Erste Schrauberrunde an meiner 92er Domi
Verfasst: Sa 10. Okt 2026, 19:00
Moin zusammen,
die von euch, die meinen Vorstellungspost gesehen haben, wissen bereits, dass ich mir vor kurzem eine 92er NX650 Dominator zugelegt habe. Habe micht mittlerweile für den Taufnamen "Clyde" entschieden - einfach weil die Bonni(eville) ja eh schon daneben steht.
Rund 28.000 km auf der Uhr, dafür aber schon einige Vorbesitzer und leider praktisch keine nachvollziehbare Wartungshistorie.
Was man auf den Bildern im Vorstellungspost nicht so richtig gesehen hat: Die arme Domi hatte wohl irgendwann einen ordentlichen Aufsetzer auf der linken Seite. Die Verkleidung hat dabei einiges abbekommen. Bei meinen ersten Fahrten ist mir außerdem aufgefallen, dass die Front ziemlich klappert.
Gleichzeitig habe ich ja noch ein zweites Thema: Der Motor läuft während der Fahrt eigentlich richtig gut, nimmt sauber Gas an und zieht normal. Beim Abtouren bzw. mit gezogener Kupplung fällt die Drehzahl aber gelegentlich so weit ab, dass der Motor ausgeht. Teilweise beim Heranrollen an eine Ampel, teilweise erst im Leerlauf. Reproduzierbar ist das Ganze leider nicht wirklich.
Da ich hier im Forum schon öfter über Probleme mit dem Ansaugstutzen zwischen Vergaser und Zylinderkopf, Vergaser/Leerlaufkreis usw. gelesen hatte und der Vorbesitzer zur Wartungshistorie leider nicht viel sagen konnte, dachte ich mir: Dann nehme ich das Zeug halt mal auseinander und schaue selbst nach.
Also hier mein kleiner Erfahrungs-/Schrauberpost – einerseits zur Dokumentation meines intellektuellen Ergusses und andererseits, weil ich bei ein paar Punkten sehr gerne eure Erfahrung anzapfen würde.
Schrauben muss ich leider draußen bzw. unter meinem kleinen Unterstand. Eigene Garage gibt es nicht, aber solange das Wetter mitspielt, funktioniert das erstaunlich gut:
Als kleine Aufwärmrunde hatte ich vorher schon die Sitzbank repariert. Im originalen blauen Bezug war ein kleiner Riss, der vom Vorbesitzer mit blauem Isolierband abgedeckt worden war. Optisch erstaunlich passend, praktisch leider weniger – die Streifen hatte ich nach den ersten Fahrten vermutlich eher an der Hose als auf dem Sitz.
Ich habe deshalb ein Vinyl-Reparaturset ausprobiert. Hat grundsätzlich funktioniert und aber wahrscheinlich ist ein neuer Bezug sinniger:
Beim Zerlegen der Front kam dann leider heraus, dass der Sturz etwas mehr hinterlassen hat, als ich zunächst gesehen hatte.
An der linken Verkleidung sind mehrere Befestigungen beschädigt:
– der Steckzapfen für die Gummiaufnahme fehlt komplett
– die komplette Befestigungslasche ist ausgebrochen
– die größere obere Halterung ist abgebrochen; das Gegenstück hat aber noch am Tacho auf mich gewartet.
Das Material ist laut Prägung ABS. Ich habe bereits ABS-Platten und einen Lötkolben da und würde die Halterungen gerne damit wieder aufbauen bzw. verschweißen.
Hat das hier schon einmal jemand an der Domi gemacht? Alle tipps gerne in meine Richtung schmeißen.
Auch die blaue obere Frontverkleidung hat leider etwas abbekommen. Eine komplette Schraubenaufnahme inklusive Gewindebereich ist herausgebrochen bzw. fehlt. An anderen Befestigungspunkten sieht man, dass dort früher schon repariert wurde.
Hier bin ich noch unsicher, was die eleganteste Lösung ist. Neue ABS-Basis aufbauen und dort wieder einen Gewindeeinsatz einsetzen?
Der eigentlich geplante Grund für die Demontage war aber das oben beschriebene Absterben.
