Ein Motorradmechaniker aus unserer Umgebung, hat bisher immer ordentliche Arbeit geleistet.
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dieCobra
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Re: Komisches Geräusch

Beitrag von dieCobra »

Ich würde auf anhieb sagen, der Autodeko wurde nicht richtig berücksichtigt.
Oder zu klein eingestellt.
Entgegen des WHB;
EV 0,11 AV 0,13 .
Grüße
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Re: Komisches Geräusch

Beitrag von Trashpanda Touring »

Dann Versuche ich dass mal in Diplomatie zu verpacken und das Moped nochmal bei Ihm vorzustellen.
Danke dir
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Trashpanda Touring
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Re: Komisches Geräusch

Beitrag von Trashpanda Touring »

Also bevor ich den Mann anrufe und ihm als Laie erkläre wie er seinen Job zu machen hat wollte ich nochmal sichergehen dass ich die halbwegs richtige Info habe:

Am rechten Auslassventil (AV) gibt es einen automatischen Ventilausheber (Auto Deko)
Der Ventilausheber hebt Kipphebel des rechten Auslassventils leicht an, sobald die Kurbelwelle im oberen Totpunkt (OT) steht. Deshalb die Kurbelwelle nur soweit drehen bis noch kein Ventilhub einsetzt, bzw. Spürbar ist. (laut deinem Eintrag bei Moselaner ca. 4mm vor T/ oder beim Strich vor dem T lt. Post von 2017 und 2023)
-Vorsicht! sobald T-Marke überschritten ist (Kurbelwelle zu weit gedreht), Kurbelwelle gegen Urzeigersinn weiterdrehen und erneut auf kurz vor OT ausrichten. Dies ist notwendig um den Ventilheber wieder zu deaktivieren.
Mit Fühlerlehre Spiel zwischen Ventilhebel und Kippschaft erfühlen. Dabei Lehrenblatt von Innen nach Außen Durchziehen.
Sollwerte Ventilspiel Einlassventil 0,11 mm Auslassventil 0,13 mm
Quelle: Reparaturhandbuch Bucheli Verlag

Die Formulierungen mit dem Klicken das in Verschiedenen Post gelesen habe, habe ich nicht 100% Verstanden
Kernaussage hier ist aber Wahrscheinlich:
" Die 4 mm sind nur geschätzt, nicht gemessen.
Wenn es klickt, weiterdrehen bis zum I wo das T steht. Wenn dann alle Ventile frei sind, einstellen.
Vor dem Klick sollte das rechte AV noch blockiert sein. Die anderen könnten schon lose sein.
Ich habe auch eine Weile gebraucht, um das korrekt zu handhaben. "

Ist das so in etwa Spruchreif ?
Gruß
Simon

Wenn ich mal groß bin finde ich auch raus wofür der Auto deko gut ist.
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langer
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Re: Komisches Geräusch

Beitrag von langer »

Trashpanda Touring hat geschrieben: Di 14. Apr 2026, 15:26 ...
Ist das so in etwa Spruchreif ?
...
Fast ;)
Trashpanda Touring hat geschrieben: Di 14. Apr 2026, 15:26 ...
Der Ventilausheber hebt Kipphebel des rechten Auslassventils leicht an, sobald die Kurbelwelle im oberen Totpunkt (OT) steht.
Das rechte Auslassventil wird vor dem Zünd OT, also auf dem Weg dorthin (schon einige Grad zuvor) angehoben, nicht am OT.
Am OT ist es (muss/soll es) schon wieder frei sein.
Darum auf den "klick" warten, denn der ist die akustische Quittierung des mechanischen freigeben dieses Kipphebel.
Dabei muss man zum einstellen nicht zwingend genau am OT sein, es geht auch noch kurz (einige °) danach
(was sogar sicherer ist, als wenn man unbedingt den ganz genauen OT treffen wollte),
nur eben nicht vor dem OT, wenn der autodeko das Ventil noch nicht freigegeben hat.

