An die Interessierten, hier ein kleines Update der letzten 3 Monate:
Leider war nicht alles gut, auf dem Weg zum Motorradtraining Ende April in Maitzborn, trat das Klicken wieder auf. Zwar habe ich es durch das Training und zurück nach Mannheim geschafft, aber der Umstand das die Kipphebel wohl doch im Eimer sind, ließ sich nicht mehr leugnen.
Also erstmal runter mit den Bullaugen auf dem Ventildeckel, hier gab es die erste Verzögerung Mit der vorhandenen Ratsche ließen sich die Dinger nicht lösen. Also WD40 drauf und eine längere Ratsche bestellt. Nach einem kurzen: "Nach fest, kommt ab" Moment ließen sich dann auch bilderbuchmäßig eingelaufene Kipphebel ausmachen.
Also einen Ventildeckel mit Nockenwelle etc. von einer RD02 auf eBay geschossen.
Stolz auf meine diagnostischen Fähigkeiten schilderte ich die Problemkonstellation meinem lokalen Schrauber. Nach der Frage, ob ich in Besitz von Ersatzteilen und eines Werkstatthandbuches sei, wurde ich "ermutigt" die Reparatur doch selbst in Angriff zu nehmen.
Die Arbeiten gestalteten sich jedoch deutlich aufwändiger als es viele Forenbeiträge hätten erahnen lassen. Gut und gerne 6 Stunden habe ich, begleitet von Flüchen und wüsten Verwünschungen, gebraucht bis ich den Ventildeckel vom Zylinderkopf gepfriemelt hatte. Verlängert wurde der Eingriff durch meine Sturheit, nicht von Anfang an den Vergaser auszubauen.
Das Tauschen der Nockenwelle gestaltete sich wiederum einfacher als gedacht, dank des Kabelbindertricks ließ sich der Kettenspanner recht einfach wiedereinsetzten.
https://www.youtube.com/watch?v=SrPzZSoi53M <- gute erklärung für den Ausbau der Nockenwelle und ausbau des Autodekos
Dankenswerterweise erbarmte sich Andi (dieCobra) im Zuge dieser Operation den Vergaser zu warten.
Der Zusammenbau und das Einstellen des Ventilspiels nahmen nochmal 6 Stunden in Anspruch. Grund hierfür war ein neu aufgetretenes Stottern der Domi bei dreieinhalb Tausen Umdrehungen. Zudem ließ sich die Domi nur noch im Leerlauf starten. Nachdem ich mir relativ sicher war, die Entlüftungsschläuche des Tanks korrekt angeschlossen zu haben, der Vergaser wie, wie erwäht von Andi gewartet wurde und bereits ein neuer Luftfilter verbaut war, begab ich mich nochmals auf Fehlersuche. Bei der Kontrolle der Chokenadel gelang es mir, sehr zu meinem Verdruss, die Chokehülse abzureißen. Auch hier sprang mir Andi mit Rat und Tat zur seite und kaum 48h nach meiner grobmotorischen Eskapade konnte ich eine neue Messingchokschraube in mein Moped einbauen. Das Stottern blieb jedoch.
Als letzten Antwort blieb nur noch der Benzinfilter und siehe dar, der Untere Anteil des Filters im Tank war deutlich mit den Residuen der Maitzborner Offroad Aktion verstopft. Bei einer kurzen Testfahrt schnurrte die Domi wie eine zufriedene Katze.
Leider entschied sich das Standlicht (vorne und hinten) den Dienst einzustellen. Außerdem ließ sich der Benzinfilter nicht ohne weiteres Überreden seinen angestammten Platz wieder einzunehmen. Bis der Ersatz für die Vergammelten Dichtungsringe eingetroffen waren, kamen mir wieder einmal Zweifel, ob dieses Projekt zur geplanten Tour auf dem TET Anfang September abgeschlossen sein würde.
Da Elektrik wirklich nicht meine Stärke ist, begab ich mich mit einem Multimeter mit Wackelkontakt und ChatGPT auf Ursachensuche. Die KI konnte mir die Grundlegenden Funktionen eines Multimeters und das Durchmessen von Sicherungen einfach genug vermitteln, als ich irgendwann aber die Funktion der Lichtmaschine überprüfte, ahnte ich, dass ich mich wohl verstiegen hatte. Letztendlich war die Ursache ein loser Stecker unter dem Tank.
Mit einer Fahrradspeiche ließ sich auch der Benzinfilter wieder in den Tank schieben.
Kumulativ hat mich diese Lehrstunde in Motorradwartung und Reparatur bisher ca. 18h Arbeit, 280 € für den Ventildeckel, 30€ für einen Drehmomentschlüssel, 15€ für Schieblehren, 30€ für diverse Schmier und Dichtmittel, ca. 50 € für Öl, Ölfilter und Luftfilter, sowie den Obulus für Andis Dienste und einiges an Nerven gekostet. Dafür habe ich sehr viel über diese Maschine gelernt, ein bisschen Spaß hatte ich bei der Aktion auch.
Zwar steht eine ausgiebige Testfahrt noch aus, bei den ersten Runden um den Block (noch ohne Benzinfilter) lief die Domi ruhig und ist gut angesprungen.
Ich bin also verhalten Optimistisch.
Vielen Dank nochmal an Langer, Barniebutsch, Tolek und besodeners an Andi, der viel zum Erfolg dieses Projektes beigetragen hat.
Ich werden euch mitteilen wie dei Probefahrt läuft.
Gruß
Simon