Tank runter, Schläuche kontrolliert, Vergaserbereich soweit möglich angesehen. Der motorseitige Ansaugstutzen war dabei mein Hauptverdächtiger, weil ich hier schon mehrfach von Rissen – insbesondere auf der Unterseite – gelesen hatte.
Leider beziehungsweise eigentlich zum Glück: Der sieht auch von unten ziemlich ordentlich aus. Keine offensichtlichen Risse, nicht komplett hart oder zerbröselt.
Der Gummi zwischen Airbox und Vergaser wurde dagegen schon einmal mit irgendeiner Dichtmasse repariert und löst sich oben wieder leicht.
Damit bin ich beim eigentlichen Absterbeproblem momentan wieder etwas ratlos. Vielleicht hat hier jemand noch einen typischen Kandidaten für:
Motor warm, Fahrbetrieb/Gasannahme sauber, aber beim Abtouren bzw. beim Rollen mit gezogener Kupplung fällt die Drehzahl gelegentlich unter den Leerlauf und der Motor geht aus. Im Stand kann er dagegen teilweise minutenlang sauber bei etwa 1.300–1.400 U/min laufen.
Kleines Sonderlob an dieser Stelle übrigens an den Honda-Ingenieur, der die Position der Zündkerze festgelegt hat. Hat ganz viel Spaß gemacht die rauszudrehen.
Weil sowieso alles offen war und ich keine Wartungshistorie habe, wollte ich außerdem direkt das Ventilspiel kontrollieren.
Das würde ich bisher als wirklich größten Schritt beim "schrauben" für mich beschreiben, aber im Büchlein war es eigentlich ganz gut erklärt.
Aber ich bin mir hier tatäschlich unsicher, wie man das richtig misst. Muss die Fühlerlehre wirklich komplett "durchpassen" oder nur in der Mitte dazwischen gehen? Wo ist der richtige Messpunkt?
Vielleicht hat hier jemand einen Praxis-Tipp (oder Video^^) für einen Ventilspiel-Anfänger. Das hab ich bisher einfach mal so gelassen, wie es war.
Danke schon einmal fürs Lesen und für alle Tipps.
GaliGrü
Jay
die von euch, die meinen Vorstellungspost gesehen haben, wissen bereits, dass ich mir vor kurzem eine 92er NX650 Dominator zugelegt habe. Habe micht mittlerweile für den Taufnamen "Clyde" entschieden - einfach weil die Bonni(eville) ja eh schon daneben steht.
Rund 28.000 km auf der Uhr, dafür aber schon einige Vorbesitzer und leider praktisch keine nachvollziehbare Wartungshistorie.
Was man auf den Bildern im Vorstellungspost nicht so richtig gesehen hat: Die arme Domi hatte wohl irgendwann einen ordentlichen Aufsetzer auf der linken Seite. Die Verkleidung hat dabei einiges abbekommen. Bei meinen ersten Fahrten ist mir außerdem aufgefallen, dass die Front ziemlich klappert.
Gleichzeitig habe ich ja noch ein zweites Thema: Der Motor läuft während der Fahrt eigentlich richtig gut, nimmt sauber Gas an und zieht normal. Beim Abtouren bzw. mit gezogener Kupplung fällt die Drehzahl aber gelegentlich so weit ab, dass der Motor ausgeht. Teilweise beim Heranrollen an eine Ampel, teilweise erst im Leerlauf. Reproduzierbar ist das Ganze leider nicht wirklich.
Da ich hier im Forum schon öfter über Probleme mit dem Ansaugstutzen zwischen Vergaser und Zylinderkopf, Vergaser/Leerlaufkreis usw. gelesen hatte und der Vorbesitzer zur Wartungshistorie leider nicht viel sagen konnte, dachte ich mir: Dann nehme ich das Zeug halt mal auseinander und schaue selbst nach.
Also hier mein kleiner Erfahrungs-/Schrauberpost – einerseits zur Dokumentation meines intellektuellen Ergusses und andererseits, weil ich bei ein paar Punkten sehr gerne eure Erfahrung anzapfen würde.