Wenn man sich nicht auf das klicken verlassen will (bei manchen Domis ist es als Geräusch kaum wahrnehmbar, bzw. unsicher), gibt es die Affensichere Methode:
Beim drehen Richtung OT (wenn hier von OT die Rede ist, ist zum Ventile einstellen "immer" der Zünd OT gemeint)
zwei Finger konstant während dem drehen auf die zwei Auslassventil - Kipphebel legen.
Dann spürt man ohne Zweifel und ohne Geräusche, ganz genau ob und wann das rechte Auslass wirklich zu geht.

Und deine letzte Frage.
Der Autodeko erfüllt zwei wichtige Aufgaben.
Er erleichtert das Anlassen (für den Anlasser wie auch beim antreten), da ein Teil der Kompression abgeblasen wird
(nur bei geringen Drehzahlen wie beim Starten, nicht mehr, wenn er selbst läuft)
und er verhindert/mindert ein mögliches zurückschlagen falls ein antreten unglücklich knapp vor dem OT (aber schon eine Zündung erfolgt) endet.
Der Autodeko "öffnet" also auch für den Notfall, wenn die Kurbelwelle "verkehrt rum" dreht.
Grüsse langer 8-)
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Barniebutsch
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Re: Komisches Geräusch

Beitrag von Barniebutsch »

Das wichtigste bei der Ventileinstellung vom rechten Auslaßventil ist, daß sich die KW beim drehen auf OT niemals rückwärts dreht.

Auf der NW beim rechten Auslaßventil befinden sich neben dem Ventil-Nocken zwei separate Bauteile: Der Auto-Deko-Nocken und der Anti-Rückschlag-Nocken.

Der Auto-Deko-Nocken wird durch eine kleine Feder in eine vorgeschobene Position gedrückt und sorgt für eine geringere Gasfüllung des Zylinders beim Anlassen. Der Nocken schließt das Auslaßventil ca. 45° vor OT, so daß noch eine Restkompression von rund 2,1:1 für den Startvorgang übrig bleibt. Somit haben es Anlasser und Batterie leichter.
Wenn die ganze dort verbaute Mechanik neu ist, schließt sich das rechte Auslaßventil einfach beim drehen der KW ohne Geräusch. Ist die Mechanik schon etwas verschlissen, gibt es dieses Klick-Geräusch.

Der Anti-Rückschlag-Nocken wird durch einen kleinen federbelasteten Stift unter der NW in Position gehalten und sitzt auf einem Freilauf. Dreht sich die NW rückwärts, sperrt der Freilauf und öffnet das rechte Auslaßventil etwas. Welcher mechanische Abstand um Kipphebel besteht, kann ich nicht sagen. Also ob das Ventil schon bei der kleinsten Rückwärtsdrehung augenblicklich geöffnet wird.

Hier wurde u.a. dazu schon was geschrieben: viewtopic.php?p=106718&hilit=anti+r%C3% ... en#p106718

Weitere Erklärungen finden sich in der Suchfunktion, wenn man dort Auto-Deko oder Anti-Rückschlag-Nocken eingibt.
Gruß aus dem Erzgebirge

Bernd
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Tolek
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Re: Komisches Geräusch

Beitrag von Tolek »

Kann man nicht einfach die Auslassnocke so stellen ,daß der Grundkreis am Kipphebel mittig steht und gut ist ?Also Hauptsache nach dem Klicken und bevor der Nocken wieder ansteigt - Oder steigt der minimal schon vorher an ? Wäre mal interessant ,das in einer Grafik mit Winkelgraden und Ventilerhebungskurve zu sehen .