Schrauben muss ich leider draußen bzw. unter meinem kleinen Unterstand. Eigene Garage gibt es nicht, aber solange das Wetter mitspielt, funktioniert das erstaunlich gut:
Als kleine Aufwärmrunde hatte ich vorher schon die Sitzbank repariert. Im originalen blauen Bezug war ein kleiner Riss, der vom Vorbesitzer mit blauem Isolierband abgedeckt worden war. Optisch erstaunlich passend, praktisch leider weniger – die Streifen hatte ich nach den ersten Fahrten vermutlich eher an der Hose als auf dem Sitz.
Ich habe deshalb ein Vinyl-Reparaturset ausprobiert. Hat grundsätzlich funktioniert und aber wahrscheinlich ist ein neuer Bezug sinniger:
Beim Zerlegen der Front kam dann leider heraus, dass der Sturz etwas mehr hinterlassen hat, als ich zunächst gesehen hatte.
An der linken Verkleidung sind mehrere Befestigungen beschädigt:
– der Steckzapfen für die Gummiaufnahme fehlt komplett
– die komplette Befestigungslasche ist ausgebrochen
– die größere obere Halterung ist abgebrochen; das Gegenstück hat aber noch am Tacho auf mich gewartet.
Das Material ist laut Prägung ABS. Ich habe bereits ABS-Platten und einen Lötkolben da und würde die Halterungen gerne damit wieder aufbauen bzw. verschweißen.
Hat das hier schon einmal jemand an der Domi gemacht? Alle tipps gerne in meine Richtung schmeißen.
Auch die blaue obere Frontverkleidung hat leider etwas abbekommen. Eine komplette Schraubenaufnahme inklusive Gewindebereich ist herausgebrochen bzw. fehlt. An anderen Befestigungspunkten sieht man, dass dort früher schon repariert wurde.
Hier bin ich noch unsicher, was die eleganteste Lösung ist. Neue ABS-Basis aufbauen und dort wieder einen Gewindeeinsatz einsetzen?
Der eigentlich geplante Grund für die Demontage war aber das oben beschriebene Absterben.
Tank runter, Schläuche kontrolliert, Vergaserbereich soweit möglich angesehen. Der motorseitige Ansaugstutzen war dabei mein Hauptverdächtiger, weil ich hier schon mehrfach von Rissen – insbesondere auf der Unterseite – gelesen hatte.
Leider beziehungsweise eigentlich zum Glück: Der sieht auch von unten ziemlich ordentlich aus. Keine offensichtlichen Risse, nicht komplett hart oder zerbröselt.
Der Gummi zwischen Airbox und Vergaser wurde dagegen schon einmal mit irgendeiner Dichtmasse repariert und löst sich oben wieder leicht.
Damit bin ich beim eigentlichen Absterbeproblem momentan wieder etwas ratlos. Vielleicht hat hier jemand noch einen typischen Kandidaten für:
Motor warm, Fahrbetrieb/Gasannahme sauber, aber beim Abtouren bzw. beim Rollen mit gezogener Kupplung fällt die Drehzahl gelegentlich unter den Leerlauf und der Motor geht aus. Im Stand kann er dagegen teilweise minutenlang sauber bei etwa 1.300–1.400 U/min laufen.
Kleines Sonderlob an dieser Stelle übrigens an den Honda-Ingenieur, der die Position der Zündkerze festgelegt hat. Hat ganz viel Spaß gemacht die rauszudrehen.
Weil sowieso alles offen war und ich keine Wartungshistorie habe, wollte ich außerdem direkt das Ventilspiel kontrollieren.
Das würde ich bisher als wirklich größten Schritt beim "schrauben" für mich beschreiben, aber im Büchlein war es eigentlich ganz gut erklärt.
Aber ich bin mir hier tatäschlich unsicher, wie man das richtig misst. Muss die Fühlerlehre wirklich komplett "durchpassen" oder nur in der Mitte dazwischen gehen? Wo ist der richtige Messpunkt?
Vielleicht hat hier jemand einen Praxis-Tipp (oder Video^^) für einen Ventilspiel-Anfänger. Das hab ich bisher einfach mal so gelassen, wie es war.
Danke schon einmal fürs Lesen und für alle Tipps.
GaliGrü
Jay