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Trashpanda Touring
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Re: Komisches Geräusch

Beitrag von Trashpanda Touring »

Barniebutsch hat geschrieben: Mi 15. Apr 2026, 08:52

Hier wurde u.a. dazu schon was geschrieben: viewtopic.php?p=106718&hilit=anti+r%C3% ... en#p106718

Weitere Erklärungen finden sich in der Suchfunktion, wenn man dort Auto-Deko oder Anti-Rückschlag-Nocken eingibt.
Ja, die Einträge hatte ich gelesen, ich wollte nur sichergehen dass ich aus dem Wust der Abkürzungen und Angaben ohne Einheit die Richtige Kerninfo herausgezogen habe.

Ich möchte euch allen für eure Ratschläge und Tipps danken, besonderer Dank gilt Langer und Andi für die ausführliche Erklärung und rasche und kompetente Antwort.
Nachdem ich das Moped nochmal zum Schrauber gebracht habe, konnte ich die Domi heute wieder abholen. Das Klicken ist weg, der Motor klingt wieder wie der von der Domi von Elisa, mein Schrauber hat gemeint, dass er noch was dazu gelernt hätte.
Kurzum, alle sind happy, das Moped läuft, bei Interesse berichte ich nach dem nächsten ausgiebigeren Test am Wochenende vom 25.04.
Gruß Simon
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Re: Komisches Geräusch

Beitrag von Trashpanda Touring »

An die Interessierten, hier ein kleines Update der letzten 3 Monate:
Leider war nicht alles gut, auf dem Weg zum Motorradtraining Ende April in Maitzborn, trat das Klicken wieder auf. Zwar habe ich es durch das Training und zurück nach Mannheim geschafft, aber der Umstand das die Kipphebel wohl doch im Eimer sind, ließ sich nicht mehr leugnen.

Also erstmal runter mit den Bullaugen auf dem Ventildeckel, hier gab es die erste Verzögerung Mit der vorhandenen Ratsche ließen sich die Dinger nicht lösen. Also WD40 drauf und eine längere Ratsche bestellt. Nach einem kurzen: "Nach fest, kommt ab" Moment ließen sich dann auch bilderbuchmäßig eingelaufene Kipphebel ausmachen.

Also einen Ventildeckel mit Nockenwelle etc. von einer RD02 auf eBay geschossen.

Stolz auf meine diagnostischen Fähigkeiten schilderte ich die Problemkonstellation meinem lokalen Schrauber. Nach der Frage, ob ich in Besitz von Ersatzteilen und eines Werkstatthandbuches sei, wurde ich "ermutigt" die Reparatur doch selbst in Angriff zu nehmen.

Die Arbeiten gestalteten sich jedoch deutlich aufwändiger als es viele Forenbeiträge hätten erahnen lassen. Gut und gerne 6 Stunden habe ich, begleitet von Flüchen und wüsten Verwünschungen, gebraucht bis ich den Ventildeckel vom Zylinderkopf gepfriemelt hatte. Verlängert wurde der Eingriff durch meine Sturheit, nicht von Anfang an den Vergaser auszubauen.
Das Tauschen der Nockenwelle gestaltete sich wiederum einfacher als gedacht, dank des Kabelbindertricks ließ sich der Kettenspanner recht einfach wiedereinsetzten.

https://www.youtube.com/watch?v=SrPzZSoi53M <- gute erklärung für den Ausbau der Nockenwelle und ausbau des Autodekos

Dankenswerterweise erbarmte sich Andi (dieCobra) im Zuge dieser Operation den Vergaser zu warten.

Der Zusammenbau und das Einstellen des Ventilspiels nahmen nochmal 6 Stunden in Anspruch. Grund hierfür war ein neu aufgetretenes Stottern der Domi bei dreieinhalb Tausen Umdrehungen. Zudem ließ sich die Domi nur noch im Leerlauf starten. Nachdem ich mir relativ sicher war, die Entlüftungsschläuche des Tanks korrekt angeschlossen zu haben, der Vergaser wie, wie erwäht von Andi gewartet wurde und bereits ein neuer Luftfilter verbaut war, begab ich mich nochmals auf Fehlersuche. Bei der Kontrolle der Chokenadel gelang es mir, sehr zu meinem Verdruss, die Chokehülse abzureißen. Auch hier sprang mir Andi mit Rat und Tat zur seite und kaum 48h nach meiner grobmotorischen Eskapade konnte ich eine neue Messingchokschraube in mein Moped einbauen. Das Stottern blieb jedoch.

Als letzten Antwort blieb nur noch der Benzinfilter und siehe dar, der Untere Anteil des Filters im Tank war deutlich mit den Residuen der Maitzborner Offroad Aktion verstopft. Bei einer kurzen Testfahrt schnurrte die Domi wie eine zufriedene Katze.

Leider entschied sich das Standlicht (vorne und hinten) den Dienst einzustellen. Außerdem ließ sich der Benzinfilter nicht ohne weiteres Überreden seinen angestammten Platz wieder einzunehmen. Bis der Ersatz für die Vergammelten Dichtungsringe eingetroffen waren, kamen mir wieder einmal Zweifel, ob dieses Projekt zur geplanten Tour auf dem TET Anfang September abgeschlossen sein würde.

Da Elektrik wirklich nicht meine Stärke ist, begab ich mich mit einem Multimeter mit Wackelkontakt und ChatGPT auf Ursachensuche. Die KI konnte mir die Grundlegenden Funktionen eines Multimeters und das Durchmessen von Sicherungen einfach genug vermitteln, als ich irgendwann aber die Funktion der Lichtmaschine überprüfte, ahnte ich, dass ich mich wohl verstiegen hatte. Letztendlich war die Ursache ein loser Stecker unter dem Tank.
Mit einer Fahrradspeiche ließ sich auch der Benzinfilter wieder in den Tank schieben.

Kumulativ hat mich diese Lehrstunde in Motorradwartung und Reparatur bisher ca. 18h Arbeit, 280 € für den Ventildeckel, 30€ für einen Drehmomentschlüssel, 15€ für Schieblehren, 30€ für diverse Schmier und Dichtmittel, ca. 50 € für Öl, Ölfilter und Luftfilter, sowie den Obulus für Andis Dienste und einiges an Nerven gekostet. Dafür habe ich sehr viel über diese Maschine gelernt, ein bisschen Spaß hatte ich bei der Aktion auch.

Zwar steht eine ausgiebige Testfahrt noch aus, bei den ersten Runden um den Block (noch ohne Benzinfilter) lief die Domi ruhig und ist gut angesprungen.
Ich bin also verhalten Optimistisch.

Vielen Dank nochmal an Langer, Barniebutsch, Tolek und besodeners an Andi, der viel zum Erfolg dieses Projektes beigetragen hat.

Ich werden euch mitteilen wie dei Probefahrt läuft.
Gruß
Simon
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steffen
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Re: Komisches Geräusch

Beitrag von steffen »

Trashpanda Touring hat geschrieben: Mi 12. Aug 2026, 21:37 Kumulativ hat mich diese Lehrstunde in Motorradwartung und Reparatur bisher ca. 18h Arbeit, 280 € für den Ventildeckel, 30€ für einen Drehmomentschlüssel, 15€ für Schieblehren, 30€ für diverse Schmier und Dichtmittel, ca. 50 € für Öl, Ölfilter und Luftfilter, sowie den Obulus für Andis Dienste und einiges an Nerven gekostet. Dafür habe ich sehr viel über diese Maschine gelernt, ein bisschen Spaß hatte ich bei der Aktion auch.
Hey, das ist doch ein Schnäppchen! 8-)
Mal im Ernst: Nur so lernt man dazu. Und ja, fluchen gehört manchmal einfach dazu. ;)
Und letzten Endes bist Du zum gewünschten Ergebnis gekommen und hast weitestgehend alles in Eigenarbeit geleistet mit Ausnahme von Andis Unterstützung in Sachen Vergaser.
Klasse Leistung!

Viele Grüße,
Steffen
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